Seit 09:05 Uhr Im Gespräch
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch
 
 

Kulturnachrichten

Freitag, 4. August 2017

Deutscher PEN kritisiert „Stiftung Lesen"

AfD-Mandatsträger wurden zum bundesweiten Vorlesetag eingeladen

Die Präsidentin des deutschen PEN, Regula Venske, kritisiert die „Stiftung Lesen". Diese habe AfD-Politiker eingeladen, am bundesweiten Vorlesetag teilzunehmen. Nach Auffassung des deutschen PEN sind die Grundsätze der AfD, die sich gegen die bestehende kulturelle Vielfalt und Toleranz richten, nicht vereinbar mit den an Schulen und Kitas vertretenen und unsere Gesellschaft bereichernden Leitbildern, so Venske. Gegenüber Deutschlandfunk Kultur erklärte der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, Jörg F. Maas, dass die Stiftung alle im Bundestag und in den Länderparlamenten vertretenen Parteien mit Ausnahme der NPD auf ein mögliches Engagement beim Vorlesetag lediglich aufmerksam gemacht habe. Dabei sei darauf hingewiesen worden, fremdenfreindliche, rassisitische und antisemitische Äußerungen in Bildungseinrichtungen zu unterlassen. Die Schulen und Kitas könnten selbst entscheiden, wen sie zum Vorlesetag in ihre Einrichtung einladen wollen.

Weiter Streit um Berliner Volksbühne - Wut im Netz

Das neue Team äußert Hoffnung auf eine faire Debatte

Um die Berliner Volksbühne gibt es nach dem Ausscheiden von Intendant Frank Castorf weiter Streit. Im Netz überschütten Castorf-Anhänger den umstrittenen Nachfolger Chris Dercon und sein Team für ihre ersten Auftritte in den sozialen Medien mit Wut und Häme. Auch der Kulturausschuss im Abgeordnetenhaus will sich nach der Sommerpause erneut kritisch mit Dercons Zukunftskonzept befassen, wie die Vorsitzende Sabine Bangert ankündigte. "Herrn Dercon ist es bei seiner Anhörung im Ausschuss nicht gelungen, die Zweifel auszuräumen, ob er seine Aufgabe vertragsgemäß erfüllt." Das neue Volksbühnen-Team reagierte entsetzt auf die Flut digitaler Attacken. "Natürlich waren wir angesichts der zahlreichen Diffamierungen der letzten Monate auf einen formidablen shitstorm vorbereitet. Trotzdem erschüttern uns nun die Hasskommentare, Beleidigungen, die vulgären und xenophoben Aussagen jenseits von Fakten", hieß es in einer Stellungnahme.

Gegenwind für Lollapalooza in Hoppegarten

Kreis will Bauantrag ablehnen

Der Landkreis Märkisch-Oderland wird den Bauantrag auf Nutzungserweitung in der kommenden Woche ablehnen. Das sagte die Leiterin des Bauordnungsamtes, Carla Bork, der Deutschen Presse-Agentur. Bislang ist das Areal allein als Rennbahn zugelassen. Diese Nutzung vertrage sich nicht damit, das Gelände auch als Spiel- und Freizeitfläche zuzulassen, erklärte Bork. Ein Aus für die Veranstaltung habe dies allerdigs noch nicht zufolge, weil aktuell geprüft werde, ob diese auch mit Einzelgenehmigungen erlaubt werden kann. Der Kartenverkauf für das Musikfestival hat bereits begonnen. Zu seiner dritten Ausgabe in der Berliner Region Bands wie die Foo Fighters, Mumford & Sons und The xx verpflichtet.

Uffizien in Florenz müssen wegen Hitze schließen

Die Klimaanlage ist ausgefallen

Die weltberühmten Uffizien in Florenz haben ihre Tore für Besucher wegen Hitze geschlossen. In dem Kunstmuseum mit den Werken vieler italienischer Meister sei die Klimaanlage ausgefallen, teilte die Museumsleitung mit. Diese sei nicht nur nötig, um den Besuchern Kühlung zu verschaffen, sondern auch um Schäden an den jahrhundertealten Gemälden zu verhindern. Techniker arbeiteten daran, den Schaden zu beheben. Florenz gilt ohnehin als eine der heißesten Städte Italiens. Im Moment stöhnt das Land aber unter einer besonders heftigen Hitzewelle mit Temperaturen an die 40 Grad.

Reporter ohne Grenzen fordert Shawkans Freilassung

Der Fotojournalist sitzt seit vier Jahren in Untersuchungshaft

Reporter ohne Grenzen fordert die ägyptischen Behörden auf, den Fotojournalisten Mahmud Abu Seid, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Shawkan, sofort freizulassen. Mitte August sitzt er seit vier Jahren ohne Urteil in Haft. Shawkan wurde festgenommen, während er über die Auflösung einer Pro-Mursi-Demonstration berichtete, und steht nun vor Gericht. Am Samstag geht sein Prozess weiter. „Seit vier Jahren muss Shawkan nun schon unter den schweren Bedingungen der Untersuchungshaft leiden. Sein Gesundheitszustand hat sich seit seiner Festnahme dramatisch verschlechtert", sagte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske. Shawkan arbeitete als freier Fotograf unter anderem für die Agenturen Demotix und Corbis sowie für das deutsche Magazin Focus.

Bremer Kunsthalle zeigt Spuren der Kolonialzeit

Das Projekt wurde von der Kulturstiftung des Bundes gefördert

Als erstes deutsches Kunstmuseum hat die Bremer Kunsthalle ihre eigene Geschichte in der Kolonialzeit erforscht und zeigt die Ergebnisse in einer Ausstellung unter dem programmatischen Titel "der blinde Fleck". Was sichtbar gemacht werde, thematisiere insbesondere die Darstellung und den Umgang mit dem Fremden in der frühen Moderne, sagte Kunsthallen-Direktor Christoph Grunenberg. Die Ausstellung zeigt rund 110 Werke und ist bis zum 19. November zu sehen.

Uni Göttingen kauft 17.000 historische Kinderbücher

Es handelt sich um Erscheinungen aus den Jahren 1925 bis 1948

Die Universität Göttingen hat eine umfangreiche Privatsammlung mit Kinder- und Jugendliteratur aus den Jahren 1925 bis 1945 erworben. Sie umfasst rund 17.000 Titel, darunter Mädchenbücher mit Abenteuergeschichten, religiöse Erzählungen, Schulbücher, Werbeheftchen und nationalsozialistische Propagandaschriften für das "Deutsche Jungvolk". Die Sammlung ergänze den universitären Bestand an historischer Kinder- und Jugendliteratur und solle in Forschung und Lehre genutzt werden. Es sei deutschlandweit die umfassendste Kollektion für den Zeitabschnitt 1925 bis 1945, in der Literatur besonders politisiert ind instrumentalisiert worden sei.

Brigitte Kowanz erhält Deutschen Lichtkunstpreis

Künstlerin hat Lichtkunst seit den 80iger Jahren geprägt

Die Österreicherin Brigitte Kowanz erhält den mit 10 000 Euro dotierten Deutschen Lichtkunstpreis. Mit ihren Werken habe sie die europäische Lichtkunst seit den 1980er Jahren entscheidend geprägt, sagte der Gründer und Direktor des Kunstmuseums Celle, Robert Simon. Derzeit repräsentiert die Künstlerin und Trägerin des Großen Österreichischen Staatspreises gemeinsam mit Erwin Wurm Österreich auf der 57. Biennale von Venedig. Seit 1997 ist die 60-Jährige Professorin für Transmediale Kunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Der von der Robert Simon Kunststiftung vergebene Lichtkunstpreis wird seit 2014 alle zwei Jahre verliehen. Erster Preisträger war Lichtkunstpionier Otto Piene, 2016 wurde Mischa Kuball ausgezeichnet.

Erster Rapper mit Kennedy Center-Auszeichnung

LL Cool J, Gloria Estefan und Lionel Richie unter den Geehrten

LL Cool J bekommt als erster Rapper eine der begehrten Auszeichnungen des renommierten Kennedy Center. Auch Sängerin Gloria Estefan, Lionel Richie, sowie die Choreografin Carmen de Lavallade und der TV-Produzent Norman Lear gehören zu den Geehrten. Traditionell veranstaltet der US-Präsident einen Empfang zur Übergabe der Auszeichnungen Anfang Dezember. Der mit progressiven TV-Serien bekanntgewordene Preisträger Lear kündigte deswegen bereits an, auf die Teilnahme an der Gala zu verzichten. Gloria Estefan betonte, sie werde das Gespräch mit Trump nutzen, um ihre Sichtweise klarzumachen. Das nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy benannte Kennedy-Zentrum ist die größte Kultureinrichtung in der US-Hauptstadt. Zu den früheren Preisträgern zählen Meryl Streep, Aretha Franklin, Robert De Niro, George Lucas, Tom Hanks und Sting.

Humboldt-Forum braucht "Konzept aus einem Guss"

SPD-Politikerin Högl sorgt sich um Attraktivität des neuen Kulturzentrums

Die Vize-Chefin der SPD-Bundestagsfraktion, Högl, hat für das geplante Humboldt-Forum in Berlin ein "Konzept aus einem Guss" gefordert. Das Kulturzentrum im wiederaufgebauten Berliner Schloss müsse "uneingeschränkt attraktiv" sein, um die "Menschenmassen" anzuziehen. "Ich habe immer noch Sorge, ob das gelingt", sagte Högl der Nachrichtenagentur dpa. In diesem Zusammenhang sicherte die SPD-Politikerin zu, sich für eine bessere Ausstattung der Provenienz-Forschung einzusetzen. Die Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit sei so wichtig, dass der Bund dafür mehr Geld zur Verfügung stellen müsse. "Da sollten sich die Fraktionen einig sein." Derzeit wird gestritten, ob sich die Verantwortlichen ausreichend um die koloniale Herkunft ihrer Ausstellungsobjekte kümmern. Das Kunst- und Kulturzentrum soll 2019 im einstigen Berliner Schloss eröffnen.

Ehrenpreis für Nastassja Kinski in Locarno

Jury bezeichnet die Schauspielerin als "außerordentlich inspirierend"

Nastassja Kinski ist beim Filmfestival Locarno mit dem Ehrenpreis, einem kleinen "Goldenen Leoparden", ausgezeichnet worden. Zur Begründung hieß es, die 56-Jährige sei eine ungewöhnliche Erscheinung und für viele bedeutende Regisseure wie Wim Wenders, Francis Ford Coppola, Paul Schrader, Tony Richardson und Roman Polanski außerordentlich inspirierend gewesen. Die in West-Berlin geborene Tochter von Klaus Kinski nahm den "Pardino d'oro" sichtlich gerührt entgegen und dankte in vielen Sprachen. "Ich danke Ihnen. Ich danke dem Leben, das mir so viele Chancen gegeben hat. Und ich danke den großen Künstlern, mit denen ich arbeiten durfte, wie zum Beispiel Wim Wenders." Der Regisseur drehte mit Nastassja Kinski "Paris, Texas". Der Film, der 1984 die Goldene Palme beim Festival in Cannes gewann, wurde einer ihrer größten Erfolge. In Locarno ist Kinski auch eine Hommage gewidmet.

Kulturnachrichten hören

August 2017
MO DI MI DO FR SA SO
31 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur