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Kulturnachrichten

Donnerstag, 29. Juni 2017

Pfeiffer-Poensgen NRW-Kulturministerin

Schwarz-gelbe-Regierung präsentiert ihr Kabinett

Die bisherige Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder und Vorsitzende des Kuratoriums des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste, Isabel Pfeiffer-Poensgen, bekommt in Nordrhein-Westfalen ein Ministeramt mit zwei Ressorts: Zukünftig wird sie für die Kultur- und Wissenschaftspolitik in Nordrhein-Westfalen zuständig sein. Die 63-jährige Aachnerin ist auch durch ihre Tätigkeit im Deutsch-Französischen Kulturart und in der Kulturstiftung des Bundes bestens vernetzt. Die parteilose Pfeiffer-Poensgen hatte NRW-Regierungschefin Kraft für die Versteigerung von Kunst im Landesbesitz kritisiert. Nun übernimmt sie selbst Verantwortung für Kunst im direkten und indirekten Landesbesitz. Und sie kann mit einer besseren Finanzausstattung rechnen: Die CDU will den Landeskulturetat im Laufe der Legislaturperiode von derzeit gut 200 Millionen Euro um 50 Prozent anheben - zehn Prozent pro Jahr.

Ukraine muss Geldstrafe für ESC-Ausladung zahlen

Kiew hatte im Mai russischer Kandidatin die Einreise verweigert

Die European Broadcasting Union hat der Ukraine eine Geldstrafe in unbekannter Höhe aufgebrummt. Der Ruf des Eurovision Song Contest sei "beschädigt" worden. Der ESC sei ein "inklusive und unpolitische Veranstaltung", heißt es in Genf. Der ukrainische Geheimdienst SBU hatte der russichen Sängerin Julia Samoilowa wegen eines Auftritts auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim die Einreise zu dem Wettbewerb in Kiew im Mai verboten. Die Geldstrafe werden "erheblich" sein, so die EBU. Der Chef des staatlichen Fernsehens in der Ukraine, Surab Alassanija, nannte die Summe von mindestens 200.000 Euro und kündigte Widerspruch an. Vor Bekanntwerden der Strafzahlung hatte er gewarnt, finanzielle Forderungen könnten den Sender ruinieren. "Ich habe große Zweifel, ob der Staat in Person des Geheimdienstes SBU diesen Konflikt mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen der Ukraine teilen wird", schrieb er auf Facebook.

Tschick wieder meistgespieltes Bühnenstück

Deutscher Bühnenverein legt 69. Ausgabe der Werkstatistik vor

464 Theater aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben ihre Zahlen für die Theatersaison 2015/16 gemeldet. Am Ende ist die Bühnenfassung von Wolfgang Herrndorfs Roman "Tschick" mit 46 Inszenierungen und 802 Aufführungen wieder Spitzenreiter. Auf Platz zwei und drei folgen "Frau Müller muss weg" von Lutz Hübner und "Der Vorname" von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patelliere.
Spitzenreiter bei den Uraufführungen ist Ferdinand von Schirachs Gerichtsdrama "Terror": Fast 150.000 Zuschauer waren in den 397 Aufführungen der 18 Inszenierungen. "Die Zauberflöte" ist in der Sparte Musiktheater der Dauerbrenner.

Heinz Mack erhält Moses-Mendelssohn-Medaille

86-jähriger gehört zu Gründern von ZERO

Die Moses-Mendelssohn-Medaille 2017 geht an den Künstler Heinz Mack. Er erhält die Auszeichnung für seine Bemühungen, künstlerisch an die Schicksale verfolgter und ermordeter Menschen zu erinnern, heißt es in der Mitteilung. Die Verleihung findet am 6. September in Berlin statt. Zu den bisher Geehrten gehören Ignatz Bubis, Daniel Barenboim, Friede Springer und Avi Primor.

Vergrößertes Victoria und Albert Museum öffnet

Neuer Seitengang zum 165. Geburtstag

Unter Kolonnaden, die bisher halbhoch zugemauert waren, können Besucher durch einen neuen Seiteneingang betreten und in einem Licht durchfluteten Innenhof verweilen, bevor sie über eine großzügige Lobby und edle Holztreppen in eine neue unterirdische Galerie von mehr als 1000 Quadratmetern hinabsteigen: Das größte Umbauprojekt des Victoria und Albert Museums seit 100 Jahren ist von Herzogin Kate eingeweiht worden. "Wir wollten einen Treffpunkt zwischen Museum und der Straße schaffen", sagte V&A Direktor Tristam Hunt. Durch den neuen Zugang werde eine "tiefe Verbindung" mit den benachbarten Museen geschaffen. Das sei die "Vision" von Prinz Albert gewesen. Die rund 50 Millionen Pfund teure Erweiterung von Architektin Amanda Levete wurde weitgehend aus Privatspenden und mit Lotteriegeldern finanziert.

Daniel Brühl und Fatih Akin in Oscar-Akademie

Mitglieder dürfen über Vergabe der Filmpreise abstimmen

Der Schauspieler Daniel Brühl und der Regisseur Fatih Akin können der Oscar-Akademie beitreten. Sie zählen zu den 774 Filmschaffenden, die von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in diesem Jahr als neue Mitglieder eingeladen werden. Der Verband teilte mit, dass 24 Oscar-Preisträger und Vertreter aus 57 Ländern auf der Liste stehen. Aus Deutschland gehören bereits Volker Schlöndorff, Caroline Link und Florian Henckel von Donnersmarck, Wim Wenders, Maren Ade und Bettina Böhler dazu. Seit 2016 wird das lebenslange Stimmrecht für neue Mitglieder auf zehn Jahre beschränkt.

Olivier Assayas Jury-Chef in Locarno

Das internationale Filmfestival beginnt am 2. August

Der französische Regisseur Olivier Assayas ("Die Wolken von Sils Maria") wird die Jury des internationalen Wettbewerbs in Locarno leiten. Die Leitung der Jury des Wettbewerbs "Cineasti del presente" übernimmt der ägyptische Regisseur Yousry Nasrallah. Die französische Film- und Theaterschauspielerin Sabine Azéma sitzt der Jury im Nachwuchswettbewerb "Pardi di domani" vor. Das Festival del film in Locarno feiert in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag.

Präsident des VDZ tritt für die Politik zurück

Stephan Holthoff-Pförtner neuer Minister in NRW

Stephan Holthoff-Pförtner hat mit sofortiger Wirkung die Spitze des VDZ verlassen. Der Grund: Er wird Minister in der Regierung von Armin Laschet in Nordrhein-Westfalen. Der 68-jährige übernimmt das Ressort Bundesangelegenheiten, Europa, internationale Beziehungen und Medien mit Sitz in Berlin. Holthoff-Pförtner hatte erst im November die Nachfolge von Hubert Burda angetreten, der den Verband nach 20 Jahren aus Altersgründen verlassen hatte. Bei der Wahl von Holthoff-Pförtner hatten vier Verlage allerdings fehlende Transparenz beklagt. Sowohl "Spiegel" als auch "Zeit" und Gruner + Jahr hatten deshalb angekündigt, den Verband Deutscher Zeitschriftenverleger in diesem Jahr zu verlassen. Bis zur nächsten Delegiertenversammlung soll das Präsidium den Verband kommissarisch führen.

Regelwerk der deutschen Sprache aktualisiert

Amtliche Änderungen sind ab sofort wirksam

Der Rat für deutsche Rechtschreibung und die zuständigen staatlichen Stellen in Österreich, der Schweiz, dem Fürstentum Liechtenstein, der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol und der Deutschsprachigen Gemein-schaft Belgiens haben sich verständigt - und einzelne Wortschreibung dem überwiegenden Schreibgebrauch angepasst: Variantenschreibungen wie „Anschovis“, „Frotté“, „Komplice“, „Majonäse“, „Wandalismus“ oder „Ketschup“, die zum Teil schon seit Jahrzehnten in den Wörterbüchern standen, entfallen. Um die korrekte Schreibweise in Dokumenten zu gewährleisten, gibt es das sogenannte "scharfe S" als Großbuchstaben. Bis dato haben Menschen, in deren Nachnamen ein Eszett steht, in Ausweisen und Pässen ein Dopper-S. Amtlich zulässigist nun auch die Großschreibung des Adjektivs in Fällen wie "Goldene Hochzeit" und "Neues Jahr".

Sony produziert nächstes Jahr wieder auf Vinyl

Das teilte der japanische Elektronik- und Unterhaltungskonzern mit.

Nach 30 Jahren Pause wird Sony ab März in Tokio wieder Schallplatten herstellen. Das Unternehmen hatte die Produktion mit dem Aufkommen der CD erst zurückgefahren und dann 1989 eingestellt. Die Digitalisierung einerseits und die Retro-Welle andererseits, haben die Nachfrage nach haptischen Tonträgern nun wieder steigen lassen. In diesem Jahr wird mit einem Vinyl-Umsatz von knapp einer Milliarde Euro gerechnet. Sony will deshalb wieder altgediente Fachkräfte ins Boot holen, die wissen, wie man Schallplatten herstellt.

10 Jahre Haft für "Mother Mushroom"

Die Vietnamesin ist nicht nur in ihrer Heimat prominent

Wegen "staatsfeindlicher Propaganda" ist die Bloggerin Nguyen Ngoc Nhu Quynh zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die 38-jährige hatte die Regierung für ihren Umgang mit einer Umweltkatastrophe des Stahlkonzerns Formosa Ha Tinh Steel kritisiert. Dabei waren im vergangenen Frühjahr an der Nordküste Vietnams giftige Abwässer ins Meer gelangt und hatten ein massenhaftes Fischsterben verursacht. Für ihr Engagement hatte Quynh im März vom US-Außenministerium den "International Women of Courage Award" erhalten. Human Rights Watch hatte den Prozess als "empörend" bezeichnet.

Paul-Celan-Preis für Christiane Körner

Das teilte der Deutsche Literaturfonds in Darmstadt mit

Für die Gesamtheit ihrer literarischen Übersetzungen wird Christiane Körner mit dem Paul-Celan-Preis 2017 für herausragende Übersetzungen ins Deutsche geehrt. Die Germanistin und Slavistin arbeitet seit fast 20 Jahren als Übersetzerin aus dem Russischen. Besonders würdigt die Jury das im vergangenen Jahr erschienene Romanfragment "Die Welpen" von Pawel Salzman. Darin gelinge es Körner auf bewundernswerte Weise, dessen Sprache "virtuos und hochpoetisch wiederzugeben". Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird am 12. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse verliehen.

Berliner Haus am Waldsee wird saniert

Spatenstich ist am 4. Juli

Es ist seit 70 Jahren ein Ausstellungsort für internationale zeitgenössische Kunst: Das Haus am Waldsee in Berlin. Für 2,9 Millionen Euro wird es jetzt saniert. Zudem werden Ausstellungs- und Verwaltungsraume renoviert. Das teilte der Trägerverein mit. Der im 2. Weltkrieg beschädigte Gebäudeflügel des Anfang der 20er Jahre als Privatvilla errichteten Gebäudes, soll wiederaufgebaut werden und Raum für einen neuen Veranstaltungssaal und eine Bibliothek bieten. Voraussichtlich bis Juni 2018 bleibt das Haus geschlossen.

Manfred Langner wird Intendant in Trier

Einstimmige Entscheidung des Stadtrats

Ab September 2018 übernimmt Theaterregisseur Manfred Langner die künstlerische Leitung des Theaters Trier. Der gebürtige Hesse, der unter 64 Bewerbern ausgewählt worden war, wurde vom Stadtrat einstimmig gewählt. Langner ist seit 2009 Intendant der Schauspielbühnen in Stuttgart. Trier hatte sich Ende November 2016 von Ex-Intendant Karl Sibelius getrennt, im Zuge von Budgetüberschreitungen am Theater in Millionenhöhe. Daraus wird nun die Konsequenz gezogen, dass künstlerische und wirtschaftliche Leitung des Theaters aufgeteilt werden. Der künftige Intendant Langner wird nur noch für die künstlerische Leitung des Theaters mit rund 220 Mitarbeitern verantwortlich sein. Für wirtschaftliche Belange ist Verwaltungsdirektor Herbert Müller zuständig. Auch der zukünftige Generalmusikdirektor des Theaters wurde vom Stadtrat einstimmig gewählt: Jochem Hochstenbach, erster Kapellmeister am Konzert Theater Bern, wird auch im September 2018 in Trier starten.

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