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Frühkritik | Beitrag vom 08.04.2016

Echo-Verleihung 2016Preis und Buhrufe für Frei.Wild

Elissa Hiersemann im Gespräch mit Dieter Kassel

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Die Band Frei.Wild freut sich am 7. April 2016 in Berlin über die Auszeichnung in der Kategorie "Rock/Alternative National". (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)
Die Band Frei.Wild freut sich am 7. April 2016 in Berlin über die Auszeichnung in der Kategorie "Rock/Alternative National". (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)

Seit Jahren wird der Südtiroler Band Frei.Wild eine Nähe zur rechten Szene vorgeworfen. Ihre Auszeichnung als beste Rock-Alternative-Band bei der Echo-Gala in Berlin löst deshalb nicht nur in den sozialen Medien Unverständnis aus.

Bei der 25. Echo-Verleihung hat die Schlagersängerin Helene Fischer alle überholt: Sie räumte ihren insgesamt 16. Echo ab. So viele Trophäen des Musikpreises hat bislang niemand eingeheimst - und doch dominierte bei der Echo-Gala ein anderes Thema: Denn die umstrittene Deutschrock-Band Frei.Wild gewann den Echo in der Rubrik "Rock/Alternative National".

Noch vor drei Jahren hatte man die Band, die regelmäßig mit Nationalismusvorwürfen konfrontiert wird, von der Nominierungsliste gestrichen, nachdem andere Musiker mit einem Boykott gedroht hatten. 

Frei.Wild erklärten bei der Preisverleihung in die Richtung ihrerer Kritiker, sie wollten den Preis in der Öffentlichkeit als Symbol für Widerstand gegen Ausgrenzung präsentieren. Aus dem Publikum gab es Buhrufe für die Musiker.

Wieso eigentlich in der Kategorie National?

"Wieder ein großer Moment der Irritation für mich", beschreibt Elissa Hiersemann den Moment der Preisübergabe, in dem sie sich kurz fragte, was sie verpasste habe nach der Ausladung der Band im Jahr 2013. Hiersemann: "Und wieso eigentlich in der Kategorie 'National'? Die bekennen sich doch ganz klar zu ihrer Heimat Südtirol. Und Südtirol gehört zu Italien."

Frei.Wild sind in Deutschland kommerziell besonders erfolgreich. Ihr Album "Opposition" war im vergangenen Jahr auf Platz eins der Album-Charts eingestiegen. Das war ihnen bereits mit "Feinde deiner Feinde" (2012) und "Still" (2013) gelungen. In den sozialen Medien löste der Preis viel Protest aus.

Weitere Preise für Sarah Connor und Andreas Bourani 

Als beste nationale Künstler in der Kategorie "Rock/Pop" wurden Sarah Connor und Andreas Bourani geehrt. 

Gleich drei Echos gingen an den Singer-Songwriter Joris, der als "Newcomer National" siegte und zudem den Kritikerpreis und den Radio-Echo erhielt. Als beste nationale Band in der Kategorie "Rock/Pop" gewann die Band Pur. Insgesamt wurde der Echo in 31 Kategorien vergeben.

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