Mittwoch, 22.11.2017

Konzert / Archiv | Beitrag vom 13.09.2017

Festival Muzyka w RajuTelemann im polnischen Paradies

Aufzeichnung aus dem Kloster Paradyż bei Świebodzin

Das KORE Orchester beim Festival Muzyka w Raju im Kloster Paradyz (Cezary Zych/Muzyka w Raju Festival)
Das KORE Orchester beim Festival Muzyka w Raju im Kloster Paradyz (Cezary Zych/Muzyka w Raju Festival)

Ganz dem Werk Georg Philipp Telemanns verpflichtet war das Auftaktkonzert des Festivals "Musik im Paradies" im gleichnamigen Kloster in Westpolen. Das Kore Orchester spielte unter Leitung von Aira Maria Lehtipuu.

In Polen ist es schon lang kein Geheimtipp mehr – das Festival "Muzyka w Raju" – Musik im Paradies. Schon architektonisch und landschaftlich trägt der Spielort zu Recht seinen Namen, dieses ehemalige Zisterzienserkloster Paradyż nördlich von Świebodzin in der westpolnischen Wojwodschaft Lubuskie, dem Lebuser Land.
Ein großer gepflegter Park und Nutzgarten mit Teichlandschaft und eine prächtige barocke Anlage geben der Musik einen sinnlichen Rahmen. Der Alte-Musik-Enthusiast Cezary Zych aus Zielona Góra hat hier in jahrelanger liebevoller Kleinarbeit eine Perle von Festival etabliert. In klösterlicher Intensität und musikalischer Weltgewandheit leben hier Sänger, Musiker und ihr Publikum in der Alten Musik aus allen historischen Epochen und Ländern Europas.
Das Klangerlebnis "im Paradies" ist an Dichte kaum zu überbieten – täglich gibt es zwei bis drei Konzerte in der Klosterkirche. Die Menschen strömen täglich hinzu und folgen geschlagene vier bis fünf Stunden exzellenten Aufführungen mit groß besetzter weltlicher und geistlicher Musik bis hin zu intimen Gamben- oder Gesangsrezitalen.
Künstler wie der Blockflötist Alexis Kossenko und sein renommiertes Ensembles "Les Ambassadeurs" wurden hier entdeckt und gefördert. Beinahe im Jahresrhythmus kreiert Cezary Zych neue Festivalensembles – "The Ground Floor" in den vergangenen Jahren und seit 2016 nun das "Kore Orchester". Das ist ein besonders dynamisches Orchester um die Cembalistin Joanna Boślak-Górniok. Es hat sich binnen Monaten in Polen als gefragtes Spezialensemble etabliert, vor allem mit der Musik Georg Philipp Telemanns. Den betrachtet man in der Wojwodschaft Lubuskie als "nasz Telemann", als unseren Telemann, denn der Komponist verbrachte prägende Jugendjahre im Schloss Żary, dem damaligen Sorau. Von Sorau aus reiste Telemann auch ins oberschlesische Pszczyna. Die Inspirationen aus der polnischen Musik haben ihn nach eigenen Angaben ein Leben lang begleitet. Davon legen nicht zuletzt seine "polnischen Konzerte" Zeugnis ab.
Unser Konzertabend bietet das Auftaktkonzert mit dem Kore Orchester und den Solistinnen Jesenka Balic Zunic, Aira Maria Lehtipuu und Joanna Boślak-Górniok mit einem reinen Telemann-Programm. Außerdem ist Festivalleiter Cezary Zych im Gespräch zu erleben.

Musik im Paradies
Kloster Paradyż bei Świebodzin
Aufzeichnung vom 18. August 2017

Georg Philipp Telemann
Concert polski B-Dur TWV 43:B3
Concert à 4 D-Dur TWV 43:D4
Ouvertüre B-Dur "Ouverture burlesque” TWV 55:B8
Concert polski G-Dur TWV 43:G7
Konzert G-Dur für Viola und Streicher TWV 51:G9
Suite B-Dur "Völker-Ouvertüre” TWV 55:B5

Kore Orchester
Jesenka Balic Zunic, Viola
Aira Maria Lehtipuu, Violine und Leitung
Joanna Boślak-Górniok, Cembalo und Leitung

Konzert

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