Seit 01:05 Uhr Tonart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 01:05 Uhr Tonart
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 08.12.2010

"Etwas, was uns auch zusammenbringt"

Kuratorin Santiago über das Filmfestival "Première Brasil" in Berlin

Ilda Santiago im Gespräch mit Gabi Wuttke

Podcast abonnieren
Das "Première Brasil" findet im Haus der Kulturen der Welt in Berlin statt. (AP)
Das "Première Brasil" findet im Haus der Kulturen der Welt in Berlin statt. (AP)

Das Filmfestival Première Brasil zeigt im Haus der Kulturen der Welt in Berlin die interessantesten und erfolgreichsten Neuproduktionen aus Brasilien. Sie suche nach "Verbindungspunkten" zwischen beiden Ländern, sagt Kuratorin Ilda Santiago.

Gabi Wuttke: Viele Regisseure haben Sie nach Berlin begleitet (…). Hat der brasilianische Film in Europa eigentlich mehr als ein Fuß in der Tür?

Ilda Santiago: Ich hoffe es wirklich, aber ich sage Ihnen ganz ehrlich: Ich wünschte mir auch, dass das deutsche Kino einen größeren Platz auf brasilianischen Leinwänden finden würde. Das ist ja das Problem von Filmen heutzutage, dass sie nicht immer genug reisen, dass sie weltweit nicht genug gezeigt werden. Also das mit dem Produzieren ist gar nicht so sehr das größte Problem. Die Filme werden ja produziert, aber dann werden sie einfach zu selten gezeigt, und ich finde das so schade. Wenn ich mir das Weltkino anschaue und wie wenig Platz dieses Weltkino letztendlich in den brasilianischen Kinos findet.

Und dann ist es natürlich auch so, dass wenn ich mir die Frage stelle, wenn ich die Auswahl der brasilianischen Filme mache. Welche brasilianischen Filme könnte man hier in Berlin zeigen? Natürlich gibt es die Berlinale. Da werden brasilianische Filme gezeigt, aber danach verschwinden die oft auch wieder, und dann ist es auch so, dass wir vieles gemeinsam haben. Deutsche Filme, die in Brasilien gezeigt werden wollen. Brasilianische Filme, die in Deutschland gezeigt werden wollen. Und ich suche sozusagen nach Verbindungspunkten. Etwas, was uns auch zusammenbringt. Und dann suche ich auch Filme aus und frage mich: Was möchte denn das deutsche Publikum eventuell sehen?

Und sage mir dann auch wieder : Ich möchte nicht, dass hier nur Stereotype bedient werden. Einer dieser Stereotypen, der eben das brasilianische Kino oft auszeichnet, das ist eben der Stereotyp der Gewalt. Also, da versuche ich dann auch andere Filme zu zeigen. Und deswegen suche ich nach Filmen, die unsere beiden Kulturen miteinander verbinden. Es gibt jetzt zwischen Brasilien und Deutschland so ein Koproduktionsabkommen. Und das ist eben auch sehr wichtig, da auch Filme zu finden, wo sich dann auch deutsche und brasilianische Produzenten finden.


Das vollständige Gespräch mit Ilda Santiago können Sie bis zum 9.5.2011 als
[url=http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/08/drk_20101208_1919_8c62bfe5.mp3
title="MP3-Audio" target="_blank"]MP3-Audio[/url] in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

Kulturpresseschau

weitere Beiträge

Fazit

Netflix-Serie "Berlin-Station"Der Kulturattaché ist ein Spion
US-Botschaft in Berlin mit amerikanischer Fahne. (JOHN MACDOUGALL / AFP)

Berlin als Zentrum der Spionage: Das gab es schon in der US-Serie "Homeland". Doch wo diese auf Abziehbilder setzt, ist die Netflix-Serie "Berlin-Station" um realistischere Bilder bemüht. Ein Zeichen dafür, dass die Macher den europäischen Geschmack treffen wollten.Mehr

Design von Nachrichten"Ein Raum, der unerklärlich ist"
Journalisten arbeiten in Doha, der Hauptstadt von Katar, in einem Newsroom des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira.  (picture alliance / dpa / Tim Brakemeier)

Weltweit stehen Fernsehsender bei ihnen Schlange: Stewart und Masha Veech sind Nachrichtendesigner. Das Vorzeigeobjekt des Architekturbüros "Veech and Veech" ist das Design des Nachrichtensenders Al Jazeera. Doch können sie im Nachrichtengeschäft politisch neutral bleiben?Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur