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Wortwechsel | Beitrag vom 07.07.2017

Dialogforum "Kultur bildet"Wie verändert sich kulturelle Bildung in der digitalen Gesellschaft?

Moderation: Susanne Führer

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Eine Austellungsbesucherin mit Virtual-Reality-Brille im Ara Pacis Museum Rom, aufgenommen am 10.10.2016 (picture alliance / dpa / Angelo Carconi)
Eine Austellungsbesucherin mit Virtual-Reality-Brille im Ara Pacis Museum in Rom (picture alliance / dpa / Angelo Carconi)

Virtueller Museumsbesuch, Online-Lehrgänge, Besucher-Laptops: Die Digitalisierung kommt bei der Vermittlung kultureller Inhalte an. Welche Auswirkungen das hat, ist Thema bei der zehnten Ausgabe des Dialogforums "Kultur bildet" im Berliner Podewil.

Ob virtuelle Rundgänge durch Museen, Besucher-Laptops in Bibliotheken oder die Vermittlung von Kunst durch Online-Lehrgänge - digitale Medien, Angebote und Vermittlungsformen haben in vielen Bereichen der kulturellen Bildung Einzug gehalten. Mit weitreichenden Folgen für die Aufgaben und Inhalte kultureller Bildung, da sind sich die Diskussionsteilnehmer einig, setzen aber unterschiedliche Akzente:

Prof. Martina Schuegraf, Studiengangsleitung "Digitale Medienkultur", Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf: In unserer heutigen Gesellschaft sind real/virtuell, online/offline kaum noch trennbar, darum ist kulturelle Bildung immer digitale Medienbildung; vorrangiges Ziel dabei ist das Erlernen von Kritikfähigkeit, auch und gerade gegenüber den Medien.

Prof. Susanne Keuchel, Direktorin der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW, Remscheid: Digitale kulturelle Bildung soll vor allem jungen Menschen helfen, sich selbst zu bilden und ihre künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten zu entwickeln, auch, um der Kommerzialisierung der digitalen Welt künstlerisch etwas entgegenhalten zu können.

Dr. Chantal Eschenfelder, Leitung Bildung & Vermittlung am Städel Museum Frankfurt/Main: Im Museumsbereich wecken digitale Angebote nicht nur mehr Interesse am Besuch der Sammlungen, sondern können auch die Kompetenz der User beim Betrachten von Kunst stärken, sie erweitern den Horizont und wirken so der Entstehung der berüchtigten "Echokammern" Sozialer Netzwerke entgegen.

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, kritisiert in diesem Zusammenhang das neue Netzwerkdurchsetzungsgesetz als ein "gefährliches Gesetz", weil es bei aller guten Absicht letztlich Internetkonzernen wie Google und Facebook die Macht gebe zu entscheiden, was wahr und was nicht wahr ist. Für die politische und kulturelle Entwicklung sei das verheerend.

Das Dialogforum "Kultur bildet" ist eine öffentliche Veranstaltungsreihe des Deutschen Kulturrats zur kulturellen Bildung, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Zweimal pro Jahr werden Podiumsgäste zur Diskussion im Podewil in Berlin geladen.

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