Seit 13:05 Uhr Länderreport
 

Mittwoch, 22.11.2017

Kulturnachrichten

Dienstag, 14. November 2017

Experten rekonstruieren zerstörtes Magritte-Gemälde

Künstler hatte sein Bild "La Pose echantée" selbst zerschnitten und übermalt

Belgische Kunstexperten haben ein zerstörtes und verschollenes Bild von René Magritte virtuell rekonstruiert. Unter dem Bild "Dieu n'est pas un saint" (Gott ist kein Heiliger) aus dem Jahr 1935 wurde das letzte noch fehlende Teil des Gemäldes "La Pose echantée" (Die erfreute Haltung) entdeckt. Offenbar hatte der Künstler das Bild aus dem Jahr 1927 selbst zerschnitten und übermalt. Mit der Entdeckung des vierten und letzten Fragments des Gemäldes im Magritte-Museum ist das Rätsel um "La Pose echantée", die doppelte Abbildung einer nackten Frau, nun aufgeklärt: In Magrittes Werkkatalog ist das Gemälde aufgeführt. Seit 1932 gilt das Werk aber als verschollen, bekannt ist lediglich ein Schwarz-Weiß-Foto aus seiner Entstehungszeit. Wissenschaftler der Universität in Lüttich fanden nun heraus, dass Magritte das großformatige Bild im Jahr 1935 selbst zerstückelte und die Leinwand für vier kleinere Gemälde nutzte.

Kölner Museumsdirektor Kraus ausgezeichnet

Friedlieb Ferdinand Runge Preises ehrt unkonventionelle Kunstvermittlung

Stefan Kraus, der Direktor des erzbischöflichen Kunstmuseums Kolumba in Köln, ist neuer Träger des Berliner Friedlieb Ferdinand Runge Preises für unkonventionelle Kunstvermittlung. Sein Haus sei ein Ort der Kunst, der ganz auf die Gegenwart von Werken und ihre konzentrierte Wahrnehmung vertraue, erklärte Juror Matthias Flügge. "Dass das Kolumba auf Spektakel und hohe Besucherzahlen erheischende Events ebenso verzichtet wie auf Audioguides und Texttafeln, resultiert aus dieser Haltung." Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert. Sie wird alle zwei Jahre von der Stiftung Preußische Seehandlung zusammen mit der Berlinischen Galerie vergeben.

Gespaltene Meinungen zu Barbie mit Hidschab

Der Hersteller kündigt den Erstverkauft für den Herbst 2018 an

Ihr Vorbild ist amerikanisch: Das hat der Spielzeughersteller Mattel erklärt, als er das Barbiepuppen-Modell mit dem islamischen Kopftuch der Öffentlichkeit vorstellte, das das Gesicht frei lässt. Vorbild sei die Säbelfechterin Ibtihaj Muhammad, die bei den Olympischen Spielen in Rio als erste mit einem Hidschab antrat. Erste Reaktionen sind gemischt: So lobte die Islamlehrerin Lamya Kaddor: "Mattel wurde früher dafür kritisiert, lediglich blonde, halbnackte, große, dünne Barbies anzubieten, jetzt werden sie vielfältiger und es ist immer noch nicht gut". Der Psychologe Ahmad Mansour warnte hingegen: Das Kopftuch "soll sexuell erregende Reize verdecken. Wenn Kindern demonstriert wird, dass dies normal sei, macht man sie erst recht zu einem Sexobjekt".

Rekord: 300 deutsche Restaurants mit Stern geehrt

Guide Michelin würdigt deutsche Köche

Die Zahl der Restaurants mit Michelin-Sternen ist in Deutschland auf eine neue Bestmarke gestiegen. Die Deutschland-Ausgabe 2018 des Gastronomieführers zeichnet 300 Restaurants - und damit mehr als je zuvor - mit Sternen für die Koch- und Präsentationskunst der Häuser aus. Michael Ellis, internationaler Direktor des Restaurantführers, bescheinigte der Gourmet-Szene eine "große Dynamik" und weiter steigende Qualität. Deutschland gehöre im internationalen Vergleich zu einem der Top-Standorte für hochklassige Küche, sagte er Ellis anlässlich der Sterne-Gala in Potsdam-Babelsberg. Das Besondere in diesem Jahr: Das Land Sachsen-Anhalt kann sich nach langen Jahren ohne ein Sterne-Restaurant wieder über ein Haus freuen, dass die Michelin-Tester für Sterne-würdig ansehen: Das Restaurant "Zeitwerk" von Koch Robin Pietsch in Wernigerode (Kreis Harz).

