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Mittwoch, 13.12.2017

Interview | Beitrag vom 05.12.2017

Digitalisierung im Klassenraum Werden Schüler durch PCs im Unterricht schlauer?

Peter A. Henning im Gespräch mit Vladimir Balzer und Axel Rahmlow

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Schülerinnen und ihre Lehrerin beugen sich über ein Tablet (imago / Westend61)
Können Computer und Tablet bisweilen "besser erklären" als die Lehrerin? (imago / Westend61)

Die Digitalisierung macht auch vor den Schulen nicht halt. Die einen sehen den Einzug von immer mehr Technik mit Sorge, andere hoffen, damit den Lehrermangel wirksam bekämpfen zu können. Wir haben mit dem Informatiker Peter A. Henning darüber gesprochen.

An der Westküste in den USA stellen immer mehr Firmen wie Apple oder Google technisches Know-how privaten aber auch staatlichen Schulen zur Verfügung, wie unser Korrespondent Marcus Schuler aus den USA berichtet. Und auch in Deutschland schreitet die Digitalisierung in den Schulen voran. Aber ist das automatisch ein Fortschritt, wenn auch in den Klassenräumen immer mehr Rechner und Tablets eingesetzt werden? Wird der Lehrer durch den Computer eines Tages sogar ersetzt? 

"Selbstverständlich nicht", sagte Peter A. Henning, Professor für Computergrafik, Computergestütztes Lernen und Multimedia an der Fakultät für Informatik und Wirtschaftsinformatik der Hochschule Karlsruhe im Deutschlandfunk Kultur.

"Ganz im Gegenteil. Wenn wir digitale Lerneinheiten einsetzen, dann setzen wir die an zwei Stellen ein mit großem Erfolg. Nämlich einmal an der Stelle, wo wirklich ganz grundlegendes Wissen mit hoher Qualität vermittelt werden muss und ganz viele Teilnehmer findet. Das ist etwas, was dem Lehrer eher langweilig ist. Und an der zweiten Stelle, wo wir das einsetzen dort, wo ganz fantastische Sachen gemacht werden können, die der Lehrer etwa mit seinen Fähigkeiten und seinen Ressourcen gar nicht hinbekommt, tolle Videos, Visualisierung und dergleichen Dinge mehr. Das heißt, das Einsetzen von digitalem Lernen in der Schule und in der Hochschule sorgt dafür, dass Routineaufgaben entfallen und die Lehrenden sich stärker auf das Individuum konzentrieren können. Sie machen den Lehrberuf eigentlich freier damit."

Entlastung mit digitaler Technik

Lehrer könnten Beispielsweise bei der Vermittlung von quadratischen Gleichungen durch den Einsatz von digitaler Technik entlastet werden.

So wissen man außerdem aus einer Studie, die der Digitalverband Bitcom erstellt hat, dass rund zwei Drittel der Schüler in Deutschland bereits mit digitalen Medien für die Schule lernen würden.

"Wie funktioniert das? Die kapieren einfach nicht, was in der Schule läuft, was der Lehrer ihnen mühsam erklärt und vielleicht sogar noch nicht einmal gut. Gehen nach Hause, machen den Computer an und schauen sich etwa ein entsprechendes Video bei Youtube an und haben es danach sehr viel besser verstanden."

Bei der Vermittlung von Grundlagenwissen könne man mit der Technik daher die Lehrer entlasten, so Peter A. Henning.

Allerdings sei es "ein Märchen", mit dem Einsatz der digitalen Technik könne man den Lehrermangel bekämpfen, sagte Peter A. Henning. 

"Das ist natürlich ein komischer Traum, den manche Politiker haben, dass wir damit Geld sparen können. Sondern in der Tat sind digitale Lerneinheiten auf Dauer sogar teurer herzustellen, als wenn ich einen Lehrer hinstelle und der Lehrer wird natürlich weiter gebraucht, als derjenige, der sich dem Individuum widmet."

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