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Tonart | Beitrag vom 27.02.2018

Die teuersten Raritäten des MonatsExperimental Rock für 5069 US-Dollar

Von Tarik Ahmia

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Der Sänger der Flaming Lips, Wayne Coyne, bei einem Auftritt (dpa picture alliance/ Steve C. Mitchell)
Der Sänger der Flaming Lips, Wayne Coyne, bei einem Auftritt (dpa picture alliance/ Steve C. Mitchell)

Die Preise für historische Scheiben werden auf Online-Plattformen locker vierstellig. Mit am meisten erzielten im vergangenen Monat Platten von U2 und den Bad Brains. Über 5000 Dollar wurden allerdings für eine ganz besondere Rarität der Flaming Lips bezahlt.

Platz 6 - Ellipsis: People

Es handelt sich Modern Soul aus den USA: Die Single "People" von der Band Ellipsis von 1976 wurde für 2700 US-Dollar verkauft.

Von der Band ist so gut wie nichts bekannt. Gesichert ist nur, dass die Single 1976 in St. Louis von dem kleinen unabhängigen Label "Briarmeade Records" produziert und veröffentlicht wurde. Was mit der Band und ihren Musikern geschah, bleibt ein Rätsel. Zu spätem Ruhm gelangten Ellipsis dennoch: als nämlich vor ein paar Jahren ein Plattensammler aus den USA diese Single entdeckte. Die Platten der Musikphantome von Ellipsis zählen heute weltweit zu den begehrten Trophäen jeder Soul-Sammlung.

Derzeit sind weitere Exemplare der Scheibe im Angebot auf www.discogs.com. Interessenten bitte hier lang.

Platz 5 - Adamusu: アダム&イヴ

Noch ein größeres Phantom, diesmal Pop aus Japan: die Band Adamusu nahm in den frühen 70er Jahren die Single "アダム&イヴ – Adam und Eva - auf. Allerdings wurde die Platte nie offiziell veröffentlicht. Weder über die Band noch über ihre Musik ist etwas bekannt. Nun soll ein Sammler gut 2700 Dollar für die Rarität "アダム&イヴ" bezahlt haben.

Platz 4 - Lou Pride: Your Love Is Fading

Modern Soul aus Chicago, diesmal von einem Künstler, der ganz sicher existierte: Lou Pride veröffentlichte 1972 den Song "Your Love Is Fading". Jetzt wurde die Single für gut 2800 US Dollar verkauft.

Platz 3 - U2: With Or Without You (Panama)

Eine Rockballade von U2. Die Panama-Pressung ihrer Single "With Or Without You" wurde für gut 3600 US-Dollar verkauft.

"With Or Without You" wurde vor über 30 Jahren zu einem der größten Hits der irischen Band. Das war fast ein Wunder, denn Produzent Brian Eno hatte den Song bei den Aufnahmen für das Album "The Joshua Tree" schon als hoffnungslosen Fall entnervt aussortiert, nachdem sich die Musiker monatelang an dem Arrangement die Zähne ausgebissen hatten.

Doch Bono wollte nicht aufgeben. Ein neues Arrangement brachte den Durchbruch. Als Gitarrist The Edge dann noch eine ungewöhnliche Begleitung mit seiner "Inifinity Gitarre" beisteuerte, die Töne beliebig lang halten kann, war der Hit komplett. "With Or Without You" bescherte U2 1987 erstmals die Spitzenplätze der Single-Charts in den USA und Kanada.

Platz 2 - Bad Brains: Pay To Cum!

US-Hardcore-Punk aus dem Jahr 1980. Die Single "Pay To Cum!" der Band "Bad Brains" aus Washington D.C wurde für 4000 Dollar verkauft.

Wild, laut und schnell. Die Debüt-Single der Bad Brains ist nur 85 Sekunden lang. Auch wenn man es kaum vermuten würde: Die Bad Brains begannen 1977 als Jazz Fusion Band. Der Mut zu komplexeren Rhythmen unterschied sie von anderen Punk-Bands. Ihre Auftritte waren legendär, die Platten schwer zu finden: "Pay to Cum!" wurde in limitierter Auflage gepresst, das darauffolgende Album auf Kassette veröffentlicht. Die Band existiert bis heute.

Platz 1 - The Flaming Lips: 7 Skies H3

Experimental Rock von den Flaming Lips in morbider Verpackung: ein 24 Stunden langer Song, gespeichert auf einem USB Stick, eingebaut in einem echten menschlichen Totenschädel. Verkauft für 5069 US-Dollar.

Zu Halloween 2011 bescherte die experimentierfreudige Band aus Oklahoma der Welt ihr Opus-Magnum über das Leben, die Schönheit, das Jenseits und den Tod. Dafür bekam man eine aufwändig gefertigte Schatulle, in der ein verchromter, echter Totenschädel steckte.

13 Schädel ließ die Band von der Firma "Skulls unlimited" fertigen. Musikalisch verlangt der Song den Zuhörern einiges ab. Meditative Phasen wechseln sich mit stundenlangen rhythmischen und elektronischen Passagen ab. Schließlich kulminiert das Werk in chaotischen Rocksounds. Ein echtes Sammlerstück.

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