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Studio 9 - Der Tag mit ... | Beitrag vom 11.12.2017

Der Tag mit Peter Schneider Grüner Machtpoker nach Jamaika

Moderation: Korbinian Frenzel

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Der Autor Peter Schneider (picture-alliance / dpa / Karlheinz Schindler)
Der Schriftsteller Peter Schneider (picture-alliance / dpa / Karlheinz Schindler)

Das Personalkarussell bei den Grünen und die Frage des Zusammenhalts in Deutschland beschäftigen uns im Gespräch mit dem Schriftsteller Peter Schneider. Weitere Themen sind der Netanjahu-Besuch in Brüssel und ein Theaterstück über Philipp Lahm.

Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck gilt seit längerem als möglicher Kandidat für den Grünen-Vorsitz. Der 48-Jährige könnte Nachfolger von Parteichef Cem Özdemir werden, der sich nicht mehr zur Wahl stellt. Aber auch die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock will kandidieren. Wir sprechen mit unserem Studiogast, dem Schriftsteller Peter Schneider, darüber, ob bei den Grünen nach dem Scheitern einer Jamaika-Koalition wieder frischer Wind wehen könnte.   

Netanyahu-Besuch in Brüssel

Ein weiteres Thema ist der überraschende Besuch von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Brüssel. Das Verhältnis zur EU gilt seit Jahren als schwierig. Zuletzt hatte Netanjahu den Europäern "Scheinheiligkeit" im Streit um den Status Jerusalems vorgeworfen. Unsere Korrespondentin Bettina Klein berichtet aus Brüssel von dem Besuch bei der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini.

Uns beschäftigt auch das Ergebnis der jüngsten Studie der Bertelsmann Stiftung über den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass der Zusammenhalt größer sei als weithin vermutet. Es werden aber auch Gefahren genannt. Dazu zählen vor allem eine in der Bevölkerung wahrgenommene Gerechtigkeitslücke und eine Spaltung zwischen strukturschwachen und entwicklungsstarken Regionen in Ost und West.

Theaterstück über Philipp Lahm 

Wir wollen auch über ein Theaterstück über den Fußballer Philipp Lahm sprechen, das am Samstag in München Premiere feiert. In der Inszenierung geht es vor allem um Eigenschaften des Weltmeisters, die im Drama gerne vernachlässigt werden: Bodenständig, ausgeglichen, fast ein bisschen langweilig. Das Stück sei die "rettende Blutgrätsche gegen die 'konfliktgeile Dramaturgie toter Männer'", sagte der Autor Martin Decar.  

Der Schriftsteller Peter Schneider, geboren 1940 in Lübeck, studierte in Freiburg Germanistik und Geschichte und arbeitet seit 1961 als freier Schriftsteller. Vor der Bundestagswahl 1965 wirkte er gemeinsam mit einer Reihe namhafter Schriftsteller mit im "Wahlkampfkontor" der SPD und wirkte als Redenschreiber im Wahlkampfteam von Willy Brandt mit.  Er war einer der Wortführer der 68er Bewegung und wurde dafür als Referendar im Lehramt mit einem Berufsverbot belegt. Seine Erzählung "Lenz" wurde ab 1973 zum Kultbuch der enttäuschten Linken. Er ist der Autor zahlreicher Bücher, unter anderem "Rebellion und Wahn. Mein 68" und die autobiographische Erzählung "Die Lieben meiner Mutter".

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