Seit 22:30 Uhr Studio 9 kompakt
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 22:30 Uhr Studio 9 kompakt
 
 

Kulturnachrichten

Dienstag, 11. April 2017

Ed Sheeran legt Rechtsstreit um Plagiatsvorwürfe bei

Pop-Sänger akzeptiert Vergleichszahlungen

Der britische Pop-Sänger Ed Sheeran hat einen Rechtsstreit um Plagiatsvorwürfe in den USA beigelegt. Wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtet, forderten die Songschreiber Thomas Leonard und Martin Harrington umgerechnet rund 19 Millionen Euro, weil sich Sheeran an einem ihrer Songs bedient haben soll. Nun haben sich beide Seiten offenbar auf einen Vergleich geeinigt. Ob und wie viel Geld Sheeran den beiden Klägern gezahlt hat, wurde nicht bekannt. Sheeran hat vor kurzem sein neues Album "Divide" veröffentlicht. Die beiden Singles "Shape of You" und "Castle on the Hill" brachen in den letzten Wochen zahlreiche Rekorde und katapultierten den Briten endgültig in die oberste Pop-Riege.

Steinmeier eröffnet erste Reformationsausstellung

Zwei weitere Sonderschauen sind ab Mai zu sehen

Bundespräsident Steinmeier hat in Berlin die erste der drei nationalen Sonderausstellungen zum 500. Reformationsjubiläum eröffnet. Unter dem Titel "Der Luthereffekt. 500 Jahre Protestantismus in der Welt" wird im Berliner Martin-Gropius-Bau die weltumspannende Wirkungsgeschichte des Protestantismus erzählt. Für die Ausstellung in Verantwortung des Deutschen Historischen Museums wurden mehr als 500 Exponate zusammengetragen. Die beiden Partnerausstellungen "Luther und die Deutschen" sowie "Luther! 95 Schätze - 95 Menschen" sind ab 4. Mai auf der Wartburg in Eisenach und ab 13. Mai im Wittenberger Lutherhaus zu sehen. Alle drei Sonderausstellungen enden am 5. November.

Bündnis kritisiert Gesetz gegen Hasskommentare

Unterzeichner befürchten "katastrophale Auswirkungen" für die Meinungsfreiheit

Gegen das vergangene Woche im Bundeskabinett verabschiedete Gesetz gegen Hassrede im Netz hat ein breites Bündnis von Verbänden, Experten und Vereinen seine Sorgen um die Meinungsfreiheit in Deutschland geäußert. In einer gemeinsamen Deklaration warnen sie vor den "katastrophalen Auswirkungen", sollte das Netzwerkdurchsetzungsgesetz vom Bundestag verabschiedet werden. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will damit Plattformbetreiber und soziale Netzwerke bei der Löschung von strafbaren Inhalten stärker in die Pflicht nehmen. Die Unterzeichner befürchten, dass die hohen Strafen und kurzen Fristen dazu führen, dass auch nicht strafbare Inhalte gelöscht werden. Davon könnten Beiträge von Bürgerrechtlern und etablierten Medien betroffen sein.

Tschechischer Roma-Sänger wird für Zivilcourage geehrt

Hip-Hop-Sänger protestierte gegen Auszeichnung von Rechts-Rockern

Radek Banga, tschechischer Hip-Hop-Sänger und Angehöriger der Roma-Minderheit des Landes, wird mit einem Preis für Zivilcourage ausgezeichnet. Für seine "mutige Haltung als Bürger" erhalte er den diesjährigen Frantisek-Kriegel-Preis, teilte die Jury in Prag mit. Banga hatte aus Protest gegen die Verleihung des wichtigsten tschechischen Musikpreises "Goldene Nachtigall" an die Rechtsrock-Band "Ortel" die Preisverleihung im November verlassen. "Mit seinem Mut, sich dem Neonazismus entgegenzustellen, ist er ein Vorbild für seine Altersgenossen", stellte die Jury fest. Banga und seine Familie hätten daraufhin zahlreiche Drohungen erhalten. Der 35-Jährige tritt unter dem Pseudonym "Gipsy" auf. In Tschechien leben rund 250 000 Roma, die im Alltag oft mit Vorurteilen und Diskriminierung zu kämpfen haben.

Demis Volpi für internationalen Ballettpreis nominiert

Der Choreograph wird für Stuttgarter "Salome" gewürdigt

Der Hauschoreograph des Stuttgarter Balletts, Demis Volpi (31), ist für den renommierten Tanzpreis Prix Benois de la Danse nominiert worden. Die International Dance Union würdigt damit die Choreographie des Handlungsballetts "Salome", das am 13. Juni 2016 in Stuttgart uraufgeführt wurde. Demis Volpi bringt am 7. Mai in einer Koproduktion mit der Oper Stuttgart Benjamin Brittens "Der Tod in Venedig" auf die Bühne. Die Preisträger werden am 30. Mai bei einer Gala im Moskauer Bolschoi Theater bekanntgegeben. Dabei wird die ehemalige Primaballerina und einstige Direktorin des Stuttgarter Balletts, Marcia Haydée, auch den Lifetime Achievement Award für ihr Lebenswerk entgegennehmen.

Russland nimmt Abschied von Jewgeni Jewtuschenko

Dichter wird bei Moskau beigesetzt

In Moskau haben russische Literaturfreunde Abschied von dem Dichter Jewgeni Jewtuschenko genommen. Im Haus des Schriftstellerverbands zogen die Trauernden am Sarg Jewtuschenkos vorbei, der am 1. April in Tulsa in den USA gestorben war. Auch Minister und Abgeordnete erwiesen dem Dichter die letzte Ehre, wie die Agentur Interfax meldete. Später sollte Jewtuschenko in der Künstlerkolonie Peredelkino bei Moskau beigesetzt werden. Jewtuschenko hatte in den 1960er Jahren Weltruhm als Dichter errungen und war eine der wichtigen Stimmen der Entstalinisierung und des kulturellen Tauwetters in der Sowjetunion. Sein genaues Geburtsjahr ist nicht bekannt. Er wurde 83 oder 84 Jahre alt.

Italienischer Schauspieler tritt vor leerem Theater auf

Es war eine "Herzensangelegenheit" für Giovanni Mongiano

Ein Schauspieler ist in Italien auf die Bühne gegangen, obwohl keine einzige Karte für die Aufführung verkauft wurde. Giovanni Mongiano trat auch ohne großes Publikum am vergangenen Samstag in dem kleinen norditalienischen Ort Gallarate auf. Nur die Regieassistentin und die Kassiererin schauten zu. "Ich habe ihm gesagt: "Komm, niemand ist da, lass uns nach Hause gehen". Aber er wollte unbedingt auftreten", sagte die Assistentin Paula Vigna der Deutschen Presse-Agentur. "Es war wunderschön. Er hat kein einziges Komma ausgelassen." Es sei eine "Herzensangelegenheit" und ein "symbolischer Akt" gewesen, schrieb Mongiano auf Twitter. Mit dem Stück "Improvvisazioni di un attore che legge" (Deutsch etwa: Improvisationen eines lesenden Schauspielers) habe er seine Liebe zum Theater zum Ausdruck bringen wollen.

Italienischer Journalist in der Türkei festgenommen

Gabriele del Grande schrieb auch für die "taz"

In der Türkei ist nach Angaben von Menschenrechtlern der italienische Journalist Gabriele del Grande festgenommen worden, der auch für die deutsche Tageszeitung "taz" schrieb. Del Grande sei am Montag bei einer Polizeikontrolle in der Provinz Hatay nahe der syrischen Grenze festgesetzt worden, teilte die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum mit. Der international bekannte Journalist, Schriftsteller und Menschenrechtler habe dort für ein neues Buch recherchiert. Die Gründe für seine Festnahme seien nicht bekannt. Del Grande berichtete in den vergangenen Jahren vor allem über den Krieg in Syrien, über dessen Ursachen und die Folgen für die Zivilbevölkerung. Seit dem Putschversuch im Sommer vergangenen Jahres wurden in der Türkei zahlreiche Journalisten festgenommen, mehr als 150 von ihnen befinden sich noch immer in Haft.