Amazon kauft TV-Rechte an "Der Herr der Ringe"

Medien-Konzern kündigt "eine neue epische Reise nach Mittelerde" an

Fans des Tolkien-Romans "Herr der Ringe" können sich auf eine gleichnamige Serie freuen. Der Medienkonzern Amazon hat sich dafür die weltweiten TV-Rechte gesichert. Er wird die Produktion in seinem Streamingdienst Amazon Prime zeigen. In einer Pressemeldung bestätigte das Unternehmen entsprechende Gerüchte und kündigte an, die Fans "auf eine neue epische Reise nach Mittelerde zu führen". So will Amazon an den Kino-Erfolg der Herr-der-Ringe-Verfilmung anknüpfen. Die Trilogie spielte weltweit fast sechs Milliarden Dollar ein.

New Yorker Herbstauktionen rekordverdächtig

Die Kunst-Versteigerungen enden am Donnerstag

"Laboureur dans un champ" von Vincent van Gogh: Nach Angaben des Auktionshauses Christie brachte das Bild 20 Millionen Dollar mehr ein als erwartet - nämlich mehr als 81 Millionen Dollar. Auch das Gemälde "Contraste de formes" von Fernand Leger erzielte mit rund 70 Millionen Dollar einen neuen Auktionsrekord für den französischen Künstler. Auch wenn Emil Nolde in den USA in einer ganz anderen Preisliga spielt: Der Käufer seiner "Indischen Tänzerin" legte über 5 Millionen Dollar auf den Tisch - mit der Hälfte war gerechnet worden. Mit besonderer Spannung wird am Mittwochabend die Versteigerung von "Salvator Mundi" erwartet, das als letztes bekanntes Werk von Leonardo Da Vinci in Privatbesitz gilt und rund 100 Millionen Dollar einbringen soll.

Fahndungsspur zu gestohlener Goldmünze aus Bodemuseum

Die Berliner Behörden bestätigen Medienberichte

Der Versuch unbekannter Täter, Goldspuren in einem von der Polizei sichergestellten Auto zu beseitigen, ist laut Berliner Staatsanwaltschaft gescheitert. Ein Sprecher bestätigte, dass die Untersuchung des Autos Verbindungen zum Diebstahl einer 100 Kilogramm schweren Münze mit einem reinen Goldwert von 3,7 Millionen Euro ergeben hätte. Die kanadische "Maple Leaf" war Ende März aus dem Bode-Museum gestohlen worden. Sie war Leihgabe eines Privatsammlers. Das Auto sei nach einem illegalen Rennen sichergestellt worden. Der Sprecher räumte ein, dass sich Unbekannte Zutritt zum Sicherstellungsgelände der Polizei verschafften und Feuerlöschschaum in dem Auto versprühten hatten.

Wiener Dramaturgin Ulrike Zemme gestorben

Sie verstarb nach kurzer Krankheit mit 61 Jahren

Auf ihren Übersetzungen aus dem Russischen fußten Inszenierungen von Jürgen Goschen bis Peter Zadek. Die Chefdramaturgin des Theaters in der Josefstadt, Ulrike Zemme, ist verstorben. Seit 1988 an dieser Bühne, war Zemme 2006 auf den Posten berufen worden. "Sie war wesentlich am Weg der Josefstadt zu einem Ur- und Erstaufführungstheater beteiligt", schreibt Intendant Herbert Föttinger. Ulrike Zemme verstarb während der Endproben zu "Professor Bernhardi".

Vorab-Glückwünsche zu Daniel Barenboims Geburtstag

Morgen wird er 75 Jahre alt

"Meine guten Wünsche gelten einem großen Musiker und einem mutigen Staats- und Weltbürger": So würdigt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einem Glückwunschschreiben den Dirigenten, Pianisten und Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper, Daniel Barenboim. Das von ihm 1999 initiierte internationale Musikprojekt "West-Östlicher Diwan" ist laut Steinmeier ein "politisches und künstlerisches Wunder". Kulturstaatsministerin Monika Grütters unterstrich, Barenboims Ehrenbürgerschaft der palästinensischen Autonomiebehörde zeige die verbindenden und verändernde Kraft seines musikalischen Wirkens. Als Nachfahre russischer Juden in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires geboren, übersiedelte Barenboim 1952 mit seiner Familie nach Israel. Für sein Engagement erhielt er zahlreiche Ehrungen.

