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Montag, 23.04.2018
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 17. April 2018

Monika Grütters kritisiert Echo-Vergabe

Kulturstaatsministerin sieht Versagen des Ethikrates

Nach der Kritik zahlreicher Musiker an der Vergabe des Echo-Musikpreises an die Rapper Kollegah und Farid Bang hat auch Kulturstaatsministerin Grütters klar Stellung bezogen: "Dass Songs mit Texten, die menschenverachtende und herabwürdigende Passagen enthalten, von der Musikindustrie ausgezeichnet werden, offenbart die Fragwürdigkeit eines Preises, der nur auf Erfolg an der Kasse setzt", erklärte sie am Dienstag in Berlin. Grütters betonte, zwar sei in Deutschland die Kunstfreiheit garantiert, "aber sie hat ihre Grenzen da überschritten, wo Holocaust-Opfer verhöhnt werden". Wie dehnbar der Begriff der Kunst ist, sehe man, wenn er wie hier für eine Ansammlung stumpfer Plattheiten, antisemitischer Ausfälle und frauenfeindlicher Beleidigungen gelten solle, so Grütters. Es gehe nicht mehr um Fragen des Geschmacks, sondern um die Verantwortung der Künste und der Künstler für unser Gemeinwesen. "Das Versagen des Ethikrates ist in diesem Fall besonders bitter. Ganz offensichtlich braucht es ein Innehalten, um den eigenen künstlerischen Anspruch und  ethische Maßstäbe zu schärfen."

Filmfest Dresden eröffnet

Mehr als 300 Kurzfilme mit Schwerpunkt Europa

In Dresden hat am Dienstagabend das 30. Filmfest begonnen. Es dauert sechs Tage. Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch sagte, die Stadt könne "stolz und dankbar" sein, dass es jedes Jahr ein Filmfest gebe. Schwerpunkt des 30. Festivals ist das Thema Europa. Erstmals gibt es in diesem Jahr einen Preis für Geschlechtergerechtigkeit im Kurzfilm. Das Filmfest Dresden gilt als bedeutendes Kurzfilmfestivals in Deutschland. Am Ende Festivals vergibt die Jury zehn "Goldene Reiter" und vier Sonderpreise im Gesamtwert von 67 000 Euro.

Prag gedenkt Regisseur Milos Forman

Feier mit neuem Dokumentarfilm über den bedeutenden Filmemacher

In der tschechischen Hauptstadt Prag wird am Sonntag an den verstorbenen Filmregisseur Milos Forman erinnert. Im Gemeindehaus wird sein oscarprämierter Film "Amadeus" (1984) aufgeführt, wie Radio Prag meldete. Das Prager Symphonieorchester FOK spielt zudem einige von Mozarts Kompositionen. Während des Gedenkabends soll demnach auch ein bislang nicht aufgeführter Dokumentarfilm über Milos Forman gezeigt werden, der von jungen Regisseuren der Prager Filmhochschule Famu gedreht wurde. Der Filmregisseur war am Freitag mit 86 Jahren in den USA gestorben.

Freier Eintritt für Hakenkreuz-Träger

Theater Konstanz will Bestechlichkeit der Menschen zeigen

Vor der wegen Hakenkreuzen umstrittenen Theater-Aufführung von George Taboris "Mein Kampf" in Konstanz sind Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft eingegangen. Das Tragen von Hakenkreuzen in der Öffentlichkeit sei grundsätzlich eine Straftat. Im Fall des Theaterstückes müsse man aber prüfen, ob eventuell das Thema Kunstfreiheit eine Rolle spiele. Vor der Premiere an diesem Freitag (20. April) gibt es heftige Kritik, da das Schauspielhaus nach eigenen Angaben einen freien Eintritt anbietet für Besucher, die während der Vorstellung ein Hakenkreuz-Symbol im Saal tragen. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft in der Bodensee-Region und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz hatten zum Boykott des Stückes aufgerufen. Mit der Freikarten-Idee habe das Theater zeigen wollen, wie leicht bestechlich Menschen seien, hieß es. Inszeniert wird das Stück vom Regisseur und Kabarettisten Serdar Somuncu.

Berlin benennt Platz nach Otto Weidt

Er hatte in der in der Nazi-Zeit Juden versteckt

Er rettete in der Nazi-Zeit Juden vor der Deportation in die Konzentrationslager: An den blinden Berliner Fabrikanten Otto Weidt soll nun ein Platz im Neubaugebiet Europacity am Hauptbahnhof erinnern. Heute wird der erste Spatenstich gesetzt. Dazu wird die Schriftstellerin Inge Deutschkron erwartet - auch sie hatte während des Zweiten Weltkriegs eine Zeit lang Zuflucht bei Weidt gefunden. Er hatte in seiner Bürstenfabrik und an anderen Orten Verstecke für jüdische Arbeiter und ihre Angehörigen eingerichtet. Weidt (1883-1947) habe vielen Menschen geholfen, die NS-Zeit in Würde zu überleben, teilten die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Verkehr mit. An seine Geschichte erinnert auch das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt an der Rosenthaler Straße in Mitte. In der Europacity nördlich des Hauptbahnhofs entstehen auf 40 Hektar Wohnungen, Büros und Läden.

Museum gewinnt Rechtsstreit um Zeichnungen

Werke von Dix und Beckmann jetzt Eigentum von Nationalmuseum Nürnberg

Die "Sammlung Hans Kinkel" im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg ist jetzt komplett. Nach einem gewonnenen Rechtsstreit wurden 32 Meisterzeichnungen von Max Beckmann (1884 bis 1950) und 15 Blätter von Otto Dix (1891 bis 1969) der Öffentlichkeit vorgestellt. Rund 400 Handzeichnungen von Meistern der Moderne hatte der 2015 gestorbene Kunstkritiker und -sammler Hans Kinkel dem Museum in Nürnberg vermacht. Jedoch hatte eine anonyme Person Anspruch auf besagte Werke von Beckmann und Dix angemeldet: "Es wurde behauptet, Kinkel hätte die Zeichnungen auf dem Totenbett jemand anderem zugesprochen", erklärte Großmann. Es seien jedoch keine Beweise vorgelegt worden. Daher sei dem Museum in zweiter Instanz vom Kammergericht Berlin der Rest der Sammlung zugesprochen worden. Die Werke werden der Öffentlichkeit voraussichtlich in zwei Jahren im Zuge einer größeren Ausstellung gezeigt.

Neuer Geschäftsführer der Funke-Mediengruppe

Over Saffe erweitert Geschäftsführung

Ove Saffe übernehme ab sofort die Verantwortung für den gesamten Zeitungsbereich der Gruppe, teilte Funke mit. Der 57-Jährige ist bereits seit 2015 Geschäftsführer der Funke-Zeitungen "Hamburger Abendblatt" und "Berliner Morgenpost". Diese Funktion werde er bis zur Klärung der Nachfolge zusätzlich ausüben. Vor seinem Wechsel zu Funke war Saffe Geschäftsführer des Spiegel-Verlags in Hamburg. Weitere Geschäftsführer der Funke-Mediengruppe sind Michael Wüller und Andreas Schoo. Saffe habe in Hamburg und Berlin unter Beweis gestellt, dass er die Funke-Titel auch in schwierigen Märkten erfolgreich positionieren könne, sagte Gesellschafterin und Aufsichtsratschefin Julia Becker.

Deutschland muss digitale Bildung stärken

Internetbotschafterin: Deutschland befindet sich derzeit "auf dem Holzweg"

Das Land laufe Gefahr, eine digitale Ungleichheit zu verschärfen, sagte die Internetbotschafterin der Bundesregierung Gesche Joost. Sie äußerte sich bei einem Kongress zu Ethik und Digitalisierung. Viele Aktivitäten und Entscheidungen rund um die Digitalisierung seien kurzfristig gedacht, sagte Joost, die auch Mitglied beim Rat für Nachhaltige Entwicklung ist. Bessere digitale Bildungsstrategien müssten umgesetzt werden, damit alle Menschen einen gleichberechtigten Zugang hätten, erklärte die Expertin weiter. Gesamtgesellschaftlich brauche es Kooperationen zwischen der Zivilgesellschaft, Unternehmen und Bildungseinrichtungen. Joost erläuterte zudem, das Zusammendenken von nachhaltigen Entwicklungszielen und Digitalisierung sei eine wichtige Perspektive, die in der poltischen Debatte fehle.

Zahlreiche Künstler geben Echo-Preise zurück

Der Beiratssprecher des Musikpreises hat die Nominierung der Rapper verteidigt

Die Echo-Affäre um die Rapper Kollegah und Farid Bang wird immer größer. Nach dem Notos Quartett und Klaus Voormann haben nun auch der deutsch-russische Pianist Igor Levit, der Dirigent zu Guttenberg und Marius Müller-Westernhagen ihre Auszeichnungen zurück gegeben. Dirigent Enoch zu Guttenberg bezeichnete die Rapper als "Verfasser von widerwärtigen antisemitischen Schmähtexten" und kritisierte die Entscheidung des Ethikrates, die Nominierung zuzulassen. Der Präsident des Deutschen Kulturrates, Christian Höppner, hatte seinen Rückzug aus dem Echo-Beirat angekündigt. Die Entscheidung, den Musikpreis Echo an den Musiker Kollegah zu vergeben, sei ein Fehler gewesen, sagte er im Deutschlandfunk Kultur. Der Sprecher des Beirats des Musikpreises Echo, CDU-Politiker Wolfgang Börnsen, hat die Entscheidung, die Nominierung der Rapper Kollegah und Farid Bang nicht zu kippen, verteidigt. Er kritisierte hingegen einen Mangel an Eigenverantwortung der Künstler. Börnsen will die Diskussion nach vorne lenken und fordert ein neues Wertesystem. Es gehe auch um Themen wie Hass, Frauenfeindlichkeit und Sympathien für Terrorismus.

Äthiopien fordert Artefakte von Großbritannien

Das Land bemüht sich seit rund zehn Jahren um die Rückgabe der Gegenstände

Äthiopien hat von Großbritannien die Rückgabe von vor 150 Jahren geplünderten Artefakten gefordert. Außerdem wollen sie die Überreste eines Prinzen zurück. Man werde jedgliche juristische und diplomatische Mittel nutzen, um die Rückgabe zu sichern, sagte Äthiopiens Minister für Kultur und Tourismus, Hirut Woldemariam. Die Gegenstände wurden nach der Schlacht um Magdala im April 1868 nach Großbritannien gebracht. Einige sind derzeit in einer Ausstellung zum 150. Jahrestag der Schlacht im Victoria and Albert Museum in London zu sehen. Berichten zufolge zieht das Museum eine langfristige Leihgabe an Äthiopien in Erwägung. Dies hatte in dem ostafrikanischen Land für Unmut gesorgt. Dutzende weitere Artefakte und Dokumente befinden sich in anderen britischen Museen oder in Privatbesitz. Die Überreste von Prinz Alemayehu sind in der St.-George's-Kapelle auf Schloss Windsor begraben, wo Prinz Harry und US-Schauspielerin Meghan Markle im Mai heiraten wollen.

Ein Riese auf dem Dach des Metropolitan Museums

Huma Bhabhas Installation ist noch bis Ende Oktober in New York zu sehen

Eine fast vier Meter hohe Riesenfigur hat die Künstlerin Huma Bhabha auf dem Dach des New Yorker Metropolitan Museums aufgestellt. Davor platzierte die in Pakistan geborene Künstlerin eine zweite, mehr als fünf Meter lange liegende Figur, die von einer Plane überdeckt ist, aus der nur Hände und Schwanz herausschauen. "We Come in Peace" ist die Ausstellung, die vom Science-Fiction-Film "Der Tag, an dem die Erde stillstand" inspiriert ist. Der Film aus dem Jahr 1951 handelt von Kontakten zwischen Menschen und Außerirdischen. Das Metropolitan Museum bittet jedes Jahr einen anderen Künstler um eine Installation für seine Dachterrasse.

Eva Longoria mit Stern auf dem Walk of Fame geehrt

Es ist der 2634. Stern auf dem Hollywood Walk of Fame

"Desperate Housewives"-Star Eva Longoria ist mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt worden. Die US-Schauspielerin posierte hochschwanger auf dem insgesamt 2634. Stern, der auf dem berühmten Straßenabschnitt des Hollywood Boulevard in Los Angeles enthüllt wurde. Longorias Ehrung wurde vor allem in der lateinamerikanischen Gemeinde in den USA gefeiert. Die Familie der Schauspielerin hat mexikanische Wurzeln. Es sei wichtig, dass Minderheiten repräsentiert würden, sagte Longoria. Neben Ehemann Baston waren bei der Zeremonie unter anderen der Latino-Sänger Ricky Martin, Ex-Spice-Girl Victoria Beckham und die Schauspielerinnen Felicity Huffman und Anna Faris zugegen. Gemeinsam mit Farris ist Longoria demnächst in der romantischen Komödie "Overboard" zu sehen, in der sie die beste Freundin einer von Farris verkörperten alleinerziehenden Mutter spielt.

US-Schauspieler Harry Anderson gestorben

Er wurde 65 Jahre alt

US-Schauspieler Harry Anderson ist im Alter von 65 Jahren gestorben, wie US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf seine Familie und die Polizei in Asheville berichteten. Alles deute auf einen natürlichen Tod hin. Bekannt wurde Anderson vor allem als unkonventioneller Richter Harry T. Stone in der TV-Sitcom "Harrys wundersames Strafgericht". Die Serie lief von 1984 bis 1992 im US-Netzwerk NBC. In der Serie konnte Anderson auch seine Fähigkeiten als Zauberkünstler unter Beweis stellen. Eine Hauptrolle spielte er 1990 in der ABC-Miniserie "Es" nach dem Buch von Stephen King. Der Entertainer David Copperfield würdigte Anderson als "wahrlich talentierten Schauspieler und Magier". Er habe "Generationen von Zauberern mit seinem einzigartigen Stil inspiriert", schrieb er auf Twitter.

Mondtag bringt sich für Volksbühne ins Gespräch

Er rät auch dazu, osteuropäische und weibliche Kandidaten zu berücksichtigen

Der als Shootingstar in der Theaterszene gefeierte Regisseur Ersan Mondtag bringt sich als möglicher neuer Intendant für die verwaiste Berliner Volksbühne ins Gespräch. Er stünde für die Nachfolge von Chris Dercon "selbstverständlich" zur Verfügung, sagte Mondtag. Er wäre aber auch bereit, andere geeignetere Kandidaten zu unterstützen. "Hauptsache kein Rollback zu alt-etablierten Theatergrößen." Der 31-Jährige in Berlin geborenen Theatermann glaubt die Volksbühne werde gestärkt aus der Situation hervorgehen. Er rät zu einer Flucht nach vorne. "In einer Stadt, in der Milliarden in den Sand gesetzt werden für einen Flughafen, wird man ein, zwei Millionen auch für ein Theater aufbringen können", so der Regisseur. Der umstrittene Belgier Dercon, Nachfolger des langjährigen Volksbühnen-Chefs Frank Castorf, hatte jüngst seinen Rücktritt erklärt. Die Stadt will nun in Ruhe nach einem Nachfolger suchen.

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