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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 04.09.2017

Drei Volontäre mit FluchterfahrungEin Blick in die deutsche Medienwelt

Von Andrea Hingst und Marion Schwarzkopf

(Deutschlandradio  / E. Kavanaugh)
Die Volontäre mit Deutschlandradio-Programmdirektor Andreas Peter Weber (Deutschlandradio / E. Kavanaugh)

Geflohen aus Syrien, Afghanistan und Aserbaidschan: Drei Nachwuchsjournalisten mit ähnlichem Schicksal absolvieren ein jeweils einmonatiges Redaktions-Praktikum bei Deutschlandfunk Kultur. Es ist Teil eines Programms der Medienanstalt Berlin-Brandenburg.

Journalistinnen und Journalisten werden häufig aufgrund ihrer kritischen Arbeit in ihren Herkunftsländern zur Flucht gezwungen. In ihrer neuen Heimat Deutschland haben sie es schwer, auf dem Medienmarkt Fuß zu fassen. Das 18-monatige Integrationsvolontariat soll dabei helfen, eine qualifizierte Beschäftigung zu finden.

Deutschlandfunk Kultur unterstützt dieses nachhaltige Projekt als Kooperationspartner der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und ALEX Berlin. Von September bis Ende November werden drei Volontäre nacheinander beim Deutschlandfunk Kultur hospitieren.

( Deutschlandradio / E. Kavanaugh)Die Volontärin Hiba Obaid ( Deutschlandradio / E. Kavanaugh)

Nachwuchsjournalistin aus Syrien

Heute beginnt zunächst Hiba Obaid. Die 27 Jahre alte Syrerin studierte arabische Literatur in Aleppo, schrieb unter Pseudonym für regimekritische Zeitungen und floh schließlich 2013 über den Libanon, vorbei an IS-Checkpoints, in die Türkei.

Im Oktober 2015 erreichte sie Berlin und schrieb seitdem unter anderem für den Berliner "Tagesspiegel" und die Online-Zeitung "Wir machen das".

(Deutschlandradio / E. Kavanaugh)Der Volontär Ahmad Wali Temori (Deutschlandradio / E. Kavanaugh)

Ein Übersetzer aus Afghanistan

Anfang Oktober folgt ihr Ahmad Wali Temori. Der 23-jährige Afghane studierte in Kabul Politik und arbeitete als Übersetzer für die US-Streitkräfte. Nach Morddrohungen der Taliban floh er über den Iran, die Türkei und Griechenland. Während seiner Flucht wurde er mehrfach inhaftiert.

Seit August 2015 lebt er in Deutschland und schrieb seitdem unter anderem für den "Tagesspiegel", engagierte sich bei der Berliner Philharmonie und machte ein Praktikum im Bundeswirtschaftsministerium.

(Deutschlandradio / E. Kavanaugh)Der Volontär Jamal Ali (Deutschlandradio / E. Kavanaugh)

Ein Tonmeister aus Aserbaidschan

Im Anschluss, am 6. November, beginnt der Musiker Jamal Ali seine Hospitanz bei uns. Der ausgebildete Tonmeister wurde 2012 in seinem Heimatland Aserbaidschan für seine regimekritischen Lieder inhaftiert.

Aus dem Exil in Berlin publizierte er satirische YouTube-Videos, in denen er die konservative Ordnung in seiner Heimat kritisierte. Seit 2013 produziert er für eines der erfolgreichsten Exilmedien Deutschlands, Meydan TV, zu dessen Gründungsmitgliedern er gehört.

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