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Lesart | Beitrag vom 20.01.2017

"Der Krieg der Welten"Erste Kinderzeichnungen am Radio im Wohnzimmer

Thilo Krapp im Gespräch mit Andrea Gerk

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Thilo Krapp (Deutschlandradio / Jana Demnitz)
Der Illustrator Thilo Krapp zu Gast im Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio / Jana Demnitz)

Bis heute ist der Science-Fiction-Roman "Der Krieg der Welten" von H.G. Wells ein fesselnder Stoff. Der deutsche Zeichner Thilo Krapp hat den Klassiker schon als Kind geliebt und ihm nun eine Graphic Novel gewidmet.

Er begegnete dem legendären Hörspiel "Der Krieg der Welten" von Orson Welles bereits im Alter von elf Jahren, weil seine Eltern viel Radio hörten, sagte der Illustrator Thilo Krapp im Deutschlandradio Kultur. "Ich habe damals schon immer in der Nähe vom  Wohnzimmerradio gezeichnet  und da war es dann so das erste Mal, dass mir bewusst wurde, dass ich mich nicht mehr konzentrieren kann auf die Zeichnungen, sondern ich musste zuhören." Krapp sagte, es sei ein toller Moment gewesen, in dem er gespürt habe, was Sprecher auslösen könnten. "Der Krieg der Welten" von H.G. Wells mit Zeichnungen von Thilo Krapp (Deutschlandradio / Jana Demnitz)Thilo Krapp hat "Der Krieg der Welten" von H.G. Wells neu illustriert. (Deutschlandradio / Jana Demnitz)

Erster Comic mit 16 Jahren

Er sei so fasziniert gewesen, dass er gleich ein paar Zeichnungen gemacht habe. Mit 16 Jahren sei er dann auf das Buch gestoßen, sagte Krapp. Damals habe er begonnen, Comics dazu zu zeichnen. Als nun der Auftrag für die Graphic Novel kam, habe er diese Zeichnungen wieder herausgesucht.

Liebe zu der Epoche

"Ich hatte das große Glück, dass ich das Buch schon früh gelesen hatte und auch mehrmals schon", sagte Krapp. "Ich kannte die Geschichte quasi in- und auswendig und hatte schon früh so eine eigene Vision, wie ich das umsetzen würde." Er liebe es, diese Epoche zu zeichnen, weil ihn die Kultur dieser Zeit um 1898 in England sehr interessiere. Deshalb habe er sehr viel dazu recherchiert und sei nach England gefahren. Manchmal seien Details schwierig zu rekonstruieren, beispielsweise die Frage, wie ein Fenster damals verschlossen wurde.  

Genialer Autor

In dem Buch würden aber auch allgemeine Menschheitsfragen aufgeworfen, sagte der Zeichner. "Wie verhält man sich angesichts so einer Katastrophe?" H.G.Wells erweise sich in dem Buch als genialer Autor, sagte Krapp.  

Eine Ausstellung zu der Graphic Novel mit Arbeiten aus der Entstehungsphase und Vorzeichnungen der Seiten läuft bis 24. Februar in der Berliner Bibliothek am Luisenbad.

Thilo Krapp, Krieg der Welten
Egmont Verlag 2017, 28 Euro    

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(Deutschlandradio Kultur, Kalenderblatt, 30.10.2013)

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