Seit 01:05 Uhr Tonart
 

Dienstag, 12.12.2017

Nachspiel | Beitrag vom 06.08.2017

FIFA-WM-Vergabe"Bedingt aus der Vergangenheit gelernt"

Tom Mustroph im Gespräch mit Thomas Jaedicke

Beitrag hören Podcast abonnieren
Auf einem großen Wandbild wird in Katar die Vergabe der WM 2022 an das Land gefeiert. (imago stock & people)
Auf einem großen Wandbild wird in Katar die Vergabe der WM 2022 an das Land gefeiert. (imago stock & people)

Nach den WM-Vergaben an Russland und Katar will die FIFA künftig mehr Gewicht auf die Einhaltung von Menschenrechten in den Kandidatenländern achten. Doch ob dieses Kriterium wirklich in den Bewerbungsdokumenten auftaucht, sei noch unsicher, sagt Tom Mustroph.

Nach den problematischen WM-Vergaben an Russland und Katar steht die FIFA unter Druck: was Korruption, Transparenz und nicht zuletzt die Achtung der Menschenrechte in den Ausrichterstaaten angeht.

"Sie können, glaube ich, nicht noch mal eine WM in dem Maße vergeben, wie sie sie nach Katar vergeben haben", sagt der Journalist Tom Mustroph. Am kommenden Freitag endet die Bewerbungsfrist für die WM 2026. Hat FIFA-Präsident Infantino aus den Desastern der Vergangenheit gelernt?

"Er hat bedingt daraus gelernt", so Mustroph im Deutschlandfunk Kultur. Wie sehr Menschenrechtskriterien wirklich in den Bewerbungsdokumenten auftauchen würden, sei derzeit jedoch noch unsicher.

"Das ist noch im Prozess"

"Es gibt einen sogenannten Menschenrechtsrat bei der FIFA, der aus unabhängigen Experten besteht und der Vorschläge gemacht hat, wie auch das Bewerbungsbuch neu aufgestellt werden sollte", sagt der Journalist. "Allerdings haben wir die Hinweise bekommen, dass die FIFA sich noch nicht final dazu geäußert hat. Also, die Vorschläge liegen jetzt bei der FIFA und müssen ins Bewerbungsbuch eingearbeitet werden, aber das ist noch im Prozess."

Letztlich werde es wohl vor allem darum gehen, frühzeitig zu erkennen, welche Risiken für Menschenrechtsverletzungen in den Bewerberländern bestünden. "Die FIFA muss bei den nächsten Vergaben darauf achten, dass Länder selber menschenrechtskompatibel werden, und es wird interessant sein zu beobachten, in welchen Schritten das dann umgesetzt wird. Aber der Druck von außen, von Menschenrechtsgruppen, von Gewerkschaften ist eben da."

Mehr zum Thema

Der schwere Kampf der Aktivisten - Die Verteidiger der Vielfalt im russischen Sport
(Deutschlandfunk Kultur, Nachspiel, 11.06.2017)

WM-Gastgeber Katar - "Noch ist Zeit für eine Neuvergabe"
(Deutschlandfunk, Sport am Wochenende, 05.06.2017)

Die FIFA und ihre Kritiker - Alles beim Alten
(Deutschlandfunk, Kommentare und Themen der Woche, 11.05.2017)

Nachspiel

Skaten und SurfenBraucht Olympia neue Sportarten?
Ein Skater fliegt auf einer Skate-Anlage in die Luft. (Unsplash/ Kirk Morales)

Das Internationale Olympische Komitee will sich jungen Sportarten öffnen. Deswegen dürfen unter anderem erstmals Skater und Surfer bei den Sommerspielen 2020 antreten. Doch viele Sportler fürchten negative Auswirkungen auf ihre Szene. Mehr

Hannover 96 unter Martin KindIch will meinen Verein zurück!
Ein gegen den Hannover-Präsidenten Martin Kind gerichtetes Fan-Transparent beim Spiel Hannover 96 gegen Eintracht Frankfurt. (dpa/Peter Steffen)

Für manche Fans ist Fußball mehr als ein Freizeitvergnügen. Bestimmte Spiele stehen für Lebensphasen, der Heimatverein stiftet auch in der Fremde Identität. Umso schmerzhafter ist es, ihn nicht mehr wiederzuerkennen. Unserem Autor geht es so mit Hannover 96.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur