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Studio 9 | Beitrag vom 08.06.2016

Deutscher Schulpreis 2016Jede Schule kann supertoll sein - wenn sie nur will

Von Christiane Habermalz

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Eine Schülerin blickt in der Bibliothek der Grundschule auf dem Süsteresch in Schüttorf / Niedersachsen in ein Sachbuch über "Beethoven". Die Schule ist Hauptpreisträger beim Deutschen Schulpreis 2016. (picture alliance / dpa / Friso Gentsch)
Eine Schülerin blickt in der Bibliothek der Grundschule auf dem Süsteresch in Schüttorf / Niedersachsen in ein Sachbuch über "Beethoven". Die Schule ist Hauptpreisträger beim Deutschen Schulpreis 2016. (picture alliance / dpa / Friso Gentsch)

Der mit 100.000 Euro dotierte Deutsche Schulpreis 2016 geht an die Grundschule auf dem Süsteresch im niedersächsischen Schüttorf. Aus diesem Anlass blicken wir zurück, was eigentlich aus früheren Preisträgern geworden ist.

Was macht eine exzellente Schule aus? Schon der griechische Dichter Aristophanes wusste: Bildung heißt nicht, ein Gefäß zu füllen, sondern ein Feuer zu entfachen. Für Gisela Schultebraucks, Leiterin der Grundschule "Kleine Kielstraße" gehört noch etwas mehr dazu:

"Eine gute Schule ermöglicht einem Kind, sich individuell zu entwickeln, das was es an Potenzial mitbringt, wirklich auch auszuschöpfen. Dann arbeitet eine gute Schule eng und vertrauensvoll mit den Eltern zusammen, nimmt sie mit, macht transparent, was geschieht, und in einer guten Schule arbeiten die Lehrer professionell zusammen. Das heißt sie bereiten den Unterricht gemeinsam vor, diskutieren Anforderungen, verbessern Unterrichtskonzepte."

Die Schule bezieht von Anfang an die Eltern mit ein

Die Grundschule "Kleine Kielstraße" war die erste Hauptpreisträgerin des Deutschen Schulpreises im Jahr 2006. Eine klassische Brennpunktschule im Norden Dortmunds, über 80 Prozent Ausländeranteil, viele Kinder aus Problemfamilien. Die Schule leistet seit Jahren nicht nur hervorragende Bildungsarbeit für die Kinder, sondern bezieht von Anfang an auch die Eltern mit ein, versteht sich mit ihnen als Verantwortungsgemeinschaft für das Kind.

Seit zehn Jahren wird der Deutsche Schulpreis von der Robert-Bosch-Stiftung und der Heidehof-Stiftung jährlich an herausragende Schulen verliehen. Und die Preisverleihung selbst wird jedes Jahr zum Medienevent: Die 14 von einer unabhängigen Jury nominierten Schulen reisen mit einer Schüler- und Lehrerdelegation an und jubeln für ihre Schule, die Trophäe wird in der Regel von hochrangigen Politkern, manchmal sogar von Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich übergeben, das Ganze im Rahmen einer Live-Sendung von der ARD übertragen.

100.000 Euro bekommt die prämierte Schule, fünf weitere Preisträger erhalten zusammen noch einmal die gleiche Summe. Doch wieviel bleibt tatsächlich hängen von dem Spektakel, außer Ruhm und Ehre für die Schule selbst? Viel, sagt Schultebraucks.

"Das erste Jahr war fast erschlagend. Wir haben so viele Anfragen bekommen, von Journalisten, Fernsehteams waren bei uns in der Schule. Es gab zuallererst immer die Frage, ihr habt 50.000 Euro gewonnen, was macht ihr mit dem Geld. Dann: Ihr habt den Deutschen Schulpreis gewonnen, weswegen denn? Und dann: Ihr habt den Deutschen Schulpreis gewonnen: Was macht ihr denn mit Kindern? Also irgendwann drehte sich das Interesse weg von dieser Auszeichnung hin zu unseren Konzepten und unseren Ideen."

Die Schule bekam Anfragen ohne Ende

Das Interesse war so groß, dass die Schule regelmäßig offene Hospitationstage einrichtete. 60 Leute kommen derzeit im Monat, um sich durch die Schule führen zu lassen und am Unterricht teilzunehmen - von überall aus Deutschland.

Zur diesjährigen Preisverleihung im Berliner Veranstaltungszentrum Kosmos ist Außenminister Frank-Walter Steinmeier dabei - denn erstmals sind in einem Sonderwettbewerb auch zwei deutsche Auslandsschulen nominiert – eine aus Peru und eine aus Südafrika.

Die Spannung steigt, als Steinmeier den Umschlag öffnet:

"Wer ist der Gewinner? Die deutsche internationale Schule Johannisburg."

Schüler und Lehrer, extra aus Südafrika angereist, liegen sich in den Armen. Eine halbe Stunde später wird dann auch der diesjährige Hauptpreisträger gekürt: Die Grundschule Süsteresch in Schüttorf im Südwesten Niedersachsens. Die Botschaft, die der Deutsche Schulpreis immer wieder vermitteln will: Im Prinzip kann jede Schule herausragend sein, sie muss es nur wollen. Und der eigentliche Preis, das betont auch Schultebraucks, ist die Vernetzung.

1000 Schulen haben in den vergangenen Jahren an Angeboten zu Austausch und Weiterbildung teilgenommen. Um die Erfahrungen und Innovationen der Besten weiter in die Breite zu tragen, wurde im vergangenen Jahr zusätzlich die Akademie Deutscher Schulpreis gegründet. Die Grundschule "Kleine Kielstraße" hat derweil eine innovative Mathe-Lernmethode für ihre Schule entwickelt, das "Matherad". Wegen der großen Nachfrage von anderen Schulen wurde es von einem Schulbuchverlag verlegt.

"Und jetzt arbeiten wir gerade am Deutschrad!"

Schülerinnen sitzen an einem Computer-Arbeitsplatz in der Grundschule auf dem Süsteresch in Schüttorf / Niedersachen. Die Schule ist Hauptpreisträger beim Deutschen Schulpreis 2016. (picture alliance / dpa / Friso Gentsch)Schülerinnen sitzen an einem Computer-Arbeitsplatz in der Grundschule auf dem Süsteresch in Schüttorf / Niedersachen. (picture alliance / dpa / Friso Gentsch)

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