"Sámi Blood" gewinnt Lux-Filmpreis

Die Auszeichnung wird vom Europa-Parlament vergeben

Die skandinavische Koproduktion von Amanda Kernell über ein selbstbewusstes Mädchen der indigenen Samen ist in Straßburg mit dem Lux prämiert worden. Der Preis "hat eine Vorreiterrolle bei der Förderung des Kinos 'Made in Europe'", erklärte Parlamentspräsident Antonio Tajani. Die Auszeichnung wird seit 2007 für Filme vergeben, die nach Auffassung des Stifter die soziale und politische Debatte in Europa bereichern und zur Stärkung einer europäischen Identität beitragen. Das Europaparlament unterstützt den Gewinnerfilm beim internationalen Vertrieb. Im Finale war auch der Film "Western" von Valeska Grisebach.

"Monopol" kürt Anne Imhof zur wichtigsten Künstlerin 2017

Deutsche Presseagentur veröffentlicht erste Plätze des jährlichen Rankings

Die Gewinnerin des Goldenen Löwen von Venedig, die 1978 in Frankfurt geborene Performancekünstlerin Anne Imhof, habe in diesem Jahr einen "kometenhaften Aufstieg" erlebt. Deshalb steht sie in diesem Jahr für das Kunstmagazin "Monopol" unstrittig auf der ersten Position der seit 2004 herausgegebenen Top-100-Liste der wichtigsten Künstler, die - so die Redaktion - "radikal subjektiv" sei. Platz 2 folgt die Bilderplattform "Instagram". 3 belegt der Meldung zufolge der Fotograf Wolfgang Tillmans und den vierten die künftige Leiterin des Frankfurter Museums für Moderne Kunst, Susanne Pfeffer. Marc Spiegler, Direktor der Art Basel ist ebenso unter den ersten acht wie Hito Steyerl, die Anfang des Monats vom britischen Kunstmagazin "ArtReview" zur wichtigsten Kunstschaffenden weltweit gekürt worden war.

Til Schweiger muss wegen Facebook-Post vor Gericht

Der Schauspieler hatte eine persönliche Nachricht veröffentlicht

Nach der Bundestagswahl war Til Schweiger gefragt worden, ob er sein Versprechen wahrmache und wegen des Einzugs der AfD in den Bundestag Deutschland nun verlasse. Der 54-jährige hatte diesen Post und seine Antwort in die Welt geschickt: „hey schnuffi...! date!? nur wir beide!?“ Das zuständige Gericht hat wegen der Klage der Frau auf Verletzung des Persönlichkeitsrechts und der Unterlassung auch das persönliche Erscheinen des Angeklagten angeordnet. Verhandlungstermin ist der 17. November.

Constanze Neumann wird Verlagschefin

Sie verantwortet ab 1. Dezember die Literatur bei Aufbau und Blumenbar

"Mit der Kompetenz und internationalen Vernetzung wird das Leitungsteam noch stärker." So hat Matthias Kosch, geschäftsführender Gesellschafter von Aufbau, den Neuzugang vorgestellt. Constanze Neumann, vor ihrer Tätigkeit als freie Agentin Cheflektorin bei Hoffmann und Campe und S. Fischer, wird nun als Chefin die Literatur auch von Blumenbar verantworten. Franziska Günther übernimmt als Mitglied der Geschäftsleitung die Leitung Sachbuch bei allen Aufbau Verlagsmarken.

"Vanity Fair" bekommt Chefredakteurin

Nach Angaben von Condé Nast übernimmt Radhika Jones den Posten

Es ist ein prestigeträchtiges US-Printmedium: Das vor 114 Jahren zum ersten Mal in den USA erschienen Magazin mit politischen Reportagen und Gesellschaftsanalysen. Die Journalistin Radhika Jones wird nach 25 Jahren Chefredakteur Graydon Carter bei "Vanity Fair" ablösen. Die 44-jährige leitet derzeit das Literaturressort der "New York Times".

Deutscher Hörbuchpreis für Eva Matthes

Die Schauspielerin erhält einen Sonderpreis

Sie sei nicht nur eine der profiliertesten deutschsprachigen Schauspielerinnen, sondern auch eine der großen Meisterinnen des Lesens: So hat der Verein Deutscher Hörbuchpreis ihre Wahl begründet. Mit ihrer Musikalität und Intuition sowie einem klaren Blick für das Verborgene wende sie sich den Stoffen zu, hieß es zur Würdigung der Preisträgerin: "Sie schafft Strukturen, ergründet die Tiefe auch vermeintlich bekannter Texte und erschließt schwierige Figuren, ihre Stimme gibt dem Text Klang und den Figuren einen Körper." Der Preis wird Eva Mattes am 16. März in Köln überreicht. Sie spielte unter Rainer Werner Fassbinder und Peter Zadek. Vier Jahre lang war sie die "Tatort"-Kommissarin in Konstanz.

Guernica online

Ein Angebot des Museums Reina Sofía in Madrid

Mehr als 2000 Dokumente zum legendären Antikriegsbild von Pablo Picasso: Zu finden auf der neuen interaktiven Website "Repensando Guernica" (Guernica neu überdenken). Texte, Manuskripte und Briefe, Dokumente, Kataloge und Plakate sowie Ton- und Filmaufnahmen sind in der digitalen Bibliothek über "Guernica" zu finden. Zusammengetragen wurde das Material aus rund 120 privaten und staatlichen Sammlungen und Archiven, aus Bibliotheken, Institutionen und Kunsthäusern aus aller Welt, darunter aus dem Museé Picasso, dem Centre Pompidou in Paris und dem Archivo Histórico Nacional in Madrid. Das 27 Quadratmeter große Bild entstand nach dem Angriff der deutschen Wehrmacht während des spanischen Bürgerkriegs am 26. April 1937.

WJC fordert von Deutscher Bahn Geschichtstransparenz

Ein Zug mit dem Name von Anne Frank reiche nicht

Der Jüdische Weltkongress möchte, dass über die Rolle der Reichsbahn bei der Deportation der Juden im Zweiten Weltkrieg gesondert informiert wird. Die Öffentlichkeit könne über Anmerkungen auf Fahrplänen oder separaten Informationsblättern darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass Anne Frank in einem Zug der Reichsbahn nach Auschwitz deportiert wurde. Mit dieser schriftlichen Aufforderung reagierte WJC-Präsident Ronald S. Lauder auf die Ankündigung von Deutsche-Bahn-Chef Richard Lutz, einen Zug nach Anne Frank zu benennen. Man dürfe das junge Holocaust-Opfer "nicht einfach als große Deutsche ehren", so Lauder. Die Benennung stehe vielmehr für das Schicksal von sechs Millionen Juden, die während der Nazi-Zeit ermordet wurden.

Nestroy-Preis für Joansson und Meyerhoff

Die Auszeichnung umfasst 13 Kategorien

Der Preis für die beste Regie ging in diesem Jahr an Elmar Goerden für das Stück "Die Verdammten" nach Viscontis Kinoklassiker. Als beste Schauspielerin erhielt Andrea Jonasson ausgezeichnet, als bester Schauspieler Joachim Meyerhoff. Ulrich Rasche schaffte mit seiner Interpretation von Schillers "Räuber" am Münchner Residenztheater die beste deutschsprachige Aufführung. Die Theaterlegende Kirsten Dene wurde für ihr Lebenswerk geehrt. Die 74-jährige ließ in "Erinnerungen an große Theatererlebnisse schwelgen, die eine seltsame Magie auslösten und die unergründlichsten Frauenfiguren nahebrachten", so die Jury.

Uni spricht Bogdan Roščić vom Vorwurf des Plagiats frei

Der designierte Chef der Wiener Staatsoper behält seinen Doktortitel

In seiner Dissertation vorhandene Textgleichheiten mit einer anderen wissenschaftlichen Arbeit seien "weder in quantitativer noch in qualitativer Hinsicht für die Arbeit relevant". Mit diesem Satz hat die Universität Wien die im März eingegangene Plagiatsanzeige gegen Bogdan Roščić zurückgewiesen. Die Prüfung des Textes über die Gesellschaftstheorie von Adorno hatten externe Gutachter durchgeführt.

Kulturnachrichten hören

November 2017
MO DI MI DO FR SA SO
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 1 2 3

Fazit

Lagos BiennaleKulturelle Zwänge hinter sich lassen
Eine Perfomance des Künstlers Tito Aderemi-Ibitola (Hakeem Jimo)

Auf dem Gelände eines Eisenbahnschuppens für Dampflokomotiven im nigerianischen Lagos findet die erste Kunst-Biennale Lagos statt. 37 Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt zeigen ihre sehr politischen und gesellschaftkritischen Werke.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

Diebesgut in Berlin sichergestelltJohn Lennons Brille wiedergefunden
John Lennons Brille  (picture alliance/dpa/Foto: Maurizio Gambarini)

Über Jahre galten private Gegenstände von John Lennon, die einst aus seiner New Yorker Wohnung gestohlen wurden, als verschollen. Jetzt ist das Diebesgut in Berlin sichergestellt worden. Am Dienstag präsentierte die Polizei Brillen, Notenblätter und Tagebücher des ehemaligen Beatles-Sängers. Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur