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Montag, 18.06.2018
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 10. Juni 2018

Deutscher Bühnenverein beschließt Wertekodex

Außerdem soll es Geschlechtergerechtigkeit in Gremien und Vorständen geben

Der Deutsche Bühnenverein hat auf seiner Jahreshauptversammlung in Lübeck einen "wertebasierten Verhaltenskodex zur Prävention von sexuellen Übergriffen und Machtmissbrauch" verabschiedet. Die Mitgliedstheater und -orchester sollen den Kode kommunizieren und individuell weiterentwickeln, teilte der Bühnenverein zum Abschluss des zweitägigen Treffens mit. Rund 300 Verwaltungsdirektoren, Intendanten, Kulturpolitiker und weitere Gäste hatten teilgenommen. "Dies ist kein Katalog, der menschliches Verhalten bis in den letzten Winkel hinein diktiert und ausleuchtet", sagte Bühnenvereinspräsident Ulrich Khuon. Aber der Kodex soll die Theater und Orchester bestärken, "mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer wieder auszuhandeln, wie man miteinander umgeht und arbeitet". Als weiteren Schritt in Richtung Geschlechtergerechtigkeit beschloss der Bühnenverein, eine paritätische Besetzung aller Gruppenvorstände und Gremienpositionen in absehbarer Zeit umzusetzen.

Achenbach kritisiert Spekulation mit Kunst

Verurteilter ehemaliger Kunstberater bereut Betrügereien

Der ehemalige Kunstberater Helge Achenbach, der wegen Millionenbetrugs zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde, ist mit sich selbst hart ins Gericht gegangen. Er rätsle noch immer über die Gründe, die ihn zum Millionenbetrug getrieben hätten, sagte er der "Welt am Sonntag". Er habe mit den Großen mitspielen wollen, es sei "eine furchtbare Gemengelage aus Hochmut, Eitelkeit und Überheblichkeit" gewesen, gepaart mit Missgunst und Gier. Für die Kunstberatung, die Achenbach in Deutschland als einer der ersten eingeführt hatte, hat der 66-Jährige heute nichts mehr übrig. Nur Menschen, die keine Ahnung von Kunst hätten und sie als Spekulation verstünden, bräuchten Kunstberater, sagte Achenbach. Das Kunstsammeln verkomme immer mehr zum Spekulantentum.

Astronomen "wiegen" die Milchstraße

Milchstraße besitzt die Masse von 960 Milliarden Sonnen

Ein US-Forscherteam von der University of Arizona die Masse der Milchstraße errechnet. Die Astronomen hatten nach einem Weg gesucht, die Gesamtmasse der Milchstraße und anderer Galaxien möglichst exakt zu bestimmen. Dabei gehe es nicht bloß um die Sterne in einer Galaxie, die nur etwa 15 Prozent der Masse der Milchstraße ausmachen, wie die University of Arizona erläutert. Rund 85 Prozent sind sogenannte Dunkle Materie. Sie ist nicht sichtbar und wurde noch nie direkt beobachtet. Forscher wissen jedoch, dass sie da ist, denn sie macht sich über ihre Schwerkraft bemerkbar. Die US-amerikanischen Astronomen maßen nun den sogenannten Drehimpuls von 9 der rund 50 Satellitengalaxien unserer Milchstraße. Die Forscher kombinierten ihre Messungen mit einem umfangreichen Computermodell und konnten auf diese Weise die Schwerkraftwirkung - und damit die Masse - unserer Heimatgalaxie besonders gut bestimmen. So haben die Astronomen die Gesamtmasse der Milchstraße auf 960 Milliarden Mal die Masse unserer Sonne bestimmt. Frühere Untersuchungen waren zu Werten zwischen 700 Milliarden und 2 Billionen Sonnenmassen gekommen, wie die Universität erläutert.

Buchautor Zeyringer fordert TV-Boykott der Fußball-WM

Kommerz und Korruption zerstörten den Fußball

Der österreichische Literaturkritiker und Publizist Klaus Zeyringer fordert einen TV-Boykott der Zuschauer bei der Fußball-Weltmeisterschaft. "Schauen wir uns kein einziges Match mehr an. Wir sind keine Quotenbringer, keine dummen Schafe, keine dumpfen Konsumenten", forderte er im Deutschlandfunk. Zeyringer hat zusammen mit dem Schriftsteller Ilija Trojanow das Buch "Das wunde Leder" veröffentlicht. Darin beklagen die Autoren, dass Kommerz und Korruption den Fußball zerstörten. Das ganze System werde durch die riesigen TV-Gelder weiter angetrieben. Der Autor betonte, er finde den heutigen Fußball faszinierend. "Nur die Zustände rundherum, die sich dann auch auf dem Spielfeld auswirken, die finde ich verheerend." Fußball sei heutzutage das "einzige Volksmärchen" und "die einzige Erzählung, die weltweit die Menschen verbinden kann." Es sei aber niemandem mehr vermittelbar, dass "ein Spieler von Hamburg zehnmal so viel verdient wie der deutsche Bundespräsident".

Früherer Fleetwood Mac-Gitarrist Danny Kirwan ist tot

Von 1968 bis 1972 war er Mitglied der legendären Britischen Band

Der frühere Gitarist der Band Fleetwood Mac, Danny Kirwan, ist tot. Er starb bereits am Freitag im Alter von 68 Jahren in London, wie Mick Fleetwood, einer der Gründer der Band, auf Facebook mitteilte. Mick Fleetwood war es gewesen, der den 18jährigen Kirwan im August 1968 in die Band holte, der damals auch John McVie, Peter Green und Jeremy Spencer angehörten. Seine Liebe zum Blues habe dazugeführt, dass er gefragt wurde, Teil von Fleetwood Mac zu werden, so Fleetwood. Seinen ersten Auftritt hatte er in dem Hit "Albatross". In der Zeit von 1968 bis 1972 sang und spielte Kirwan auf 5 Alben der Band mit. Er war auch als Songschreiber tätig. 1972 flog er unter anderem wegen Alkoholproblemen aus der Band. Kirwan war außerdem unter den Bandmitgliedern, die 1998 in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen wurden.

"Kontrakt '18" von Drehbuchautorinnen und -autoren

Initiative fordert mehr Wertschätzung für schöpferische Arbeit

Mit dem "Kontrakt '18" verpflichten sich deutschsprachige Drehbuchautorinnen und -autoren, nur noch über Projekte zu verhandeln, die ihnen kreative Mitbestimmung bei der Regie ermöglichen. In dieser Hinsicht sei Deutschland ein "Entwicklungsland", bemängeln die Unterzeichner, unter denen sich Annette Hess ("Weissensee", "Ku'damm 56" und "Ku'damm 59) und Orkun Ertener ("KDD - Kriminaldauerdienst", "Die letzte Spur") befinden. Drehbuchautoren erführen im deutschen Markt nach wie vor nicht die gleiche Anerkennung, wie sie in vielen anderen Ländern mittlerweile üblich sei. Auf einer sebst organisierten Konferenz in Berlin einigten sich Ende Mai zahlreiche Autorinnen und Autoren auf einen 6-Punkte-Katalog, den mittlerweile 95 Drehbuchautorinnen und -autoren unterzeichnet haben. Ab dem 1. Juli 2018 werden sie nur noch in Vertragsverhandlungen für neue Film- oder Serien-Projekte eintreten, wenn ihnen mehr Kontroll- und Mitbestimmungsrechte eingeräumt werden, heißt es in einer Pressemitteilung von "Kontrakt '18". Es geht dabei u. a. um die künstlerische Kontrolle über das Buch, eine einvernehmliche Einigung bei der Besetzung der Regie sowie um die Einbeziehung der Autoren bei Leseproben und Rohschnitt.

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Fazit

Literaturkonferenz in BerlinStrategien gegen Rechts
Junge Schriftstellerinnen und Schriftsteller sitzen vor einer bunten Wand mit Schildern auf denen diverse Schlagworte wie "Ängst" und "Kritik" durcheinander wuseln (Sabrina Richmann)

"Wie sollen wir schreiben, während draußen die Rechten den Diskurs kapern?" Mit dieser Frage beschäftigte sich die Berliner Literaturkonferenz "Ängst ist now a Weltanschauung". Veranstaltet hat sie die Gruppe "Nazis & Goldmund".Mehr

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