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Freitag, 17.11.2017

Kulturnachrichten

Dienstag, 15. November 2016

Experten: Ältester Textdruck von "Stille Nacht" entdeckt

Weltweit beliebtestes Weihnachtslied

In einem Wiener Antiquariat ist ein bisher unbekannter Druck mit dem Text des Weihnachtslied-Klassikers "Stille Nacht" aufgetaucht. Das teilte die Salzburger "Stille Nacht Gesellschaft" mit. Dabei dürfte es sich um den "frühesten bekannten Textdruck des Liedes" handeln, so Michael Neureiter, Präsident der Gesellschaft. Auf dem Titelblatt der Flugschrift "Vier schöne neue Weihnachtslieder" sei auch "Das Vierte: Stille Nacht, heilige Nacht, alles schläft, etc." angekündigt. Dort sei auch ein Hinweis auf die Entstehungszeit zu finden: "Steyr, gedruckt und zu haben bei Joseph Greis." Greis sei zu Beginn des 19. Jahrhunderts Setzer in einer Buchdruckerei in Steyr und ab 1827 auch Inhaber der ersten Buchhandlung in der oberösterreichischen Stadt gewesen; er starb 1835. Die mit keiner Jahreszahl versehene Flugschrift sei somit in zeitlicher Nähe zum 1816 entstandenen Gedicht des Hilfspfarrers Joseph Mohr entstanden. Dieses war in der Vertonung des Dorfschullehrers und Organisten Franz Xaver Gruber erstmals am Heiligen Abend 1818 in der Kirche Sankt Nikola in Oberndorf bei Salzburg erklungen und wurde in der Folge zum weltweit beliebtesten Weihnachtslied "Stille Nacht, heilige Nacht".

Museum: Angebliche Van-Gogh-Skizzen sind Imitationen

Experte stufte die 65 Zeichnungen schon vor Jahren als nicht authentisch ein

Die angeblich neu entdeckte 65 Skizzen von Vincent van Gogh sind nach Ansicht des Amsterdamer Van Gogh Museums Imitationen. Ein in Paris präsentiertes Buch enthalte keine Zeichnungen des niederländischen Malers, erklärte das Museum. Experten hätten die Skizzen bereits vor Jahren zweifelsfrei als Imitationen seines Stils bewertet. Sie seien "monoton, unbeholfen und kraftlos". Ein französischer Verlag hatte das Buch zu einem angeblich "verlorenen Skizzenbuch aus Arles" präsentiert, das 65 Zeichnungen van Goghs aus den Jahren 1888 bis 1890 in der südfranzösischen Provence enthalten soll. Doch die Experten des Amsterdamer Museums hatten bereits 2008 und 2013 geurteilt, dass sie nicht authentisch sind. Unter anderem stellten sie fest, dass der Zeichner braune Tinte benutzt hatte, während van Gogh damals mit schwarzer und manchmal lilafarbener Tinte gearbeitet hatte. Dem Museum zufolge stimmten auch Papierart und Darstellung der Motive nicht. Die Angaben des Verlags bezeichnete das Museum als "sehr unwahrscheinlich".

Gema-Urteil schockt Musikverlage

Verband fordert gesetzliche Regelung durch den Bundestag

Mit "blankem Entsetzen" haben die Musikverleger die Entscheidung des Kammergerichts Berlin zur Kenntnis genommen. Das teilte der Deutsche Musikverleger-Verband auf seiner Webseite mit. Laut dem Urteil darf die GEMA die Verlage künftig nicht mehr an den Einnahmen aus den Urheberrechtsabgaben beteiligen. Das  BGH-Urteil zeige die Notwendigkeit, die Verlegerbeteiligung gesetzlich zu regeln, so der Musikverlegerverband. Der Verband appelliert daher an den Bundestag, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Die deutschen Musikverleger seien von dem Urteil schockiert, in höchster Alarmbereitschaft und fürchteten um ihre Existenz.
 

Früherer "FR"-Chefredakteur gestorben

Werner Holzer wurde 90 Jahre alt

Werner Holzer, der langjährige Chefredakteur der "Frankfurter Rundschau" (FR), ist tot. Er starb am Montag im Alter von 90 Jahren, wie die Chefredaktion der Zeitung bestätigte. Der im pfälzischen Zweibrücken geborene Holzer arbeitete nach einem Geschichts- und Philosophiestudium unter anderem beim "Mannheimer Morgen" und bei der "Süddeutschen Zeitung". 1953 ging er zur "FR". Von 1973 bis zu seiner Pensionierung Ende 1991 war Holzer ihr Chefredakteur. Für seine Berichte aus Amerika wurde er mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet.

Neuer RBB-Programmdirektor

Jan Schulte-Kellinghaus soll Claudia Nothelle ablösen

Jan Schulte-Kellinghaus (47), bisher unter anderem für das Vorabendprogramm des NDR-Fernsehens verantwortlich, soll neuer Programmdirektor beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) werden. Intendantin Patricia Schlesinger habe ihn dem RBB-Rundfunkrat als Nachfolger von Claudia Nothelle vorgeschlagen, sagte ein RBB-Sprecher. Nothelle verlässt den RBB auf eigenen Wunsch zum Jahresende. Über Schlesingers Personalvorschlag könnte der Rundfunkrat bereits am 1. Dezember abstimmen. Schulte-Kellinghaus machte in seiner Karriere Station beim Landesstudio Thüringen und dem Boulevardmagazin "Hallo Deutschland" im ZDF. Ab 2000 leitete er die NDR-Talkredaktion in Hamburg und die Unterhaltungsredaktion. Seit 2010 auch Geschäftsführer der ARD-Koordination Vorabend.

Underground-Pionier David Mancuso ist tot

New Yorker DJ prägte die Clubkultur

Der DJ und Underground-Pionier David Mancuso ist tot. Das meldete der Chef der Plattenfirma Kid Recordings, Craig Shifty, auf Facebook. Vor allem mit der Partyreihe "The Loft" hat sich der New Yorker DJ in die Geschichte der Partyszene eingeschrieben. Seit 1970 organisierte Mancuso in seiner eigenen Wohnung Partys, die erste hieß "Love save the day". Loft-Partys waren berühmt für ihre perfekte Akustik und erlangten in der Musikszene schnell Kultstatus. Zahlreiche Clubs wie etwa "Paradise Garage" oder "The Gallery" nahmen sich "The Loft" zum Vorbild, 2005 wurde David Mancuso in die Dance Music Hall of Fame aufgenommen. "David war mehr als nur eine wegweisende, einflussreiche und undefinierbare Figur in der Entwicklung des DJing und der New Yorker Untergrund-Klubkultur", schrieb Shifty auf Facebook: "Er hinterließ der Welt ein anhaltendes, pulsierendes Vermächtnis, das unzählige Generationen von Musikliebhabern und Klubgängern inspiriert."

Museum Abteiberg zum "Museum des Jahres" gekürt

Auszeichnung der Kunstkritiker ist undotiert

Das Städtische Museum Abteiberg in Mönchengladbach ist von der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes AICA zum Museum des Jahres 2016 gewählt worden. "Hervorragende Sammlungsbestände" internationaler Kunst vor allem seit den 1960er Jahren, eine "inhaltlich fundierte Zusammenarbeit mit bedeutenden Privatsammlungen" sowie kontinuierlich hochkarätige Ausstellungen machten das Haus zu "einer der führenden Adressen für Gegenwartskunst in Deutschland", begründete der Verband seine Wahl. Als Museum des Jahres wurden unter anderem schon das Kunstmuseum Ravensburg, das Marta Herford, das Kolumba Museum des Erzbistums Köln und das Frankfurter Städel geehrt.

Millionenerbe für Museum Folkwang in Essen

Neue Kunstankäufe sind jetzt möglich

Das Museum Folkwang in Essen hat ein Millionenvermögen an Gemälden, Immobilien und Wertpapieren geerbt und kann neue Kunst ankaufen. Der Nachlass eines Essener Ehepaares komme dem Museum in vollem Umfang zugute, teilte der Folkwang-Museumsverein mit. Zuvor hatte die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" darüber berichtet. Schon seit 2001 hatte das Museum sieben hochkarätige expressionistische Gemälde aus der Sammlung des Essener Ehepaars Walter und Liselotte Griese übertragen bekommen. Mit dem Tod der Witwe im April sei auch eine Sammlung von expressionistischen Papierarbeiten an das Folkwang gegangen, sagte der Vorsitzende des Museumsvereins, Ulrich Blank, auf Anfrage. Aus der Liquidation der Immobilien und Wertpapiere stehe zudem jetzt ein Betrag im mittleren einstelligen Millionenbereich für neue Ankäufe zur Verfügung.

Gerhard Richter: Willkommenskultur ist "verlogen"

Maler kritisiert Merkel und Gauck

Deutschlands bedeutendster Künstler Gerhard Richter (84) hat das Vorgehen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck in der Flüchtlingskrise kritisiert. "Zum Beispiel die Parole von der Willkommenskultur, die wir eingeführt haben mit unserem Präsidenten. Die ist so verlogen", sagte Richter im Interview des dänischen Louisiana-Museums nahe Kopenhagen. Das sei unnatürlich. "Ich habe nie was gegen Ausländer gehabt, aber wenn mir gesagt wird, du musst jetzt alle willkommen heißen, dann ist das gelogen", sagte Richter. Er lade nur Menschen zum Essen ein, die er kenne, egal, welcher Nationalität sie angehörten. Zu sagen "Wir schaffen das", seien "keine Wörter". Das Interview, das am Dienstag auf dem Videokanal des Museums veröffentlicht wurde, hatte Louisiana-Kurator Anders Kold im September mit Richter in dessen Studio in Köln geführt.

Bayerischer Ehren-Buchpreis für Ruth Klüger

Holocaust Überlebende wird für ihr Lebenswerk ausgezeichnet

Die Autorin und Holocaust-Überlebende Ruth Klüger bekommt in diesem Jahr den Bayerischen Ehren-Buchpreis. Die 85jährige wird für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. "Ruth Klügers Bücher sind eine eindringliche Mahnung zu Verantwortung, Menschlichkeit und wacher Aufmerksamkeit in allen Bereichen des sozialen und politischen Lebens", begründete Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die Wahl. Klüger soll den Ehrenpreis am 1. Dezember in der Allerheiligen-Hofkirche entgegennehmen. Ehrenpreisträgerinnen der vergangenen Jahre waren die Autorin Cornelia Funke und die Literaturwissenschaftlerin Silvia Bovenschen.

Munch-Meisterwerk erzielt 50 Millionen Euro

Sotheby's verkauft Gemälde des norwegischen Expressionisten

Ein Meisterwerk von Edvard Munch ist in New York für umgerechnet rund 50 Millionen Euro versteigert worden. Das Bild "Mädchen auf der Brücke" war bereits vor zwanzig Jahren für rund sieben Millionen Euro und dann 2008 noch einmal für etwa 30 Millionen verkauft worden. Beide Male war damit ein Verkaufsrekord für ein Werk von Munch aufgestellt worden.

GEMA darf keine Einnahmen an Musikverlage ausschütten

Auswirkungen des Urteils auf die Musikbranche offen

Musikverlage haben nach einem Urteil des Berliner Kammergerichts kein Recht, ohne weiteres an den Einnahmen aus Urheberrechten von Komponisten und Textern beteiligt zu werden. Im Streit mit der GEMA gab das Gericht dem Piratenpolitiker und Musiker Bruno Kramm und seinem Bandkollegen Stefan Ackermann überwiegend Recht. Die Verwertungsgesellschaft dürfe im vorliegenden Fall nicht mehr einen Teil der Tantiemen an die Verlage ausschütten, sagte eine Gerichtssprecherin. Das Urteil erfolgte in letzter Instanz. Ob ein Revisionsantrag vor dem Bundesgerichtshof (BGH) zulässig ist, soll aus der schriftlichen Urteilsbegründung hervorgehen. Welche Auswirkungen das Urteil auf die Musikbranche haben wird, ist offen. Die GEMA muss zunächst ihre Einkünfte rückwirkend bis zum Jahr 2010 offenlegen. Danach soll geklärt werden, wieviel Geld sie zurückzahlen muss. Laut Piraten handelt es sich um einen Millionenbetrag. Mit dem Urteil werde das BGH-Urteil zur Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) vom April für die Musikbranche fortgeschrieben, sagte die Gerichtssprecherin weiter. Die Verlage erhalten bisher etwa 40 Prozent der GEMA-Einnahmen.

Armin Petras beendet seinen Vertrag vorzeitig

Aus familiären Gründen

Intendant Armin Petras beendet überraschend sein Engagement am Stuttgarter Schauspiel vorzeitig. Für den Ausstieg zum August 2018 gebe es familiäre Gründe, teilte das Kunstministerium in Stuttgart mit. Kunstministerin Theresia Bauer und der Verwaltungsratschef der Württembergischen Staatstheater und Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn betonten: "Wir bedauern die Entscheidung von Armin Petras, respektieren aber seine Beweggründe." Vor einem Jahr hatte Petras seinen Vertrag noch vorzeitig bis mindestens 2021 verlängert.

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