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Mittwoch, 22.11.2017

Kulturnachrichten

Samstag, 4. November 2017

Elfriede Jelinek erhält Theaterpreis "Faust"

Die Schriftstellerin wird für ihr Lebenswerk geehrt

Die 71-jährige Autorin Elfriede Jelinek ist mit dem Deutschen Theaterpreis geehrt worden. Die österreichische Schriftstellerin habe schon jetzt "unauslöschliche Spuren in Literatur, Theater und Film hinterlassen", hieß es zur Begründung der Preisvergabe an Jelinek. Ihre anspruchsvolle Prosa leiste einen gleichermaßen sozial wie politisch engagierten Beitrag. Jelinek sei "die Gegenwartsautorin, der es durch exakte und kontinuierliche Beobachtung gesellschaftlicher Phänomene und deren sezierender Analyse gelingt, den Finger in kollektive Wunden zu legen". Der "Faust" wurde zum zwölften Mal verliehen. Er geht an Künstler, deren Arbeit als wegweisend für das deutsche Theater gilt. Hinter dem Preis stehen unter anderem der Deutsche Bühnenverein und die Kulturstiftung der Länder.

Sieben Goldene Tauben bei DOK Leipzig verliehen

"Wildes Herz" gewinnt beim Dokumentarfilmfestival vier Preise

Die rumänische Produktion "Licu, a Romanian Story" ist beim Dokumentarfilmfestival DOK Leipzig als bester internationaler Beitrag mit der Goldenen Taube in der Kategorie "langer Dokumentarfilm" ausgezeichnet worden. Regisseurin Ana Dumitrescu erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Preis. Sechs weitere Goldene Tauben in verschiedenen Kategorien gingen an Produktionen aus Südkorea, Norwegen, Kanada, Israel, Portugal und Deutschland. Insgesamt wurden beim größten deutschen Dokumentarfilmfestival 21 Preise mit einem Gesamtwert von 73.500 Euro vergeben. Gleich vier Preise und damit die meisten Auszeichnungen des Festivals erhielt der Film "Wildes Herz" von Charly Hübner und Sebastian Schultz.

Hohlraum in Cheops-Pyramide "keine neue Entdeckung"

Ägyptischer Archäologe kritisiert Studie - die Pyramide sei "voller Hohlräume"

Der Archäologe Sahi Hawass hat die Veröffentlichung einer Studie zu einem Hohlraum in der Cheops-Pyramide kritisiert. Die Pyramide sei "voller Hohlräume" und dies bedeute nicht, "dass es einen geheimen Raum gibt oder es sich um eine neue Entdeckung handelt", sagte Hawass der Nachrichtenagentur AFP. Die Studie war am Donnerstag im Fachmagazin "Nature" veröffentlicht worden. Seit Oktober 2015 hatten ägyptische, japanische, kanadische und französische Forscher nach versteckten Räumen in der Cheops-Pyramide gesucht. Hawass leitet das Wissenschaftskomitee ScanPyramids, das das Projekt zur Suche nach versteckten Räumen betreut. Als die am Projekt beteiligten Forscher ihre Erkenntnisse präsentiert hätten, seien sie darüber informiert worden, dass es sich nicht um eine "Entdeckung" handele, sagte Hawass. Die 139 Meter hohe Cheops-Pyramide ist die größte der Pyramiden von Giseh.

Paula Beer für Europäischen Filmpreis nominiert

Gewinner werden am 9. Dezember bekanntgegeben

Die deutsche Schauspielerin Paula Beer ist für ihre Rolle in dem Drama "Frantz" für den Europäischen Filmpreis nominiert worden. Beer konkurriert in der Kategorie unter anderem gegen die französischen Stars Isabelle Huppert und Juliette Binoche. Chancen auf einen Preis als bester Schauspieler hat der Österreicher Josef Hader für seine Rolle als Stefan Zweig in Maria Schraders Filmbiografie "Vor der Morgenröte". In der Kategorie Bester Dokumentarfilm geht die deutsche Produktion "Austerlitz" des ukrainischen Regisseurs Sergei Loznitsa an den Start. Im vergangenen Jahr hatte die deutsche Regisseurin Maren Ade mit ihrem Vater-Tochter-Drama "Toni Erdmann" den Preis für den besten europäischen Spielfilm gewonnen.

Netflix trennt sich von Kevin Spacey

Dreharbeiten von "House of Cards" liegen auf Eis

Nach neuen Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen Kevin Spacey hat der Internet-Streamingdienst Netflix sich von dem Schauspieler getrennt. Netflix schloss ihn von der weiteren Mitarbeit an der Serie "House of Cards" aus. Man wolle weiter mit der Produktionsfirma über die Zukunft der Serie nachdenken. Dreharbeiten für die sechste Staffel der Serie liegen derzeit auf Eis. Acht ehemalige und aktuelle Mitarbeiter von "House of Cards" hatten über sexuelle Belästigungen durch Hauptdarsteller Spacey gesprochen. In der erfolgreichen Politserie, die mit der kommenden sechsten Staffel enden soll, spielt Spacey den rücksichtslosen US-Präsidenten Frank Underwood. Oscar-Preisträger Spacey selbst äußerte sich zu den neuen Vorwürfen zunächst nicht. Netflix kündigte zudem an, man werde auch den von Spacey produzierten Film "Gore", in dem er selbst die Rolle des Autoren Gore Vidal spielt, nicht veröffentlichen. Scotland Yard bestätigte außerdem Medienberichte über Ermittlungen in London.Es gehe um Vorwürfe aus dem Jahr 2008. Spacey war zu der Zeit Direktor des Old Vic Theatre in Lambeth.

Deutscher Musikrat fordert mehr Musikunterricht

Beklagt wird auch Unterrichtsausfall

Der Musikunterricht an allgemeinbildenden Schulen darf nach Ansicht des Deutschen Musikrates nicht länger eine Fußnote sein. "Die viertreichste Industrienation der Welt lässt es zu, dass bis zu 80 Prozent des Musikunterrichtes an den Grundschulen ausfällt. Das ist ein Skandal", sagte Generalsekretär Christian Höppner. Gerade in der Phase bis zum 13. Lebensjahr seien musische Erfahrungen prägend: "Deshalb fordert der Musikrat immer wieder, dass Musik Hauptfach in allen Schularten und Jahrgangsstufen sein muss - so wie Rechnen, Schreiben und Lesen." Auch mit Blick auf die Musikschulen sieht Höppner Handlungsbedarf. Bundesweit stünden dort mehr als 100 000 Schüler auf den Wartelisten.

Zwei weitere Werke für Schau "Arno Rink - Neo Rauch"

Leihgaben aus der Kunstsammlung des Berliner Bundesverwaltungsamtes

Die aktuelle Schau "Arno Rink - Neo Rauch" in Aschersleben ist um zwei Leihgaben erweitert worden. Die Grafikstiftung Neo Rauch zeigt nun noch die Werke "Reiter" und "Ikarus" von Rink. Sie stammten aus der Kunstsammlung des Berliner Bundesverwaltungsamtes und würden bis zum Ausstellungsende am 29.
April 2018 präsentiert, teilte die Stiftung mit. Beide Grafiken stammen aus dem Jahr 1978. In der Schau sind unter anderem Zeichnungen und Arbeitsblätter des Anfang September gestorbenen Künstlers zu sehen. Der Leipziger Künstler Rink war ein Lehrer Neo Rauchs. Dieser studierte in den Jahren 1981 bis 1986 bei ihm. Rink starb am 5. September im Alter von 76 Jahren an Krebs.

Privatarchiv Kurt Masurs wird zugänglich gemacht

Masur war von 1970 bis 1997 in Leipzig Gewandhauskapellmeister

Die Stiftung Internationales Kurt-Masur-Institut hat im Leipziger Mendelssohn-Haus ihre neuen Räume eingeweiht. Das Informations- und Begegnungszentrum wolle das Erbe des Dirigenten Kurt Masur (1927-2015) bewahren. Dazu soll auch sein Privatarchiv zugänglich gemacht werden. Das Privatarchiv birgt nach Angaben der Stiftung unter anderem mehr als 2.000 Briefe, Ton- und Filmaufnahmen, Noten sowie Presseartikel und Programmhefte aus rund 70 Jahren. Im Wohn- und Sterbehaus des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) können Interessierte künftig auf drei Etagen Leben und Werk des Musikers sowie seiner älteren Schwester, der Komponistin Fanny Hensel (1805-1847), erkunden. Kurt Masur hatte sich besonders für den Erhalt des Mendelssohn-Hauses eingesetzt.

Deutscher Filmmusikpreis für "Das kalte Herz"

Oliver Biehler in der Kategorie "Beste Musik im Film" geehrt

Für seine nach Juryansicht facettenreiche Musik für den Märchenfilm "Das kalte Herz" hat der Komponist Oliver Biehler den Deutschen Filmmusikpreis bekommen. Die Auszeichnung in der Kategorie "Beste Musik im Film" habe Biehler für seine Mischung aus romantisch-archaischen Klängen, sphärischen Gesängen und Hardrockelementen erhalten, teilten die Veranstalter mit. Der Komponist und Musikproduzent Harold Faltermeyer ("Axel F") wurde mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk geehrt. Er bekam die Auszeichnung vom Vorjahrespreisträger Klaus Doldinger ("Das Boot") überreicht. Den Ehrenpreis International sprach die Jury dem südafrikanischen Filmkomponisten Trevor Jones ("Der letzte Mohikaner") zu.

Tschechischer Komponist Vaclav Riedlbauch gestorben

Riedlbauch war auch Kulturminister

Der tschechische Komponist, Kulturmanager und frühere Kulturminister Vaclav Riedlbauch ist tot. Er starb mit 70 Jahren nach schwerer Krankheit, wie Radio Prag unter Berufung auf seine Familie mitteilte. Unter anderem wirkte Riedlbauch als Direktor der Tschechischen Philharmonie und als Kulturminister in der Expertenregierung von Jan Fischer. Zudem unterrichtete er Komponieren an der Akademie der Musischen Künste und leitete das Institut für Kulturmanagement der Wirtschaftshochschule in Prag. Riedlbauch komponierte zahlreiche Kammer- und Orchesterwerke.

Ufa verfilmt Leben von Wilhelm II

Vom ungeliebten Kind zum mächtigen und gefährlichen Herrscher

Die Produktionsfirma Ufa will unter dem Arbeitstitel "Wilhelm - Der letzte Kaiser" das Leben von Wilhelm II. ins Fernsehen bringen. In der Serie mit mehreren Staffeln solle die Entwicklung Wilhelms II. von einem ungeliebten Kind zu einem mächtigen und gefährlichen Herrscher nachgezeichnet werden, teilte Ufa Fiction in Potsdam mit. Das Drehbuch wollen die Grimme-Preisträgerin Dorothee Schön und Sabine Thor-Wiedemann schreiben, die auch die Drehbücher für die Serie "Charité" über das Berliner Klinikum geliefert hatten. "Die schwierige Kindheit Wilhelms II. ist für uns das menschliche Saatkorn für die fatale kriegerische Entwicklung im Europa des 20.Jahrhunderts", erklärten die Autorinnen zu ihrem neuen Projekt.

Rowohlt-Verlag zieht um

Neues Quartier im Bieberhaus in Hamburgs Mitte

Der Rowohlt Verlag wird im Herbst 2018 von Reinbek bei Hamburg in das historische Bieberhaus am Hamburger Hauptbahnhof ziehen. Rund 150 Mitarbeiter sind davon betroffen, wie der "Spiegel" berichtete. In dem Gebäude befindet sich seit 2011 auch das Ohnsorg-Theater. Rowohlt gehört zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck und begleitet Schriftsteller wie Daniel Kehlmann oder Elfriede Jelinek. 1960 zog der Verlag von Hamburg in das schleswig-holsteinische Reinbek östlich der Hamburger Stadtgrenze. Im Sommer wurde der Umzugsplan nach Hamburg bekannt. Begründet wurde er damit, dass die meisten Mitarbeiter ohnehin in Hamburg wohnen und es dort leichter sei, Fachkräfte zu gewinnen.

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Fazit

Lagos BiennaleKulturelle Zwänge hinter sich lassen
Eine Perfomance des Künstlers Tito Aderemi-Ibitola (Hakeem Jimo)

Auf dem Gelände eines Eisenbahnschuppens für Dampflokomotiven im nigerianischen Lagos findet die erste Kunst-Biennale Lagos statt. 37 Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt zeigen ihre sehr politischen und gesellschaftkritischen Werke.Mehr

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