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Studio 9 | Beitrag vom 13.10.2017

Ergebnisse IQB-Bildungstrend 2017 Bildungsniveau deutscher Grundschüler sinkt

Von Michael Böddeker

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Ein Schulkind steht vor einer an der Wand aufgehängten Zahlenreihe und rauft sich die Haare. (picture alliance / ZB)
Ein Schulkind steht vor einer an der Wand aufgehängten Zahlenreihe und rauft sich die Haare. (picture alliance / ZB)

Deutschlands Viertklässler haben sich in Mathematik, beim Zuhören und in Rechtschreibung verschlechtert. Das belegt der "IQB-Bildungstrend". Angesichts der Aufregung sollte die Frage nach den Ursachen für den Niveau-Abstieg nicht vergessen werden, warnt Michael Böddeker.

Die Leistungen in den wichtigen Kernfächern Mathe und Deutsch haben sich eindeutig verschlechtert! Aus dieser klare Aussage des IYB-Bildungstrends ergeben sich mindestens zwei Fragen. Erstens, wie kommt es? Und zweitens, was ist zu tun?

Am wichtigsten erscheint mir die Frage nach den Konsequenzen. Und da zumindest scheinen sich ja Lehrervertreter und Kultusminister einig zu sein: Der Lehrermangel – vor allem der an den Grundschulen - muss behoben werden!

Aber: Das, was dazu von der Kultusministerkonferenz bisher zu hören ist, klingt wachsweich. Maßnahmen, um mehr Lehramts-Studierende zu gewinnen, sollen "geprüft werden". Und die Länder sollen sich über ihre jeweiligen Konzepte "austauschen"… und, und, und.

Mehr Lohn für Grundschullehrer

Man könnte ja auch konkreter werden - so wie in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel. Da soll die Bezahlung von Grundschullehrkräften angehoben werden. Das fordert zumindest die neue Schulministerin. Denn bisher werden Lehrerinnen und Lehrer in der Primarstufe im Schnitt schlechter bezahlt als die an den weiterführenden Schulen. Dabei sind gerade im Primarbereich, wo Bildungs-Grundsteine gelegt werden, gut ausgebildete Didaktik-Experten nötig.

Trotzdem sollte man aber die erste Frage nicht vergessen, die nach den Ursachen für den Niveau-Abstieg. Die Kultusminister der Länder sehen vor allem eine veränderte Schülerschaft als Problem: Mehr sonderpädagogischer Förderbedarf, mehr Viertklässlerinnen und Viertklässler mit Migrationshintergrund.

Ein Schulkind liegt niedergeschlagen auf seiner Schulbank.  (imago/Thomas Eisenhuth)Versagensängste aus der Schule können sich selbst im Erwachsenenalter noch als Albträume bemerkbar machen. (imago/Thomas Eisenhuth)

Auch das macht den Lehrerberuf nicht gerade attraktiver. Vor allem dann nicht, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen, für Inklusion und den Umgang mit heterogener werdenden Klassen.

Was ist guter Unterricht?

Wie also muss guter Unterricht heute aussehen, um den Trend wieder umzukehren?

Kurzfristig ist das leider schwer zu beantworten, zumal bildungspolitische Antworten auf diese Frage oft ideologisch geprägt erscheinen. Vielleicht lohnt sich ein Blick nach Baden-Württemberg. Das Bundesland hat sich im Vergleich zu 2011 stark verschlechtert. Was eigentlich nicht überrascht: Vor einem Jahr gab es schon den IQB-Bildungstrend für Neuntklässler, und auch da ist das Bundesland abgestiegen.

Und wie hat man darauf reagiert? - Mehr empirische, datengestützte Bildungsforschung. Und: Bessere Fortbildungsangebote für Lehrkräfte. Auch das – eher langfristige Maßnahmen.

Aber genau das könnte – am Ende – Früchte tragen: Statt ideologischem Aktionismus und Debatten um G8 oder G9 oder "Schreiben nach Gehör" … tatsächlich mal das umzusetzen, was wissenschaftlich gesichert den Unterricht besser macht.

Eine Lehrerin steht mit einer Schülerin und einem Schüler an einer Tafel und schreibt eine 1. (dpa-Zentralbild/Jens Kalaene)Eine Lehrerin steht mit einer Schülerin und einem Schüler an einer Tafel und schreibt eine 1. (dpa-Zentralbild/Jens Kalaene)

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