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Tonart | Beitrag vom 14.02.2018

Der Saxofonist Maceo Parker wird 75Blow Maceo, blow!

Von Martin Risel

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Der amerikanische Musiker Maceo Parker und seine Band spielen am Freitag (15.07.2011) auf der Airport Funk & Soul Night im Rahmen des Schleswig-Holstein Musikfestivals auf dem Flughafen in Hamburg. (picture alliance / dpa / Christian Charisius)
"It’s all about love" - so heißt das neue Album von Maceo Parker. (picture alliance / dpa / Christian Charisius)

Er spielte mit Keith Richards, den Red Hot Chili Peppers und George Clinton, bekannt wurde er jedoch vor allem durch seine Zusammenarbeit mit James Brown: In der Band des "Godfather of Soul" machte Maceo Parker das Saxophon zum Rhythmusinstrument.

"Mein Name ist Maceo Parker. Ich hatte die Gelegenheit mit solchen Größen wie Keith Richards, den Red Hot Chili Peppers, George Clinton und Bootsy Collins zu spielen. Aber angefangen hat alles mit James Brown."

Zum Soul Brother No 1 kam Maceo Parker 1964, weil sein Bruder, Drummer Melvin, ihn mitgeschleppt hatte. Ein Glücksfall: Brown und Parker wurden musikalische Brüder. Aber der Boss war ein Tyrann - und so entstand eine Art On/Off-Beziehung. Gründete der Saxophonist eine eigene Band, schmierte James Brown die Radio DJs, damit sie deren Musik nicht spielen. Parker kam zurück, um mit den gemeinsamen Konzerten Geld zu verdienen, als Mit-Komponist erwähnte der Boss ihn nicht. Hatte aber den Namen Maceo so oft gerufen, dass daraus eine eigene Marke wurde.

"Bo ba ba didi"

Maceo Parkers Beitrag zur Musikgeschichte: Er hat das Saxophon zum Rhythmusinstrument gemacht. Die dichten perkussiven Patterns von Browns Band wurden erst polyrhythmisch perfekt, als zum pumpenden Bass und funky drummer noch sein Saxophon hinzukam. Maceo Parker selbst meint:

"Das geht so: … Bo ba ba didi … ich kann’s nicht genau beschreiben, das kommt aus dem Gefühl heraus, … Bo ba ba didi …"

In einem der vielen gemeinsamen Konzerte nennt Prince ihn "den Lehrer". Eine prominente Schülerin ist sicher Candy Dulfer. Vor allem aber war Maceo Parker Lehrer für eine ganze Generation von Soul- und Funk-Studiomusikern.

Zwischen Prince und Brown spielte Parker auch beim dritten großen Funk-Veteranen: George Clinton kam wie er aus funky North Carolina – und bewunderte - wie so viele - seine besondere Gabe:

"Das war toll zu sehen, was wir von dir gelernt haben: diesen Beat nicht nur aus Bass und Schlagzeug, sondern auch vom Saxophon. Wirklich cool, weil: Dahinter steht ein richtiges Konzept."

Live-Musiker durch und durch

"2 percent jazz and 98 percent funky stuff" - Maceos Motto blieb über die Jahrzehnte gleich, er ein Live-Musiker durch und durch. Aus den tausenden Konzerten zieht er seine Energie und Vitalität – von Anfang an bis heute.

"Damit hat alles angefangen und das ist wie ein Kreis: Du beginnst mit Deinen Wurzeln, kommst von a nach z und irgendwann wieder nach a. Als ob Du Deine Wurzeln nie verlassen hast."

Seit er 1990 mit dem in Deutschland produzierten "Roots Revisited" Album weltweit zum Solo-Star wurde, hat Maceo Parker zu diesem Land ein besonders enges Verhältnis. Und fühlt sich bei der Zusammenarbeit mit der WDR Big Band "wie im Paradies". Nächste Woche erscheint die neueste Kooperation mit den Kölnern: "It’s all about love" - darauf singt er prominente love songs.

Gegen all das Negative in der Welt will Maceo Parker die Liebe verbreiten. Ehrensache, wenn man am Valentinstag Geburtstag hat.

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