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Freitag, 15.12.2017

Kulturnachrichten

Samstag, 12. August 2017

Goldener Leopard für Dokumentation "Mrs. Fang"

Isabelle Huppert beste Schauspielerin

Den Hauptpreis des 70. Internationalen Filmfestivals Locarno, den Goldenen Leoparden, hat die Jury überraschend an die Dokumentation "Mrs. Fang" des chinesischen Regisseurs Wang Bing vergeben. Das gab die Jury unter Vorsitz des französischen Regisseurs Olivier Assayas bekannt. Der Film, der das Sterben einer an Alzheimer leidenden alten Frau beobachtet, wurde von deutschen, französischen und chinesischen Produzenten finanziert. Als beste Schauspieler wurden die Französin Isabelle Huppert als zickige Lehrerin in "Madame Hyde" (Frankreich/Belgien) und der Däne Elliott Crosset Hove als gewalttätiger Arbeiter in "Winterbrüder" (Dänemark/Island) ausgezeichnet. Der Preis für den besten Regisseur ging an den Franzosen F.J. Ossang für "9 Finger". Sein surrealer Spielfilm überzeugt sowohl als Parabel auf die bürgerliche Gesellschaft als auch als rätselhafter Thriller. Den Spezialpreise der Jury erhielt der brasilianisch-französischen Spielfilm "Gute Manieren" (Regie: Juliana Rojas, Marco Dutra). Das Drama erzählt vom Leben einer jungen Frau und ihres angenommenen Sohnes, der sich bei Vollmond in einen Werwolf verwandelt.

Experte warnt vor schwindendem Wissen über DDR

Hubertus Knabe fordert eine neue Gedenkkultur

Der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, sieht das Wissen über die DDR zunehmend schwinden. Die Jugendlichen von heute könnten mit den Namen Erich Honecker oder Erich Mielke nichts mehr anfangen, sagte Knabe der Oldenburger "Nordwest-Zeitung": "Und sie haben keine Ahnung, warum aus der schönen kommunistischen Utopie ein Land mit Mauer, Stacheldraht und Gefangenlagern wurde." Der Direktor der Gedenkstätte im früheren Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen forderte deshalb eine weitere wissenschaftliche Aufarbeitung der DDR-Diktatur und eine neue Gedenkkultur. Der 17. Juni als Jahrestag des Volksaufstandes der DDR und der 13. August als Jahrestag des Mauerbaus eigneten sich etwa als Gedenktage. Sie müssten jedoch auch mit Inhalten gefüllt werden und dürften nicht zu Ritualen verkommen. Der 27. Januar, der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, sei ein gutes Vorbild. Vor allem in den Schulen werde dann viel Erinnerungsarbeit geleistet.

Einheitswippe: Denkmalsockel soll erhalten bleiben

Berlins Landeskonservator will geschützten Sockel im Denkmal integrieren

In der Debatte um den Bau des Einheits- und Freiheitsdenkmals neben dem Berliner Schloss hat sich Berlins Landeskonservator Jörg Haspel für den Erhalt des historischen Denkmalsockels samt dazugehörigen Mosaiks ausgesprochen. "Dass der Sockel des Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals in der Berliner Denkmalliste verzeichnet ist und ein Bodenmosaik besitzt, war allen Verfahrensbeteiligten von Anfang an bekannt", sagte Haspel dem Evangelischen Pressedienst. Deshalb sollte es erhalten und in die Gestaltung eines neuen Denkmals integriert werden. Gegen die Bebauung des Sockels durch das Einheits- und Freiheitsdenkmals in Form einer großen Wippe wird seit Tagen regelmäßig vor Ort protestiert.

Kunstausstellung für Hunde in New York

Bei der "Dogumenta" kommt die Kunst zum Hund

Eine eigens für Hunde konzipierte Kunstausstellung lockt an diesem Wochenende Hunderte Tiere samt ihren Herrchen und Frauchen nach Manhattan. Die dreitägige "Dogumenta" unter freiem Himmel bietet zehn Skulpturen und Installationen, die für Hunde reizvoll sein sollen. Die Idee zu der Ausstellung hatte Jessica Dawson, eine frühere Kunstkritikerin der Zeitung "The Washington Post". Sie sei von ihrem Rettungshund "Rocky" inspiriert worden, sagt Dawson. Die Organisatoren der Ausstellung, deren Name bewusst auf die Kasseler Documenta anspielt, sorgen für ausreichend zeitlichen Abstand zwischen den einzelnen tierischen Besuchern. Die Exponate sind strategisch günstig auf Augenhöhe für die Hunde platziert. Eines zeigt beispielsweise ein Sortiment von Hundekuchen und anderen Leckereien, von denen die Ausstellungsbesucher auch kosten dürfen. An einem anderen Exponat aus weißen Quadern mit dem Titel "Brunnen" können die vierbeinigen Kunstkritiker sich selbst ausdrücken und ihr Bein heben. Wo die Hunde markieren, erscheinen blaue Schlieren auf der weißen Fläche.

Stolperstein vor Dienstvilla des Bundespräsidenten?

Gutachten spricht vom "freiwilligen Verkauf" des Vorbesitzers

Das Bundespräsidialamt steht in einer Auseinandersetzung um die Dienstvilla des Bundespräsidenten in Berlin-Dahlem. Die Villa gehörte bis 1933 dem jüdischen Kunstperlenfabrikanten Hugo Heymann, der sie 1933 nach der Machtergreifung Hitlers offenbar unter Druck verkaufte, wie die "Bild"-Zeitung berichtete. Den Fall hatte demnach der Berliner Historiker Julien Reitzenstein aufgedeckt. Reitzenstein habe einen Stolperstein des Künstlers Gunter Demnig gestiftet, den er vor der Villa in Dahlem in den Boden einlassen wollte. Das Bundespräsidialamt ließ freilich ein Gutachten erstellen, das der Zeitung zufolge einen "freiwilligen" Verkauf des Gebäudes ausweist. Das Präsidialamt nahm am Samstag zur Berichterstattung der "Bild"-Zeitung Stellung, die von einer Ablehnung des Stolpersteins sprach: "Mit der Beauftragung des Gutachtens sollte nicht geklärt werden, ob Stolpersteine verlegt werden können oder nicht; diese Entscheidung obliegt nicht dem Bundespräsidialamt." Mit dem Gutachten liege aber nun eine differenzierte Untersuchung vor, die dem Präsidialamt als Grundlage für die Würdigung der Geschichte des Hauses und dem Gedenken an seine früheren Eigentümer dienen solle. Entscheider über eine Stolpersteinverlegung seien die zuständige Bezirksregierung und der Künstler Demnig.

"Der Spiegel": EU-Richtlinie bedroht Meissner Porzellan

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich will Ausnahmeklausel

Die geplante Verschärfung der Grenzwerte für Cadmium und Blei in der sogenannten EU-Keramikrichtlinie droht Porzellanmanufakturen wie Meissner Porzellan in ernsthafte Schwierigkeiten zu stürzen. Die Brüsseler Generaldirektion Gesundheit plant, die Keramikrichtlinie aus dem Jahr 1984 zu überarbeiten, unter anderem soll der Wert für Blei auf ein Vierhundertstel der bisherigen Obergrenze reduziert werden, berichtete das Magazin "Der Spiegel". Problematisch seien die neuen Grenzwerte für Unternehmen, in denen Motive und Verzierungen per Hand auf Teller, Tassen und Schüsseln aufgetragen werden, wie die sogenannten Königlichen Manufakturen Nymphenburg, KPM in Berlin sowie die Manufaktur in Meißen. Laut "Der Spiegel" warb Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) im Juni bei einem Treffen mit Kommissionschef Jean-Claude Juncker für eine Ausnahmeklausel für die Porzellanmanufakturen.

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