Seit 14:05 Uhr Kompressor
 

Donnerstag, 14.12.2017

Literatur / Archiv | Beitrag vom 18.06.2013

Der Fall "Hans Schleif"

Familiengeschichte auf der Theaterbühne

Matthias Neukirch und Julian Klein im Gespräch

Podcast abonnieren
Der Schauspieler und Regisseur Matthias Neukirch in einer Szene aus dem Stück "Hans Schleif - Eine Spurensuche". (Ralf Bergel)
Der Schauspieler und Regisseur Matthias Neukirch in einer Szene aus dem Stück "Hans Schleif - Eine Spurensuche". (Ralf Bergel)

Für "Hans Schleif - Eine Spurensuche" hat der Schauspieler Matthias Neukirch der Geschichte seiner Familie nachgespürt, um sie mit dem Dramaturgen Julian Klein in Berlin auf die Bühne zu bringen. Neukirchs Großvater Hans Schleif war Architekt, Mitglied der SS - und beging bei Kriegsende Selbstmord.

Hans Schleif hat unter anderem das Modell von Pergamon erstellt, das heute im Berliner Pergamonmuseum zu sehen ist. Schleif war zur Zeit des Nationalsozialismus ein renommierter Wissenschaftler, er war Ehemann und Familienvater - und er war Mitglied der SS, zuletzt im Rang eines Standartenführers. Bei Kriegsende nahm Hans Schleif sich das Leben.

Sein Enkel Matthias Neukirch, geboren 1963, ist Schauspieler am Deutschen Theater in Berlin. Für sein Stück "Hans Schleif - Eine Spurensuche" hat er in Dokumenten und Archiven recherchiert und der Geschichte seiner Familie nachgespürt, die ihn zuletzt mitten in die Gegenwart und zu sich selbst geführt hat.

Kolja Mensing spricht mit Matthias Neukirch und dem Dramaturgen Julian Klein über die Frage, wie sich die eigene Familiengeschichte auf die Theaterbühne bringen lässt - und wie die Generation der Kriegsenkel heute mit den Erfahrungen ihrer Großeltern und Enkel umgeht.

Mehr zum Thema bei dradio.de:
Die Kinder der Kriegskinder - Weitergabe von Traumata in an die Nachkriegsgeneration, (DLF, Studiozeit • Aus Kultur- und Sozialwissenschaften)

Literatur

Gegenwart lesenAusflüge in die Unendlichkeit
Der Religionsphilosoph Klaus Heinrich bei einer Veranstaltung in der Akademie der Künste in Berlin am 31.10.2008 ( imago / Christian Thiel)

Religionsphilosoph und Mitbegründer der Freien Universität Berlin Klaus Heinrich spricht über die "Selbstaufklärung" der Menschheit als Gattung und die "selbstzerstörerischen" Prozesse, die ihr entgegenstehen. Er blickt zurück auf die Verdrängung der deutschen Vergangenheit nach 1945 - und plädiert für einen Neustart der Universität als Instanz gesellschaftlicher Selbstverständigung.Mehr

Gedichte im GesprächVom Meer, von Gott und dem Jahreskreis
Das bewegte Meer vom Strand aus fotografiert unter wolkigem Himmel mit Abendröte. Im Vordergrund schwarzer Fels. (Sergey Malgavko / Sputnik / dpa)

Die aktuelle Dichtung gilt als lebendig und innovativ. Doch was ist eigentlich ein gutes Gedicht? - fragen Gregor Dotzauer von "Tagesspiegel", Kritikerin Insa Wilke und Jan Bürger vom Deutschen Literaturarchiv Marbach - und stellen lyrische Neuerscheinungen vor.Mehr

350. Geburtstag von Jonathan SwiftDer schärfste Satiriker seiner Zeit
Zeitgenössisches Porträt des irisch-englischen Schriftstellers Jonathan Swift (1667-1745) (picture alliance / dpa)

"Gullivers Reisen" machten Jonathan Swift bekannt. Ursprünglich war das Jugendbuch allerdings eine Abrechnung mit der englischen Gesellschaft. Manche von Swifts Satiren erregten solches Aufsehen, dass die englische Regierung ein Kopfgeld auf ihn aussetzte. Porträt eines leidenschaflichen Aufklärers.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur