Seit 01:05 Uhr Tonart
 

Freitag, 19.01.2018

Fazit / Archiv | Beitrag vom 13.04.2011

"Diese alltägliche Diskriminierung, darum geht es"

Choreografin Macras über "Berlin Elsewhere" an der Schaubühne

Podcast abonnieren
Die Choreographin Constanza Macras nach der Verleihung des Theaterpreises "Faust" in Essen. (picture alliance / dpa)
Die Choreographin Constanza Macras nach der Verleihung des Theaterpreises "Faust" in Essen. (picture alliance / dpa)

Die argentinische Choreografin Constanza Macras befasst sich in "Berlin Elswhere" an der Schaubühne damit, wie Menschen ausgegrenzt oder diskriminiert werden. "Wir untersuchen, wie wir selbst andere diskriminieren", sagt Macras.

Susanne Burkhardt: Sehen Sie in Berlin – eine Stadt, die einst geteilt war – eine eingesperrte Stadt?

Constanza Macras: Für mich ist Berlin eher eine Metapher für einen Ort, an dem Diskriminierung stattfindet. Deutschland hatte ja nicht so viele Kolonien wie Frankreich oder England, sodass diese Diskriminierung hier nicht die betrifft, die aus den Kolonien kommen. Die Ausgrenzung betraf die eigenen Nachbarn. Menschen, die gemeinsam in der Stadt wohnten - in den Dreißigerjahren unter Hitler, später gegen die Vietnamesen in der DDR.

Im Stück geht es nicht direkt darum, sondern wir untersuchen, wie wir selbst andere diskriminieren, ohne es vielleicht selbst zu bemerken, aber auch, wie wir selbst diskriminiert werden – und auch das nicht mehr. Immigranten aus China in den United States, die haben keine Rechte. Selbst die türkischen Arbeiter, die nach Deutschland kamen, hatten anfangs keine zivilen Rechte. Sie sollten kommen, arbeiten und dann wieder abhauen. Diese alltägliche Diskriminierung, darum geht es in dem Stück. Wir realisieren sie manchmal kaum, und übergehen sie einfach.

(…)


Das vollständige Gespräch mit Constanza Macras können Sie bis zum 13.9.2011 als
[url=http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/04/13/drk_20110413_1918_f1b0e790.mp3
title="MP3-Audio" target="_blank"]MP3-Audio[/url] in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

"Es ist gut, durch das Leben zu lernen"

Kulturpresseschau

weitere Beiträge

Fazit

Mode und Design für blinde MenschenKleidung, die man hören kann
Reiner Delgado (picture alliance/dpa/Foto: Bernd von Jutrczenka)

Das Projekt "Beyond Seeing" befasst sich mit der Frage, wie Kleidung jenseits des Sehsinns wahrgenommen werden kann. Die Ergebnisse werden in einer Ausstellung im WIP Villette in Paris anlässlich der Fashion Week präsentiert. Valentin Mogg, Absolvent der Mode-Hochschule Esmod, war daran beteiligt.Mehr

Aus den FeuilletonsWas Marx als Faselei brandmarkte
Der deutsche Philosoph, Schriftsteller und Politiker Karl Marx in einer Aquatinta-Radierung von Werner Ruhner "Karl Marx in seinem Arbeitszimmer in London". Marx verfasste 1848 zusammen mit Friedrich Engels das "Kommunistische Manifest". Er ist der Begründer des modernen dialektisch-materialistischen Sozialismus, des Marxismus, aus dem heraus sich die Sozialdemokratie und der Kommunismus entwickelt haben. Marx wurde am 5. Main 1818 in Trier geboren und starb am 14. März 1883 in London. (picture alliance / dpa)

Der Niedergang des Wortes "alternativ" beschäftigt die Feuilletons: Warum nur ist das harmlose kleine Wort schon wieder Bestandteil eine "Unwortes des Jahres" geworden? Ebenso werfen die Zeitungen einen Blick auf Karl Marx' Formulierkunst und sein Verhältnis zu den Sozialdemokraten. Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur