Montag, 18.12.2017

Kulturnachrichten

Freitag, 24. November 2017

Deutscher Kurzfilmpreis verliehen

Siegerfilme werden bundesweit gezeigt

Der Deutsche Kurzfilmpreis ist am Abend in Köln verliehen worden. "Kurzfilme sind thematisch oft originell, künstlerisch bisweilen radikal und filmisch häufig innovativ", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Mit dem Preis solle dieses künstlerisch anspruchsvolle Format die Anerkennung erhalten, die es verdiene. Der Deutsche Kurzfilmpreis wurde in fünf Kategorien vergeben. Die Preisträger sind: Michael Fetter Nathansky für den Film "Gabi", Sophie Linnenbaum für "Pix", Florian Kunert für "Oh Brother Octopus", Mariola Brillowska für "Schwarze Welle" und Juliane Ebner für "Landstrich". Der Deutsche Kurzfilmpreis gilt als wichtigste Auszeichnung des Genres in Deutschland. In diesem Jahr wurden Prämien im Gesamtwert von 275 000 Euro vergeben.

Heinrich-Böll-Preis für Schriftsteller Ilija Trojanow

Auszeichnung ist mit 30.000 Euro dotiert

Ilija Trojanow ist in Köln mit dem Heinrich-Böll-Preis ausgezeichnet worden. Oberbürgermeisterin Henriette Reker betonte, der 52-jährige Schriftsteller sei "ein literarisch herausragender, engagierter, humorvoller und zeitkritischer Autor". Trojanow setze das politische Engagement Heinrich Bölls konsequent um. Der Preisträger selbst bezeichnete Böll und sich als sogenannte "Gutmenschen". Solche Menschen treffe der Hass, weil sie die gesellschaftlichen Verhältnisse infrage stellten, so Trojanow. Der einst aus dem kommunistischen Bulgarien geflohene Schriftsteller wurde mir seinem 2006 erschienenen Buch "Der Weltensammler" bekannt. Der Heinrich-Böll-Preis wird alle zwei Jahre vergeben.

Große Baselitz-Retrospektive in Washington

Hirschhorn-Museum zeigt auch Skandalwerk "Nackter Mann"

Nach mehr als 20 Jahren wird in den USA erstmals wieder eine umfassende Retrospektive des deutsch-österreichischen Malers Georg Baselitz zu sehen sein. Das Hirschhorn-Museum in Washington wird ab Juli 2018 mehr als 100 Werke des in Sachsen geborenen Künstlers ausstellen, darunter auch das 1962 veröffentlichte Skandalwerk "Nackter Mann". Das Bild hatte wegen seiner Phallus-Abbildung für Aufsehen gesorgt und wurde noch nie in den USA gezeigt. Die Retrospektive eröffnet im Januar zunächst in der Stiftung Beyeler in Basel und wechselt dann nach Washington. Anlass der Ausstellung ist der 80. Geburtstag von Georg Baselitz am 23. Januar 2018.

Duden-Preis für Sprachwissenschaftler Fandrych

Preis ist mit 12.500 Euro dotiert

Der Leipziger Sprachwissenschaftler Christian Fandrych erhält den Konrad-Duden-Preis 2018 der Stadt Mannheim. Fandrych wird für seine Forschungen zu Sprachdidaktik und Linguistik geehrt. Zudem anerkenne der Preis Fandrychs Engagement für das Fach "Deutsch als Fremdsprache". Der Wissenschaftler lehrt und forscht an der Universität Leipzig und ist zugleich Leiter des mit einer Kairoer Hochschule organisierten Studiengangs "Deutsch als Fremdsprache im arabisch-deutschen Kontext". Der nach dem Philologen Konrad Duden benannte Preis wird alle drei Jahre vergeben. Geehrt werden Germanisten. Fandrych soll den Preis im Rahmen der Jahrestagung des Instituts für Deutsche Sprache am 14. März in Mannheim erhalten.

Brechts Filmerbe vollständig digitalisiert

Zum Bestand gehört auch bisher unbekanntes Filmmaterial

Rund 50 Filmtitel des vielfältigen Filmbestands aus dem Nachlass Bertolt Brechts sind digitalisiert und können ab Januar in der Archivdatenbank der Akademie der Künste in Berlin recherchiert werden. Die Sicherung von Brechts Filmerbe, das nach seinem Tode von Helene Weigel ergänzt wurde, ist damit abgeschlossen. Das Projekt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsche Kinemathek dauerte zwei Jahre. Den Kern der filmischen Dokumente bilden demnach die Privataufnahmen von Brecht, seiner Familie und Zeitgenossen sowie zahlreiche Inszenierungsdokumentationen der 1930er bis 1950er Jahre, in denen Brechts Theaterarbeit festgehalten ist. Am 5. Dezember will die Akademie der Künste das Projekt sowie ausgewählte Filmausschnitte aus dem digitalisierten Bestand vorstellen.

Filmemacher fordern Neuanfang für Berlinale

Anlass ist die Suche nach einem Nachfolger für Festival-Leiter Kosslick

Führende deutsche Filmemacher fordern einen Neuanfang für die Berlinale. In einer Erklärung, die auf "Spiegel Online" veröffentlicht wurde, verlangen 79 Regisseurinnen und Regisseure, "das Festival programmatisch zu erneuern und zu entschlacken". Zu den Unterzeichnern gehören Fatih Akin, Dominik Graf, Maren Ade, Volker Schlöndorff und Andreas Dresen. Anlass für die Erklärung ist die Suche nach einem Nachfolger für den Chef der Internationalen Filmfestspiele, Dieter Kosslick, dessen Vertrag 2019 ausläuft. Die Filmemacher schlagen vor, dafür eine internationale Findungskommission einzusetzen.

Eröffnung des Jüdischen Museums Köln erst 2021

Museum soll bedeutendste archäologische Funde des Rheinlandes präsentieren

Wegen aufwendiger Betonstahlarbeiten im historischen Baugrund verschiebt sich die Eröffnung des Kölner Jüdischen Museums MiQua um rund ein Jahr auf Mitte 2021. Das gab die Stadt Köln bekannt. Das "MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln" auf und unter dem Rathausplatz wird aus einer unterirdischen archäologischen Fundebene und dem oberirdischen Neubau bestehen. Es präsentiert mit dem römischen Praetorium, dem mittelalterlichen jüdischen Viertel und dem Goldschmiedeviertel einige der bedeutendsten archäologischen Architekturfunde zur Geschichte der Stadt Köln und des Rheinlandes. In der rund 6.000 Quadratmeter großen unterirdischen Ebene wird ein archäologischer Rundgang als Dauerausstellung eingerichtet. Diese wird in der Ausstellungsfläche im ersten Obergeschoss fortgesetzt mit dem Kapitel zur Jüdischen Geschichte und Kultur Kölns von 1424, dem Jahr der Vertreibung der Juden aus der Stadt, bis in die Moderne.

Großbritannien verliert europäische Kulturhauptstadt

Britische Politiker kritisieren die Entscheidung der EU Komission

Großbritannien verliert wegen des Brexit das Anrecht, im Jahr 2023 die Europäische Kulturhauptstadt zu beherbergen. Wie eine Sprecherin der EU-Kommission mitteilte, ist dies wegen des für den 29. März 2019 geplanten EU-Austritts nicht mehr möglich. Der Auswahlprozess mit Blick auf eine britische Stadt werde deshalb beendet. Dies sei "eine der vielen konkreten Folgen der Entscheidung" der Briten, die Europäische Union zu verlassen. Schon 2014 hatten die EU-Mitgliedstaaten und das Europaparlament die Abfolge der Länder festgelegt, welche die Kulturhauptstadt bis zum Jahr 2033 beherbergen sollen. Für 2023 ist neben das nun ausgeschiedene Großbritannien Ungarn vorgesehen. Der Ausschluss führte bereits zu zahlreichen Protesten: Britische Abgeordnete sprachen von „perfiden Absichten und „bösartigem Gehabe von Seiten der EU-Kommission. Ein Regierungssprecher wies darauf hin, dass der Titel bereits in Länder wie Norwegen, die Türkei und Island gegangen sei, die ebenfalls nicht der EU angehörten.

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