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Kulturnachrichten

Dienstag, 26. September 2017

Deutsches Literaturarchiv kauft Handke-Tagebücher

Mehr als 23 000 Seiten aus den Jahren 1990 bis 2015

Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach hat weitere Tagebücher des österreichischen Schriftstellers Peter Handke erworben. Seit knapp zehn Jahren sind bereits 66 Tagebücher aus den Jahren bis 1990 in Marbach, nun kommen mehr als 151 Tagebücher aus der Zeit danach hinzu. Nach Angaben des Archivs umfassen sie 23 500 mit der Hand geschriebene Seiten. Die Tagebücher seien für das Verständnis seines Werks von überragender Bedeutung, so ein Sprecher des Archivs. Sie enthalten Tagesnotizen, Werkentwürfe und Aphorismen, Notizen zu Reisen, Vokabellisten, Bildbeschreibungen, Naturbeobachtungen, Zeichnungen sowie Überlegungen zu seinen Werken. Die bereits in Marbach vorhandenen Tagebücher gehörten zu den meistgenutzten Beständen.

Volksbühne bietet Besetzern Räumlichkeiten an

Theater und Senat wollen "deeskalierend und lösungsorientiert ... agieren"

Die Berliner Volksbühne hat den Besetzern angeboten, ihre Aktionen in zwei Räumlichkeiten des Theaters fortzusetzen. Für "die Durchführung ihrer künstlerischen Angebote und zur Diskussion ihrer wichtigen stadtpolitischen Anliegen" könnten die Besetzer den Grünen Salon im Obergeschoss des Hauses sowie den Pavillon nutzen, teilten Volksbühne und Senatskulturverwaltung mit. "Das Angebot der Senatsverwaltung und der Intendanz orientiert sich am gemeinsamen Interesse, deeskalierend und lösungsorientiert zu agieren", heißt es in der Erklärung. Seit fünf Tagen halten Politaktivisten das Theater am Rosa-Luxemburg-Platz besetzt.

Guggenheim zieht Videos nach Protesten zurück

Tierschützer protestierten u.a gegen "Dogs That Cannot Touch Each Other"

Das Museum Guggenheim in New York hat nach Protesten von Tierschützern mehrere Ausstellungsstücke zurückgezogen. Das berichtet die "New York Times". Vor dem Museum hatte es Demonstrationen gegeben, eine Onlinepetition gegen die Ausstellung wurde von 500 000 Leuten unterschrieben. Drei Kunstwerke hatten die Proteste ausgelöst: Das Video "Dogs That Cannot Touch Each Other" zeigt vier Paar Hunde, die aufeinander zulaufen, sich aber nie erreichen können, weil sie auf Laufbändern angekettet sind, in "A Case Study of Transference" sind zwei Schweine zu sehen, die vor Publikum miteinander Sex haben und "Theater of the World" involviert hunderte Insekten und Reptilien unter einer Lampe. Das Museum teilte mit, die Werke seien "aus Sorge um die Sicherheit der Mitarbeiter, Besucher und Teilnehmer" entfernt worden.

David Hockney schenkt Paris ein Kunstwerk

Das zehn Meter lange Gemälde hängt in der Eingangshalle des Centre Pompidou

David Hockney (80) hat dem Pariser Centre Pompidou eines seiner größten und bedeutendsten Werke geschenkt. Es handelt es sich um das Ölgemälde "The Arrival of spring in Woldgate, East Yorkshire in 2011". Das rund zehn Meter lange Werk besteht aus 32 Tafeln und zeigt eine knallbunte Landschaft. Das Centre Pompidou habe ihm seine größte Retrospektive organisiert, deshalb bekomme es nun auch eines seiner größten Werke, sagte der Maler in Paris. Das Pariser Museum hat im Juni eine Hockney-Retrospektive eröffnet, die noch bis zum 23. Oktober zu sehen ist. Das Gemälde wird bis zum Ende der Ausstellung in der Eingangshalle des Centre Pompidou präsentiert. Man wolle, dass es alle Besucher sehen können, sagte der Leiter des Centre Pompidou Serge Lasvignes. Hockney gehört zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart.

"Cumhuriyet"-Journalist Gürsel kommt frei

Vier weitere Angeklagte bleiben in Haft

Im Prozess gegen Mitarbeiter der regierungskritischen türkischen Tageszeitung "Cumhuriyet" ist der Journalist Kadri Gürsel aus der Haft entlassen worden. Das entschied das Gericht am späten Montagabend in Istanbul, wie Prozessbeobachter und türkische Medien berichteten. Den insgesamt 20 Angeklagten im Prozess drohen über 40 Jahre Gefängnis. Den Journalisten und Mitarbeitern der Tageszeitung wird unter anderem vorgeworfen, die Bewegung des im Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen und die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK zu unterstützen. Angeklagt ist auch der inzwischen in Deutschland lebende ehemalige "Cumhuriyet"-Chefredakteur Can Dündar. Der Prozess wird am 31. Oktober fortgesetzt.

Ukraine: Umstrittenes Bildungsgesetz unterzeichnet

Lehrer sollen in der Landessprache unterrichten

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat ein umstrittenes Bildungsgesetz unterzeichnet. Poroschenkos Büro teilte mit, das Gesetz stärke die Rolle der ukrainischen Sprache in der Bildung. Kritiker erklärten dagegen, die Rechte ethnischer Minderheiten würden eingeschränkt. Besorgnis äußerten Ungarn, Rumänien, Russland und Moldawien. Das ungarische Außenministerium sprach von einem Dolchstoß, der rumänische Präsident sagte in der vergangenen Woche aus Protest einen Besuch in der Ukraine ab und lud auch Poroschenko wieder aus. Das Gesetz strukturiert das ukrainische Bildungssystem neu und legt fest, dass die ukrainische Sprache die Hauptsprache in den Schulen ist. Zuvor hatten Schulen die Möglichkeit, Fächer in anderen Sprachen zu unterrichten. Die ukrainischen Behörden haben Vorwürfe zurückgewiesen, damit würden Sprachen der Minderheiten ins Abseits gedrängt.

Filmpreis NRW an zwei Regisseurinnen

10 000 Euro Preisgeld für Angela Schanelec und Corinna Belz

Der Filmpreis NRW geht in diesem Jahr an den Spielfilm "Der traumhafte Weg" von Angela Schanelec. Als bester Dokumentarfilm werde "Peter Handke - Bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte..." von Corinna Belz ausgezeichnet, teilte die Film- und Medienstiftung NRW in Düsseldorf mit. Beide Preise sind mit jeweils 10 000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden Filme, die in besonderer Weise für das Filmschaffen in Nordrhein-Westfalen stehen und deren Produktion eng mit dem Land verknüpft ist.

Sinti und Roma kritisieren Kinofilm als rassistisch

"Hereinspaziert" verpacke Rassismus im Gewand einer Komödie

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat den gerade in der Bundesrepublik angelaufenen Kinofilm "Hereinspaziert" als rassistisch kritisiert. Die belgisch-französische Produktion verpacke Rassismus und Vorurteile gegen Sinti und Roma im Gewand einer Komödie, sagte der Zentralratsvorsitzende Romani Rose in Heidelberg. "Es ist unerträglich, wie Angehörige der Minderheit als vormoderne und unzivilisierte 'Wilde' charakterisiert werden." Rassistische Stereotype würden auch durch ein "vermeintliches Happy End" im Film nicht aufgelöst, so der Zentralrat. Der Film erzählt, wie sich eine große Roma-Familie in der Villa eines reichen französischen Autors einnistet.

Österreichs Kanzler boykottiert Boulevardblatt

Christian Kern will keine Werbung mehr schalten und keine Interviews mehr geben

Wegen angeblich verleumdender Berichterstattung ist Österreichs Kanzler Christian Kern auf Konfrontationskurs zum Boulevardblatt "Österreich" gegangen. Knapp drei Wochen vor der Parlamentswahl verhängte der SPÖ-Chef einen Inserate-Boykott der Sozialdemokraten. "Nur, weil ich bei einer Wahl kandidiere, heißt das noch lange nicht, dass ich alles mitmachen muss", schrieb der 51-jährige Regierungschef auf Facebook. Er sieht eine Kampagne gegen sich. Außerdem will Kern dem Blatt keine Interviews mehr geben. Die Wiener Gratis-Zeitung "Österreich" hatte in den vergangenen Tagen groß über ein an die Öffentlichkeit gespieltes internes Papier berichtet, in dem Kern ein Glaskinn attestiert und er als "Prinzessin" bezeichnet wurde.

Alternativer Nobelpreis vergeben

Ehrung für Umweltschützer und Friedensaktivisten

Der Alternative Nobelpreis ehrt in diesem Jahr unermüdliche Kämpfer für die Schwächsten in der Gesellschaft. Die Auszeichnung wurde an vier Preisträger auf drei Kontinenten vergeben: An den indische Menschenrechtsanwalt Colin Gonsalves, weil er seit drei Jahrzehnten moderne Sklaven, Slumbewohner, Frauen und Arme verteidigt. Sein Menschenrechtsnetzwerk HRLN erstritt unter anderem ein "Recht auf Nahrung", was das Leben von 400 Millionen Menschen verbesserte. Die mit je rund 105 000 Euro dotierte Auszeichnung geht zudem an die Äthiopierin Yetnebersh Nigussie für ihr Engagement für Menschen mit Behinderung in Afrika und weltweit. Die investigative Journalistin Khadija Ismayilova aus Aserbaidschan bekommt den Preis für ihre mutige Aufdeckung von Korruption auf höchster Regierungsebene, die sie auch ins Gefängnis brachte. Den undotierten Ehrenpreis erhält der amerikanische Umweltrechtler Robert Bilott, der in einem 19 Jahre dauernden Rechtsstreit 70 000 Bürger im US-Bundesstaat West Virginia vertrat, deren Trinkwasser chemisch verseucht worden war.

Saisonstart an New Yorker Metropolitan Oper

Mit viel Prominenz und Bellinis "Norma" beginnt die neue Spielzeit.

Die Zuschauer im voll besetzten Saal feierten die Neuinszenierung der Oper des italienischen Komponisten Vincenzo Bellini aus dem Jahr 1831. Die Aufführung bekam in Manhattan "Bravo"-Rufe und minutenlangen Applaus. Besonders beklatscht wurde die US-Sopransängerin Sondra Radvanovsky in der Titelrolle. Zuvor hatten sich bereits zahlreiche Prominente auf dem roten Teppich gezeigt, darunter die Musikerin Patti Smith und Schauspielerin Anna Chlumsky. Chlumsky schwärmte: "Opern sind sexy, sie beruhen auf all dem, woraus wir bestehen - Emotionen und Drama." Die Metropolitan Oper gilt als eines der weltweit besten Opernhäuser und die Spielzeiteröffnung in New York jedes Jahr als gesellschaftliches Großereignis.

Turner-Preis-Ausstellung öffnet mit Werk von Büttner

Turner-Schau in britischer Kulturhauptstadt Hull

Die Ausstellung zum diesjährigen Turner-Preis eröffnet heute mit einem Beitrag der deutschen Künstlerin Andrea Büttner. Die Schau zu dem renommierten Kunst-Preis findet in der diesjährigen britischen Kulturhauptstadt Hull im Norden Englands statt. Büttner wurde 1972 in Stuttgart geboren und lebt gegenwärtig in Berlin und London. Für den Turner-Preis werden nur Künstler nominiert, die aus Großbritannien stammen oder dort leben und arbeiten. Neben Büttner sind das in diesem Jahr Hurvin Anderson, Lubaina Himid und Rosalind Nashashibi. Büttner zeigt in der Ausstellung eine Reihe von Drucken, Radierungen und Gemälden. Der Preis ist nach dem Maler William Turner benannt. Er gilt als wichtigste britische Auszeichnung für moderne Kunst und wird seit 1984 vergeben.

"Pretty Woman" kommt als Musical an den Broadway

Mit Musik von Bryan Adams

Die Liebeskomödie "Pretty Woman" wird im kommenden Jahr als Musical an den weltberühmten Broadway kommen. Für die Musik ist der kanadische Rockmusiker Bryan Adams ("Summer of '69") zuständig. Der Film von 1990 mit Julia Roberts und Richard Gere in den Hauptrollen handelt von der Prostituierten Vivian und Geschäftsmann Edward, der sich in Vivian verliebt. Regisseur und Choreograph Jerry Mitchell wird das Musical inszenieren. Die Hauptrollen übernehmen Samantha Barks ("Les Misérables") und Tony-Award-Gewinner Steve Kazee. Das Musical soll nach einem Gastspiel in Chicago im Herbst 2018 in New York starten.

Klinik-Clowns kritisieren Horror-Thriller "Es"

"Zerrbild des Clowns" erschwere Arbeit

Als "unerträglich" haben Klinik-Clowns die Neuverfilmung des Stephen-King-Romans "Es" kritisiert, die in dieser Woche in die deutschen Kinos kommt. Das Clown-Monster "Pennywise" sei mit seinem Sadismus das abgrundtief Böse schlechthin, beklagte Kathrin Schnelle, Vorsitzende des Vereins Klinik-Clowns Hamburg. Dieses "Zerrbild des Clowns" erschwere ihre Arbeit. Der Verein Klinik-Clowns Hamburg wurde 2002 gegründet. Im vorigen Jahr hatten die 16 Clowns mehr als 1.500 Einsätze.

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