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Donnerstag, 18.01.2018

Kompressor | Beitrag vom 17.09.2014

DokumentarfilmWie aus stummen Gebäuden Hauptfiguren werden

Dokumentarfilmer Heinz Emigholz über sein neues Werk "The Airstrip - Aufbruch der Moderne"

Moderation: Stephan Karkowsky

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Blick in die Kuppel des Pantheons in Rom (picture alliance / Daniel Kalker)
Blick in die Kuppel des Pantheons in Rom: Einer der Bauten in dem Film "The Airstrip - Aufbruch der Moderne" (picture alliance / Daniel Kalker)

Für sein neues Werk "The Airstrip - Aufbruch der Moderne" reiste der Dokumentarfilmer Heinz Emigholz rund um die Welt und filmte Bauten aus verschiedenen Epochen. Nur wenige spröde Worte begleiten die Bilder von architektonischen Meisterwerken und Bausünden.

Der Dokumentarfilmer Heinz Emigholz macht in seinen Werken Gebäude zu Hauptfiguren. In den letzten Jahren widmete er sich einigen großen Architekten der Moderne: Rudolph Schindler, Adolf Loos, Pier Luigi Nervi und zuletzt den Brüdern Perret.

Leitmotiv seines neuen Films ist die Wechselbeziehung zwischen Krieg und Architektur: "The Airstrip – Aufbruch der Moderne, Teil III" knüpft eine Assoziationskette, die rund um die Welt führt. Nur einige spröde Worte begleiten die Bilder von architektonischen Meisterwerken und architektonischen Sünden. Der Film wird heute abend in der Berliner Volksbühne uraufgeführt.

In dem Film "The Airstrip" wolle er eine Abfolge von Architekturen rund um die Welt zeigen, sagte Emigholz im Deutschlandradio Kultur. Es seien Gebäude, die ihm bei der Arbeit an seinen anderen Filmen besonders aufgefallen seien. Sein Interesse gelte den "Gründungstaten" moderner Architektur in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts:

"Was ist Moderne? Das habe ich mich schon länger gefragt. Für mich ist dieser Begriff im Laufe meiner 20-jährigen Arbeit zerfallen. Und das hat sehr viel mit den Kriegen des letzten Jahrhunderts zu tun, mit Nachkriegs- und Vorkriegsarchitektur und sogar mit Schuldarchitekturen, würde ich sagen."

An einer Stelle des Films wird die Moderne als "Schrottplatz für architektonische Utopien" bezeichnet. Das sei durchaus zynisch gemeint,so Emigholz. Der Satz ziele auf die Bestrebungen, etwas gut Gestaltetes zu machen, und der tatsächlichen Realisierung in der Welt der Architektur:

"Wir haben es im Grunde genommen mit einem Sammelsurium von Situationen zu tun, mit denen wir uns abzufinden haben. Deshalb auch die Entscheidung in meinem Film, die Bauwerke nicht zu isolieren, sondern sie in gesellschaftlichen Zusammenhängen zu sehen."

Der Film "The Airstrip – Aufbruch der Moderne, Teil III" von Heinz Emigholz startet am 2. Oktober in Berlin, Karlsruhe, Köln, Leipzig und München.

Mehr zum Thema:

Pym Films - Homepage von Heinz Emigholz

Als Filmemacher Künstler zu sein (Deutschlandradio Kultur, Fazit, 08.12.2007)

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