Jazzfest Berlin bekommt neue Leiterin

Studierte Jazzmusikerin Deventer übernimmt 2018

Die Kuratorin Nadin Deventer (39) wird im kommenden Jahr künstlerische Leiterin des Jazzfestes Berlin. Die studierte Jazzmusikerin übernimmt die Aufgabe von Richard Williams, dessen dreijährige Führung mit dem Festival im Herbst (31.10. bis 5.11.) endet. Festspiele-Intendant Thomas Oberender sagte zu der Berufung, Deventer habe ein untrügliches Gespür für Qualität und als Kuratorin den Drang, Jazz als progressive Kunstform erlebbar zu machen - experimentell, klug und politisch engagiert. "Sie hört nicht nur Jazz, sie lebt ihn." Deventer sagte, sie sehe das Jazzfest künftig stärker als Teil einer weltweiten Community. Sie arbeitet seit 2013 beim Jazzfest Berlin und war als Kuratorin und Dramaturgin für zahlreiche andere Festivals tätig.

Wowereit kritisiert Zukunftsentscheidung für Volksbühne

Umwandlung der Bühne zu Eventhaus sei "einfallslos"

Berlins früherer Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) blickt mit Sorge auf die Zukunft der Volksbühne. "Das Theater zu einem Eventhaus zu machen, finde ich hochproblematisch und auch einfallslos. Denn davon gibt es ja in Berlin schon genug", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Entscheidung, mit der Berufung von Chris Dercon aus dem Haus etwas ganz anderes zu machen, finde er nicht gut. Er hätte eine andere Entscheidung getroffen, sagte Wowereit, der auch Kultursenator in Berlin war. Für eine Nachfolge-Regelung gebe es aber kein Patentrezept, sagte Wowereit weiter. "Man muss einfach auch Glück haben, und es müssen die richtigen Personen auf dem Markt zur Verfügung stehen." Der belgische Kulturmanager Chris Dercon löst zur neuen Spielzeit den langjährigen Intendanten Frank Castorf an der Volksbühne ab.

Proteste nach Inkraftsetzen von ungarischem Uni-Gesetz

Demonstranten protestieren vor Budapester Präsidentenamt

Nach der Unterzeichnung des umstrittenen Universitätsgesetzes durch den ungarischen Präsidenten Ader haben sich in der vergangenen Nacht mehr als 1000 Menschen an einem Demonstrationszug in Budapest beteiligt. Die überwiegend jungen Demonstranten zogen vom Präsidentenamt zum Sitz des Ungarischen Radios (MR). Über dem Eingang des Gebäudes brachten sie eine Europa-Fahne an. Das Hochschulgesetz, das durch Aders Unterschrift in Kraft gesetzt wurde, richtet sich vor allem gegen die US-geführte Central European University (CEU), weil sie die neuen Bedingungen für den Betrieb von Hochschuleinrichtungen nicht erfüllen kann. Dazu zählt unter anderen die Vorschrift, auch im Mutterland eine eigene Universität zu betreiben.

Buchbranche solidarisiert sich mit türkischen Autoren

Börsenverein des deutschen Buchhandels schaltet Anzeigen in der Türkei

Noch vor dem türkischen Verfassungsreferendum am kommenden Sonntag wird sich der Dachverband der deutschen Buchbranche in unabhängigen türkischen Medien für die Meinungsfreiheit stark machen. Mit Anzeigen will sich der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit inhaftierten türkischen Journalisten und Autoren solidarisieren. Wie der Verband in Frankfurt am Main mitteilte, spendeten binnen vier Tagen rund 400 Personen im deutschsprachigen Raum mehr als 16 000 Euro. In den Anzeigen werde darauf hingewiesen, dass die Meinungsfreiheit durch die geplante Machtausweitung für den türkischen Staatschef Erdogan weiter bedroht werde. Momentan säßen über 150 Journalisten und Schriftsteller in türkischen Gefängnissen.

Vietnam gibt "King Kong"-Kulisse für Touristen frei

Actionfilm war erste Hollywood-Produktion im Land seit dem Vietnamkrieg

Vietnam ist um eine Touristenattraktion reicher: Aus der Kulisse des neuesten "King Kong"-Films in Vietnam soll eine Sehenswürdigkeit werden. Der Drehort von "Kong: Skull Island", in den Bergen der nordvietnamesischen Provinz Ninh Binh, wird an diesem Samstag für Besucher freigegeben, wie die Nachrichtenagentur VNA berichtete. In dem Film ziehen sich die Hauptdarsteller auf der Flucht vor dem Affenriesen dorthin in ein abgelegenes Dorf zurück. Der vergangenes Jahr gedrehte Actionfilm kam im März in die Kinos. "Kong: Skull Island" war die erste große Hollywood-Produktion in dem südostasiatischen Land seit dem Ende des Vietnam-Kriegs Mitte der 1970er Jahre. Die Provinz hatte die Filmcrew die Gebühren erlassen. Im Gegenzug ließen die Hollywood-Leute für spätere Besucher die Kulissen stehen.

Ukraine: Neuer Chef des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Sein Ziel ist politische und finanzielle Unabhängigkeit

In der Ukraine ist der Journalist und Ex-Fernsehdirektor Surab Alassanija zum Chef der neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt gewählt worden. 10 von 17 Mitgliedern des Aufsichtsrates stimmten für den 52-Jährigen, wie örtliche Medien in Kiew berichteten. Alassanija hatte bereits das staatliche Fernsehen von März 2014 bis November 2016 geleitet. Den Posten gab er jedoch aufgrund der "katastrophalen Finanzierung" auf. Der Rücktritt hatte Befürchtungen geweckt, dass die Organisation des im Mai stattfindenden Finales des Eurovision Contests (ESC) gefährdet sein könnte. Ab Herbst soll die neugebildete öffentlich-rechtliche Struktur nach dem Vorbild von ARD und BBC das bisherige Staatsfernsehen ablösen. Auf seinem neuen Posten erhält Alassanija einen Vierjahresvertrag mit der Option auf eine einmalige Verlängerung. Als seine Prioritäten nannte der neue Intendant politische und finanzielle Unabhängigkeit. Den Personalbestand will er bis 2020 auf 3800 Mitarbeiter halbieren.

"New York Times" gewinnt drei Pulitzer-Preise

Auch die "Süddeutsche Zeitung", der NDR und der WDR dürfen sich freuen

Die "New York Times" ist bei der Verleihung der diesjährigen Pulitzer-Preise gleich dreimal ausgezeichnet worden. Unter anderem bekam die renommierte Tageszeitung den Preis für eine Reportage über die Bemühungen Moskaus, die Macht Russlands im Ausland auszuweiten. Weitere Preise gingen an den Fotografen Daniel Berehulak, der Gewalt auf den Philippinen dokumentierte. C.J. Chivers erhielt eine Auszeichnung für einen Magazin-Beitrag über einen Afghanistan-Veteranen, der unter einer posttraumatischen Belastungsstörung litt. Auch die Enthüllung der sogenannten Panama Papers über weltweite Geldwäsche, Steuervermeidung und Korruption wurde ausgezeichnet. Damit wurden indirekt auch die "Süddeutsche Zeitung", der WDR und der NDR geehrt. Die drei Medienhäuser waren an der Recherche des Netzwerks "Investigativer Journalisten" in Washington beteiligt. Der Pulitzer-Preis ist nach dem Verleger Joseph Pulitzer benannt und wird seit 100 Jahren verliehen. Er ist einer der renommiertesten Journalisten-Preise überhaupt. In diesem Jahr wurde er in 14 journalistischen, aber auch in sieben künstlerischen Kategorien verliehen, darunter Fiktion und Musik.

Kulturnachrichten hören

April 2017
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Filmregisseur Jonas MekasEin Leben als Displaced Person
Jonas Mekas, Film-Regisseur und Autor aus Litauen (dpa / picture alliance)

Der litauische Autor und Filmer Jonas Mekas gehört mit 95 Jahren zu den ältesten Künstlern der documenta 14. In seinem Werk, das in Kassel zu sehen ist, erzählt er eine ziemlich aktuelle Geschichte: Seine eigene, die einer Displaced Person.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur