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Samstag, 16.12.2017

Kulturnachrichten

Mittwoch, 7. Juni 2017

Tunesien verbietet "Wonder Woman"

Eine nationalistische Partei bekam vor Gericht Recht

Nach dem Libanon hat auch ein Gericht in Tunesien den US-Film "Wonder Woman" verboten. Eine nationalistische tunesische Partei wirft der 32-jährigen israelischen Schauspielerin Gal Gadot, Hauptdarstellerin der Comicverfilmung, vor, sie sei an israelischen Angriffen auf den Gazastreifen beteiligt gewesen und bekam vor Gericht Recht. Die frühere "Miss Israel" Gadot leistete die obligatorischen zwei Jahre Wehrdienst in der israelischen Armee. Bei seinem US-Start erfüllte der Superheldinnen-Film die hohen Erwartungen und eroberte die Spitze der Kinocharts in den USA und Kanada. "Wonder Woman" dreht sich um die Heldin Diana Prince von der Insel der Amazonen, wo Frauen regieren und es keine Männer gibt. Deutscher Filmstart ist der 15. Juni.

Konzert zum Abschied von Sir Jeffrey Tate

Der Chefdirigent der Symphoniker Hamburg war überraschend gestorben

"Um von ihrem geliebten und verehrten Chefdirigenten Abschied zu nehmen, ändern die Symphoniker Hamburg das Programm des 10. Symphoniekonzertes", teilte das Orchester mit. Der gebürtige Engländer Sir Jeffrey Tate, der seit 2009 das Orchester leitete, war am vergangenen Freitag mit 74 Jahren im italienischen Bergamo einem Herzinfarkt erlegen. Mit Franz Schuberts "Unvollendeter", Gustav Mahlers "Neunter" (4.Satz Adagio) und Johann Sebastian Bachs "h-Moll-Messe" (Agnus Dei und Dona nobis pacem) spielen sie am 18.Juni nun Werke, mit denen Sir Jeffrey während seiner acht Jahre bei den Symphonikern Hamburg Interpretationsgeschichte geschrieben habe.

6,1 Millionen Euro für abstraktes Werk von Soulages

Rekorderlös bei Versteigerung in Paris

Für einen Rekordpreis von 6,1 Millionen Euro ist ein Gemälde des französischen Malers Pierre Soulages versteigert worden. Den Preis erzielte ein blau-schwarzes Bild des für seine abstrakte Malerei bekannten Franzosen bei einer Versteigerung des Auktionshauses Sotheby's in Paris. Der Schätzwert des Werkes aus dem Jahr 1962 hatte zwischen zwei und drei Millionen Euro gelegen. Es stammte aus der persönlichen Sammlung des verstorbenen US-Galeristen Sam Kootz. Der 97-jährige Soulages, der besonders gerne auf schwarze Farbe zurückgreift, gilt als einer der bedeutendsten Maler der Gegenwart. Bislang hatte der Auktionsrekord für eines seiner Werke bei 5,1 Millionen Euro gelegen.

Michael Moore startet Enthüllungsplattform

Whistleblower sind eingeladen, geheime Informationen zu schicken

Filmemacher Michael Moore hat eine Enthüllungsplattform für Mitarbeiter der Regierung von US-Präsident Donald Trump gestartet, um damit "Verbrechen, Lügen und allgemeines Fehlverhalten" Trumps und seiner Mitarbeiter aufzudecken und die USA so vor "Tyrannei" zu bewahren. Auf "Trumpileaks" können Whistleblower ab sofort Informationen, Dokumente, Fotos, Video- und Audio-Dateien an Moore und sein Team schicken. Die Website kommt fast zeitgleich zur Festnahme einer 25-jährigen Frau, die vertrauliche Informationen des Geheimdienstes NSA an die Website "The Intercept" weitergegeben haben soll. Trump hatte angekündigt, mit aller Macht gegen Leaks und die Weitergabe geheimer Informationen vorzugehen. Der ultraliberale Moore, der mit "Bowling For Columbine" zur Schusswaffen-Kultur in den USA 2003 einen Oscar gewann, hat vor allem mit politischen Filmen für Diskussionen gesorgt. Kurz vor der US-Präsidentschaftswahl erschien von ihm der Film "Michael Moore in Trumpland". Ende Juli will er zudem ein Theaterstück über Trump an den Broadway in New York bringen.

documenta 14 sagt Neoliberalismus den Kampf an

Stellung beziehen zur Aufsässigkeit gegen den "Imperativ der Produktivität"

Die Weltkunstausstellung documenta 14 soll sich nach den Worten ihres Leiters Adam Szymczyk dem Neoliberalismus entgegenstellen. Die Ausstellung setze sich auch mit der Frage auseinander, wie sich die Gesellschaft in Zeiten der Unsicherheit verhalte, sagte Szymczyk vor zahlreichen Journalisten in der Kasseler Stadthalle. Der Kurator Bonaventure Ndikung erläuterte, die documenta wolle zur Aufsässigkeit gegen den "Imperativ der Produktivität", gegen Übervereinfachung und gegen die Vorstellung von ethnisch getrennten Nationen Stellung beziehen. Ängste dürften nicht länger auf andere projiziert, sondern müssten hinterfragt werden, sagte er. Die documenta machte ihren Bezug zur aktuellen Politik auch auf der Pressekonferenz deutlich. In die rund dreistündige Veranstaltung war ein Konzertausschnitt des syrischen Geigers Ali Moraly integriert, der 2013 aus Syrien geflohen war. Auf der documenta 14 stellen vom 10. Juni bis 17. September rund 160 Künstler an 30 verschiedenen Orten aus.

OB: Kosten für Frankfurter Bühnen zu hoch

Plädoyer für Neubau

Die Zukunftspläne für die maroden Städtischen Bühnen in Frankfurt hält Oberbürgermeister Peter Feldmann für zu teuer. "Unsere kulturpolitischen Ziele liegen nicht in Infrastruktur-Fantastereien, sondern in qualitativ hochwertigen Angeboten für Bürger, vor allem auch Kinder und Jugendliche", teilte Feldmann mit. Eine Machbarkeitsstudie schätzt die Kosten bei Abriss und Neubau von Oper und Schauspiel auf bis zu 889 Millionen Euro. Bei einer Sanierung wird ein Rahmen zwischen 848 bis 868 Millionen Euro genannt. Der Frankfurter Oberbürgermeister sprach sich ebenso wie die Grünen-Fraktion im Römer (Rathaus) für einen Neubau der Städtischen Bühnen an gleicher Stelle aus. "Ein Neubau", so Feldmann, "scheint mir die vernünftigere Lösung zu sein als eine Renovierung."

Wolf Biermann erhält Point-Alpha-Preis

Preis wird an der ehemaligen innerdeutschen Grenze überreicht

Der Liedermacher Wolf Biermann erhält am 17. Juni den Point-Alpha-Preis für Verdienste um die Einheit Deutschlands. Der Lebenslauf des ehemaligen DDR-Dissidenten sei ein "einzigartiger Spiegel unserer deutschen Geschichte", erklärte das Kuratorium Deutsche Einheit im thüringischen Geisa. Auch nach seiner Ausbürgerung aus der DDR 1976 habe sich Biermann seinen Widerspruchsgeist erhalten und als Brückenbauer im ehemals geteilten Land agiert. Laudator bei der Verleihung der mit 25.000 Euro dotierten Auszeichnung ist Bundestagspräsident Norbert Lammert. Der Preis wird in der Gedenkstätte Point Alpha überreicht, die sich in einem ehemaligen US-Beobachtungsposten an der Grenze zwischen Thüringen und Hessen befindet.

Kontroverse um Konzert zum G20-Gipfel

Soll Kent Nagano für Staatschefs dirigieren?

Ein Konzert in der Hamburger Elbphilarmonie, zu dem die am G20-Gipfel teilnehmenden Staatschefs eingeladen sind, sorgt für Diskussionen. Während der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Johann Hinrich Claussen, davor warnt, die Elbphilharmonie "umstandslos zur Bühne für die Mächtigen dieser Welt" zu machen, verteidigt der Präsident des Deutschen Tonkünstlerverbandes, Cornelius Hauptmann, das geplante Konzert. "Die Einstellung, dass man 'bösen' Menschen - denn unter den G20-Staatschefs mögen einige Autokraten sein - keine Hoch- und Höchstkultur bieten sollte, weil es deren Selbstbespiegelung dienen könnte, ist falsch", schreibt Hauptmann in einem Gastbeitrag für die "Zeit"-Beilage "Christ & Welt".

Claus Peymann feiert 80. Geburtstag

Kulturpolitiker würdigen seine Verdienste

Der scheidende Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, begeht heute seinen 80. Geburtstag. Kulturpolitiker würdigten die Verdienste des Theatermachers. So nannte ihn Kulturstaatsministerin Monika Grütters einen herausragenden Regisseur, ohne den der deutschsprachigen Kulturlandschaft ein sympathischer Querdenker fehlen würde, der nicht nur das Theater inspiriert habe, sondern immer wieder auch die gesellschaftliche Debatte bereichert hätte. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sagte, Peymann habe mit seiner "Theater-Leidenschaft wortgewaltig öffentliche Debatten befeuert." Müller betonte, er sei auf weitere beeindruckende Inszenierungen Peymanns in den kommenden Jahren gespannt.

Schmitz neue Verlagsleiterin von Hoffmann und Campe

Die 45-jährige wechselt von Salzburg nach Hamburg

Birgit Schmitz wird Programm-Verlagsleiterin bei Hoffmann und Campe und übernimmt damit ab Mitte Juni zusammen mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Thomas P. J. Feinen die Leitung des traditionsreichen Hamburger Verlagshauses. Schmitz wird Nachfolgerin von Daniel Kampa, der sich mit seinem eigenen Verlag selbstständig macht. Schmitz begann als Lektorin bei Kiepenheuer & Witsch. 2009 wechselte sie zum Berlin Verlag und hatte dort auch die verlegerische Leitung inne. Bis April 2016 arbeitete sie in Salzburg für den neu gegründeten Benevento Verlag. Zudem ist sie selbst Autorin und Herausgeberin, schreibt für Zeitschriften und Zeitungen.

Auftakt zur documenta

Vorschau-Tage für Fachpublikum beginnen

Die documenta ist zurück in Kassel. Der erste Teil der wohl wichtigsten Kunstausstellung der Welt fand auf Initiative des polnischen Kurators Adam Szymczyk in Athen statt. Am Samstag wird die Schau in Kassel eröffnet. Schon ab heute können Fachbesucher und Journalisten die Werke der mehr als 160 Künstlerinnen und Künstler ansehen. Ein Schwerpunkt nur in Kassel ist das Thema Raubkunst. Im Fridericianum ziehen für die Dauer der documenta Werke aus der Sammlung des Athener Museums für zeitgenössische Kunst ein, das neu gebaut wurde, aber aus Geldmangel nicht öffnen kann.

Kreolsprache auf Deutsch-Basis droht auszusterben

Unserdeutsch wird nur noch von rund 100 Menschen gesprochen

Die weltweit einzige deutschbasierte Kreolsprache Unserdeutsch könnte in 30 Jahren ausgestorben sein, sagt der Sprachforscher Peter Maitz von der Universität Augsburg in einem im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur. Bei Kreolsprachen handelt es sich um Mischsprachen, die etwa in früheren europäischen Kolonien durch das Aufeinandertreffen von Einheimischen und Kolonialmächten entstanden sind. Unserdeutsch entwickelte sich um 1900 in der Kolonie Deutsch-Neuguinea im heutigen Papua-Neuguinea, heute wird es nur noch von rund 100 Menschen gesprochen. Allerdings gibt es noch Hoffnung auf ein Überleben, wie Maitz berichtet. "So haben uns einige Unserdeutsch-Sprecher erzählt, dass sie die Sprache nun mit ihren Enkeln sprechen."

Woodstock als historische Stätte anerkannt

Das Festival im Jahre 1969 gilt als einer der Höhepunkte der Hippiebewegung

Der Veranstaltungsort des legendären Musikfestivals Woodstock aus dem Jahr 1969 ist nun offiziell als geschichtsträchtige Stätte anerkannt worden: Das Bethel-Woods-Zentrum für die Künste in der Ortschaft Bethel sei in das Nationale Register historischer Stätten der USA aufgenommen worden, denn es "sei ein zentraler Punkt sowohl in der Geschichte New Yorks als auch Amerikas", erklärte Gouverneur Andrew Cuomo. Bei dem dreitägigen Festival traten im August 1969 Musiker wie Joan Baez, Janis Joplin und Jimi Hendrix auf. Es gilt als einer der Höhepunkte der Hippiebewegung und zog seinerzeit fast eine halbe Million Menschen auf die Felder des Milchbauern Max Yasgur. Der Campus von Bethel Woods, eine gemeinnützige Kulturorganisation mit Museum am Ort des Festivals, liegt rund 150 Kilometer nördlich von New York.

Phil.Cologne in Köln

Grosser und Cohn-Bendit rufen zu Optimismus auf

Trotz vieler islamistischer Anschläge, trotz Brexit und Trump gibt es nach Ansicht des Publizisten Alfred Grosser und des Politikers Daniel Cohn-Bendit keinen Grund zum Verzweifeln. "Wir sind fasziniert vom Horror", kritisierte Cohn-Bendit in der Eröffnungsveranstaltung des Philosophie-Festivals Phil.Cologne. Die positiven Entwicklungen wollten viele vor lauter Schwarzmalerei gar nicht wahrhaben. Dabei gebe zum Beispiel die "Pulse of Europe" Bewegung Anlass zur Hoffnung. Der 92 Jahre alte Grosser sagte, es gebe zwar den "Psychopathen" Trump, aber auch die Aussicht auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Die Phil.Cologne findet noch zum 13. Juni statt und umfasst 54 Veranstaltungen.

Emder Filmfest startet mit modernem Märchen

Britisch-amerikanischer Film erzählt über verwilderten Garten

Mit dem Film "Der wunderbare Garten der Bella Brown" startet das 28. Internationale Filmfest Emden-Norderney. In den kommenden acht Tagen kann das Publikum fast 100 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme sehen. In den Wettbewerben laufen 22 Filme als Deutschlandpremiere. Der Schwerpunkt liegt bei Produktionen aus Nordwesteuropa. Insgesamt werden nach Veranstalterangaben Preise im Wert von mehr als 60 000 Euro vergeben.

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Fazit

Liu Xias verzweifelter Brief"Ich liege da wie eine Leiche"
Eine Demonstrantin in China hält ein Bild von Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo und seiner Frau Lia Xia hoch (Archivbild aus dem Jahr 2010). (dpa / EPA)

Der Schriftstellerin Liu Xia, Witwe des verstorbenen chinesischen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo, geht es in ihrem Hausarrest offenbar sehr schlecht. Der im Berliner Exil lebende Autor Liao Yiwu hat ein Foto ihres Briefs an Herta Müller auf Facebook gepostet.Mehr

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