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Samstag, 16.12.2017

Kulturnachrichten

Donnerstag, 30. November 2017

Richter-Kunstwerk für Dominikanerkirche in Münster

Profanierte Kirche soll künftig für Konzerte und Veranstaltungen genutzt werden

Die Stadt Münster realisiert in der barocken Dominikanerkirche ein eigens für dieses Gebäude entworfene Werk von Gerhard Richter. Wie Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) erläuterte, handelt es sich um ein 20 Meter hohes Foucaultsches Pendel, das in der Kuppel der Kirche installiert wird, sowie vier hochrechteckige Glastafeln. Die Installation des Kunstwerks bis zum Frühsommer 2018 abgeschlossen sein. Die Kosten beliefen sich auf 650.000 Euro, von denen 600.000 Euro durch Spenden und Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen aufgebracht werden sollen. Richter erklärte, die Realisierung eines Foucaultschen Pendels sei schon lange sein Anliegen. "Wenn uns das alles wie geplant gelingt, wäre das großartig, ein Geschenk auch für mich", betonte der Künstler. Mit Hilfe des nach ihm benannten Pendels gelang dem französischen Physiker Leon Foucault 1851 der Nachweis, dass die Erde sich im Sonnensystem um sich selbst dreht.

Archäologen entdecken antike Gebäude in Negevwüste

Eine Drohne führte Wissenschaftler auf die richtige Fährte

Archäologen sind in der Negevwüste auf die Reste eines 2.200 Jahre alten Gebäudes gestoßen. Wie die israelische Antikenbehörde mitteilte, handelt es sich vermutlich um einen Palast oder Tempel der Edomiter, einem hebräischen Stammesverband. Vergleichbare Funde in Israel ließen sich "an den Fingern einer Hand" abzählen, hieß es in der Behörde. Eine Drohne half den Wissenschaftlern bei der Entdeckung. Der Bau wurde nach Einschätzung der Forscher absichtlich abgerissen, möglicherweise im Kampf gegen ein feindliches Herrschergeschlecht. Zu den Funden zählen zwei steinerne Rauchaltäre, filigrane Keramiken und bemalte Schalen und Öllampen.

Nobelpreis von Theodor Mommsen wird versteigert

Das New Yorker Auktionshaus rechnet mit einer Summe von 400 000 Dollar

Die Literatur-Nobelpreismedaille des deutschen Historikers Theodor Mommsen wird am 8. Januar 2018 in New York versteigert und könnte geschätzt umgerechnet 336 000 Euro bringen. Bei der 1902 verliehenen Goldmedaille der Schwedische Akademie handele es sich um den ältesten Nobelpreis, der jemals öffentlich versteigert worden sei, teilte das Auktionshaus Heritage Auctions mit. Mommsen beschäftigte sich vor allem mit der römischen Antike. Den Nobelpreis erhielt er ein Jahr vor seinem Tod für sein aus fünf Bänden bestehendes Hauptwerk "Römische Geschichte". Andere Nobelpreisträger wie etwa der Entdecker der DNA-Struktur, James Watson, haben ihre Medaillen bereits zu Lebzeiten versteigern lassen und erzielten damit Millionensummen.

Qumran-Ausstellung in Frankfurt abgesagt

Grund sei eine fehlende Zusicherung der Bundesregierung

Das Bibelmuseum in Frankfurt am Main kann Qumran-Schriftrollen aus Israel nicht wie geplant ausstellen. Jürgen Schefzyk, Direktor des Hauses sagte, wegen politischer Begleitumstände könne die Schau nicht "verantwortet" werden. Die Bundesrepublik habe - im Gegensatz zu den Niederlanden oder Österreich - keine rechtsverbindliche Rückgabezusicherung für die aus dem Westjordanland stammenden Rollen abgeben wollen. Daraufhin habe Israel die Ausleihe abgelehnt. Die Immunitätszusage soll verhindern, dass die Palästinenser Anspruch auf Leihgaben aus ihrem Gebiet erheben, das Israel seit 1967 besetzt hält. Die Qumran-Rollen vom Toten Meer gehören zu den ältesten bekannten Bibeltexten.

Deutsches Medienschiedsgericht bekommt Präsidenten

Damit soll die neue Institution bekannter gemacht werden

Der Leipziger Universitätsprofessor Christian Berger wird das Deutsche Medienschiedsgerichts leiten. Offiziell hat es seine Arbeit Anfang des Jahres aufgenommen, um Streitigkeiten in der Branche zu schlichten. Erste Aufgabe von Berger sei es, berichtet der MDR, die Institution bekannter zu machen und die Schiedsgerichtsordnung weiterzuentwickeln. Der 1960 geborene Berger ist nach Angaben des Gerichts seit 1998 Professor an der Universität Leipzig. Er hat dort den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht und Urheberrecht inne.

Für Steinmeier wirkt Literatur immer politisch

Das erklärte der Bundespräsident nach einem Treffen mit Schriftstellern

Literaten seien besonders betroffen, "wenn die Freiheit des Wortes und der Rede angefochten wird, wenn die Politik Geschichten erfindet und die Literatur die Wahrheit sagen muss - mit ihren eigenen Mitteln". Das unterstrich Frank-Walter Steinmeier beim "Forum Bellevue", seinem Amtssitz. "Die Literatur trägt auch dann zur Selbsterkenntnis einer Gesellschaft bei, wenn sie uns auf Abwege führt, in dunkle Ecken und Hinterhalte lockt, wenn sie auch denen eine Stimme verleiht, die sonst ungehört bleiben", so das deutsche Staatsoberhaupt. Die Veranstaltung in Berlin trug den Titel "Freiheit des Denkens in unruhigen Zeiten" am Donnerstag in Berlin. In den nächsten zwei Jahren soll es in den Diskussionen im Schloss Bellevue unter anderem um die Veränderung der Politik durch neue Medien, die Krise der repräsentativen Demokratie und die Rolle der Religionen für ein tolerantes Miteinander gehen.

Richtfest für Bauhaus-Museum in Weimar

Gebaut wird am Gründungsort

Der Rohbau ist - symbolisch - fertig. Deshalb ist heute in Weimar gefeiert worden. Bis zum 100. Geburtstag im übernächsten Jahr soll das neue Bauhaus-Museum fertig sein. Die Klassik Stiftung Weimar ist Bauherrin und hat für den Neubau knapp 23 Millionen Euro veranschlagt. Der thüringische Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff bezeichnete den Neubau als einen Ort "der Begegnung, Offenheit und Diskussion. Auf 2250 Quadratmetern Ausstellungsfläche sollen ab 4. April 2019 nicht nur 13.000 Arbeiten der Architektur- und Designschule erläutert, sondern auch deren Geschichte erzählt werden. Das Bauhaus hatte wegen reaktionärer Tendenzen in Thüringen 1925 nach Dessau umziehen müssen. Von dort ging es nach Berlin, wo es auf Druck der Nationalsozialisten 1933 geschlossen wurde. Die Initiative "projekt bauhaus", zu dem sich 2015 Designer, Architekten und Wissenschaftler aus Europa, Asien und den USA zusammengeschlossen haben, will das Bauhaus im Jubiläumsjahr symbolisch "zu Grabe tragen". Der ehemalige Leiter der Stiftung Bauhaus Dessau, Phillip Oswalt sagte Deutschlandfunk Kultur: Man wolle sich "vom Mythos des Bauhauses befreien", um sich der Gegenwart sinnvoll zuzuwenden und dem Erbe des Bauhauses gerecht zu werden."

Christian Thielemann in Dresden verlängert

Er ist seit 2012 Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle

Sein derzeitiger Vertrag läuft bis 2019. Nun gilt er bis 2024: Das sächsische Wissenschafts- und Kunstministerium teilte mit, dass Christian Thielemann Dresden so lange erhalten bleibt. Der Vertrag beinhaltet allerdings, dass der 58-jährige zwischen September 2021 und Januar 2022 eine unbezahlte Auszeit nimmt. In den fünf Jahren bis 2024 wurden "eine Mindestzahl von 40 Dirigaten" in Konzerten und Opernaufführungen pro Spielzeit vereinbart, davon mindestens 25 in der Dresdener Semperoper. 15 Konzerttermine pro Spielzeit seien für Gastspielreisen vorgesehen. Er wolle das "Kernrepertoire der Staatskapelle" weiter pflegen, sich aber auch "Neuem und weniger Bekanntem" zuwenden, erklärte Thielemann. Im Mai hatten die Musiker der Staatskapelle mit großer Mehrheit für eine Fortsetzung der Arbeit mit ihm votiert.

Zwei deutsche Produktionen im Sundance-Wettbewerb

Das von Robert Redford gegründete Filmfestival beginnt am 18. Januar

In der Sparte "World Cinema"-Dokumentarfilm tritt die deutsch-brasilianische Koproduktion "The Cleaners" an. Darin schildern die deutschen Regisseure Moritz Riesewieck und Hans Block die schwierige, oft versteckte Arbeit von Menschen, die umstrittene Inhalte wie Pornografie und Gewalt aus digitalen Netzwerken zu entfernen haben. Ebenfalls in dieser Kategorie wird die deutsch-syrisch-libanesische Doku "Of Fathers and Sons" gezeigt. Regisseur Talal Derki dokumentiert das Leben der Familie eines islamistischen Kämpfers im syrischen Bürgerkrieg. Zum größten US-Filmfest für unabhängige Produktionen werden 110 Spielfilme aus 29 Ländern gezeigt. Im Wettbewerb stehen 56 Filme.

Chinesische Schauspielerin Liu Yifei bei Disney

Zeichentrick-Märchen wird zum Spielfilm

Liu Yifei hat sich gegen 1000 Kandidatinnen durchgesetzt. Die 30-jährige wird die Titelrolle in "Mulan" spielen. Der Disney-Konzern nutzt mit der Entscheidung zum einen den Bekanntheitsgrad der Schauspielerin in China, einem seiner wichtigsten Absatzmärkte. Zum anderen kommt man Forderungen nach, die Rolle ethnisch korrekt zu besetzen. Mehr als 100.000 Menschen hatten eine Online-Petition unterzeichnet, mit der eine chinesische Darstellerin für die Rolle gefordert worden war. Während die Rollen-Besetzungen in Hollywood sich zum "Whitewashing"-Protest auswuchsen, hatte Disney auch für die Neuverfilmung vom "König der Löwen" Gespür bewiesen: Das Ensemble bestand größtenteils aus schwarzen Darstellerinnen und Darsteller. Liu Yifei spielte schon als Teenager in chinesischen Fernsehserien und lebte mehrere Jahre in den USA. Disney plant den Kinostart für 2019.

Deutsche Ausgabe von "Charlie Hebdo" wird eingestellt

Zu wenig verkaufte Hefte

Die deutsche Ausgabe der französischen Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" wird eingestellt. "Morgen erscheinen die vorerst letzten 16 Seiten der deutschen Ausgabe von Charlie Hebdo", teilten der Chefredakteur des Mutterblattes, Gérard Biard, und die unter dem Pseudonym Minka Schneider auftretende Chefredakteurin der deutschen Ausgabe am Mittwoch auf Facebook mit. Als Grund für die Entscheidung werden niedrige Verkaufszahlen genannt: "Wir selbst wussten nicht, wie viele Leser es braucht, damit eine gedruckte Zeitung heute rentabel ist. Zu viele jedenfalls, um unseren Besuch bei Euch zu verlängern." Dennoch bedankte sich die Redaktion bei ihren Lesern: "Wir wollten 'Danke' sagen für Eure große Unterstützung nach dem 7. Januar 2015 und Euch eine Facette französischer Zeichenkultur zeigen. Ihr hattet Gelegenheit kennenzulernen, wer wir sind", schrieb das Duo.

"Alles Geld der Welt": Plummer statt Spacey

Ob im Trailer oder im Film, Kevin Spacey wird durch Christopher Plummer ersetzt

In einem neuen Trailer für den Spielfilm "Alles Geld der Welt" hat nun Christopher Plummer den Part von Kevin Spacey übernommen. Das 30 Sekunden lange Video gibt den 22. Dezember als US-Starttermin für das Entführungsdrama von Regisseur Ridley Scott an. Das Filmstudio Sony Pictures veröffentlichte auch ein neues Filmplakat mit Plummer. Scott hatte Anfang November verkündet, dass er alle Szenen mit Spacey aus dem bereits fertig gedrehten Film herausschneiden werde, nachdem Vorwürfe sexueller Belästigung gegen den "House of Cards"-Schauspieler bekannt geworden waren. Spacey, der in dem Film den Ölmilliardär Jean Paul Getty spielte, wurde durch Plummer ersetzt. In den vergangenen Wochen drehte Scott mit Plummer und den Hauptdarstellern Michelle Williams und Mark Wahlberg die entsprechenden Szenen nach.

Beratergremium für umstrittenen Berliner Museumsbau

Architektenduo Herzog & de Meuron werden von anderen Architekten beraten

Die Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron bekommen für das geplante Museum des 20. Jahrhunderts in Berlin ein Beratergremium an die Seite gestellt. Bauherr Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, erklärte, das sechsköpfige Fachgremium solle als neutrale Instanz bei diffizilen Fragestellungen beraten und als Vermittler tätig werden. Dem Gremium steht der Architekt Arno Lederer vor. Weiter gehören die Architekten Arno Brandlhuber, Andreas Hild, Hilde Léon und Hans-Günter Merz sowie Senatsbaudirektorin Regula Lüscher dazu. Der Museumsentwurf der Architekten Herzog & de Meuron war auf scharfen Widerspruch gestoßen. Kritiker bezeichneten den geplanten Bau als Scheune, Bierzelt oder einen "neuen Aldi". Das Museum sollte ursprünglichen Planungen zufolge bis 2021 für 200 Millionen Euro aus der Bundeskasse entstehen. Inzwischen gehen Verantwortliche von einer Eröffnung frühestens 2023 oder 2024 aus.

Werk aus Achenbach-Besitz versteigert

Nagelrelief von Günther Uecker bringt 2,2 Millionen Euro

Ein Kunstwerk aus dem ehemaligen Privatbesitz des verurteilten Kunstberaters Helge Achenbach ist in Köln für einen Rekordpreis versteigert worden. Das monumentale Nagelrelief "Both" von Günther Uecker kam im Auktionshaus Van Ham für 2,2 Millionen Euro unter den Hammer. Das Werk war seinerzeit auf 500 000 Euro geschätzt worden. Van Ham hatte bereits den Bestand der insolventen Firmen Achenbachs versteigert. Um die Rückgabe des gepfändeten Uecker-Kunstwerks hatte Achenbachs Ex-Frau Dorothee Achenbach vergeblich vor Gericht gekämpft. 2015 war Helge Achenbach wegen Millionen-Betrugs an dem Aldi-Erben Berthold Albrecht zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Deutscher Zukunftspreis für Entwicklung von Robotern

Forscher entwickeln feinfühlige Hightech-Assistenten

Für die Entwicklung von Roboterassistenten bekommt ein Team aus Hannover und München den Deutschen Zukunftspreis 2017. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die mit 250 000 Euro dotierte Auszeichnung in Berlin übergeben. Die Forscher der Leibniz Universität Hannover und des Münchner Technologieunternehmens Franka Emika haben ein System entwickelt, mit dem Roboter zu feinfühligen Assistenten des Menschen werden sollen - in der Industrie, aber zum Beispiel auch in der Pflege. Der Zukunftspreis gilt als einer der bedeutendsten Wissenschaftspreise in Deutschland.

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Liu Xias verzweifelter Brief"Ich liege da wie eine Leiche"
Eine Demonstrantin in China hält ein Bild von Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo und seiner Frau Lia Xia hoch (Archivbild aus dem Jahr 2010). (dpa / EPA)

Der Schriftstellerin Liu Xia, Witwe des verstorbenen chinesischen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo, geht es in ihrem Hausarrest offenbar sehr schlecht. Der im Berliner Exil lebende Autor Liao Yiwu hat ein Foto ihres Briefs an Herta Müller auf Facebook gepostet.Mehr

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