Seit 01:05 Uhr Tonart
 

Sonntag, 21.01.2018

Fazit / Archiv | Beitrag vom 15.02.2012

Die feinen Töne der Berlinale

Rosa von Praunheim porträtiert Ralf König

Podcast abonnieren
Der Filmemacher Rosa von Praunheim (AP)
Der Filmemacher Rosa von Praunheim (AP)

Manchmal sind es nicht die spektakulären Produktionen, die einen bleibenden Eindruck von der Berlinale hinterlassen - sondern die leisen, hintergründigen Filme. Einen davon hat der Regisseur Rosa von Praunheim gedreht - über den Comic-Zeichner Ralf König.

Er hat es geschafft, als Schöpfer bissiger Schwulen-Comics auch von einem heterosexuellen Publikum verehrt zu werden: Ralf König. Mit "Kondom des Grauens" und nicht zuletzt "Der bewegte Mann" feierte er seine Erfolge.

Der Regisseur Rosa von Praunheim widmet Ralf Königs Lebenswerk nun einen Film, der im Panorama der Berlinale läuft. "Ich mag eigentlich keine Comics", sagt Rosa von Praunheim im Fazit-Live-Gespräch im Berlinale-Studio des Deutschlandradio Kultur am Potsdamer Platz. Ralf König sei ihm zwar ein Begriff gewesen und er habe die Filme wie "Der bewegte Mann" gesehen, aber weil er kein Comic-Fan sei, habe er sich der Aufgabe lange nicht gestellt.

"Aber als ich mich dann damit beschäftigt habe, war ich überrascht, wie genial Ralf Königs Comics sind", sagt von Praunheim. Vor allem der Humor habe ihn beeindruckt. "Er kann wunderbar Geschichten aufbauen", so von Praunheim weiter. Als Filmemacher müsse er das voller Neid feststellen. "Du musst einfach immer weiterlesen."

Er haben den eher ruhigen Kammerton-Stil für den Film gewählt, weil das einfach besser zu König passe. "Er ist ja keine Krawallnudel, wie ich manchmal", sagt von Praunheim. Im Gegenteil: König sei sehr zurückgezogen, manchmal melancholisch. Von Praunheim: "Anfangs war ich skeptisch, ob ich es schaffe, ihn so frei vor die Kamera zu bringen."

Das vollständige Gespräch mit Rosa von Praunheim können Sie bis mindestens 15. Juli 2012 als MP3-Audio in unserem Audio-On-Demand-Player nachhören.

Mehr zum Thema bei dradio.de:
Gesamtübersicht: Unser Programm zur 62. Berlinale - <br> Alle Infos zum Filmfestival bei dradio.de
Sammelportal Berlinale 2012 auf dradio.de
Berlinale 2011 - Alle Sendungen auf einen Blick

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsWie man einen "Murakami" schreibt
Der japanische Schriftsteller Haruki Murakami bei einer Lesung in Odense, Dänemark, wo er mit dem Hans-Christian-Anderesen-Literatur-Award 2016 ausgezeichnet wurde. (picture alliance / dpa / Henning Bagger)

Haruki Murakamis neues Buch beschäftigt sowohl die "Süddeutsche Zeitung" als auch die "Welt". Letztere geht sogar soweit, eine Art Rezept mit allen nötigen Ingredienzien für die Verfassung eines Murakami-Romans zu veröffentlichen.Mehr

weitere Beiträge

Fazit

Georg Baselitz in der SchweizEine Doppelschau zum 80. Geburtstag
Maler Georg Baselitz 

Georg Baselitz gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Künstler der Gegenwart. Die Kunstkritik tut sich aber schwer mit ihm. Er habe so lange auf Unangepasstheit gesetzt, bis er im Establishment ankam, so der Vorwurf. Das Kunstmuseum Basel ehrt ihn jetzt mit einer Doppelschau. Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur