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Sonntag, 17.12.2017

Konzert / Archiv | Beitrag vom 20.06.2017

Debüt im Deutschlandfunk KulturGrenzenlos unterwegs

Aufzeichnung vom 19.6. aus der Philharmonie Berlin

Der Geiger Aleksey Semenenko (Foto: Christian Steiner)
Der Geiger Aleksey Semenenko (Foto: Christian Steiner)

Hochbegabte junge Musiker gehören heute zu den echten Kosmopoliten. Oft verlassen sie bereits im Kindesalter ihr Heimatland, immer auf der Suche nach dem idealen Lehrer, der großen Herausforderung, der einmaligen Chance.

Ein taiwanesischer Dirigent, der in Berlin lebt (Tung-Chieh Chuang), ein ukrainischer Geiger, der sich in Köln den letzten Schliff holt (Aleksey Semenenko), ein britischer Posaunist, der für einen Vertrag bei den Wiener Philharmonikern seine Insel verlässt (Michael Buchanan). Die drei jungen Musiker, die wir im "Debüt im Deutschlandfunk Kultur" gemeinsam mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin am 19. Juni in der Philharmonie Berlin präsentieren, sind geübt darin, sich an neue Sprachen und Idiome zu gewöhnen. Vielleicht hat die frühzeitige Beschäftigung mit Musik ihnen dabei geholfen. Auf dem Programm: Musik von Carl Maria von Weber, Henri Wieniawsky, Henri Tomasi und Maurice Ravel.

Der ukrainische Geiger Aleksey Semenenko wurde 1988 in Odessa geboren. Seine grundlegende Ausbildung erhielt er bei Soja Mertsalova an der Stolyarsky Spezialschule für musikalisch hochbegabte Kinder. Anschließend studierte er bei Zakhar Bron an der Hochschule für Musik in Köln. Nach Abschluss seines Konzertexamens befindet er sich derzeit im Kammermusikstudium bei Harald Schoneweg. Nach dem Gewinn des 1. Preises bei den Young Concert Artists International Auditions 2012 spielte er Recitals u.a. in New York, Washington und Boston. Der 2. Preis beim Internationalen Königin-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel 2015 war sein bisher größter Wettbewerbserfolg. Im Anschluss gastierte er als Solist mit dem Orchestre Philharmonique Royal de Liège und dem Brussels Philharmonic in eine Reihe von belgischen Städten. Zuvor war er u.a. mit den Moskauer Virtuosi, dem Nationalorchester der Ukraine in Kiew und der Sinfonietta Hungarica solistisch aufgetreten.

Der 23-jährige englische Posaunist Michael Buchanan besuchte die Wells Cathedral School. Sein Bachelor-Studium an der Universität Cambridge schloss er 2014 mit Auszeichnung ab. Für sein Master-Studium wechselte er zu Ian Bousfield an die Hochschule der Künste in Bern. Als Orchestermusiker hat Buchanan schon viele Erfahrungen sammeln können, u.a. bei den Wiener Philharmonikern, dem Philharmonia Orchestra London, dem Royal Philharmonic Orchestra und dem Gustav Mahler Jugendorchester. Beim 64. Internationalen Musikwettbewerb der ARD 2015 im Fach Posaune wurde Michael Buchanan mit einem 1. Preis sowie dem Publikumspreis ausgezeichnet. Als Solist trat er u.a. mit dem Symphonieorchester des Bayerisches Rundfunks, dem Münchner Kammerorchester und dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR auf. Recital-Einladungen führen ihn u.a. zum Bachfest Leipzig und zum Beethovenfest Bonn. Im Sommer 2017 wird er ein Recital beim Lucerne Festival spielen.

Der taiwanesische Dirigent Tung-Chieh Chuang lernte zunächst, Horn und Klavier zu spielen. Er studierte am Curtis Institute in Philadelphia und an der Musikhochschule in Weimar. Zu seinen Mentoren gehören die Dirigenten Mark Gibson, Gustav Meier, Otto-Werner Mueller und Nicolás Pasquet. Tung-Chieh Chuang war Gewinner des Malko-Dirigentenwettbewerbs 2015 in Kopenhagen. Es folgten Engagements bei Orchestern wie den Münchner Philharmonikern, dem Royal Stockholm Philharmonic sowie eine Einladung zu den Wiener Philharmonikern. Zuvor hatte er bereits einen 2. Preis sowie den Publikumspreis beim Internationalen Solti-Wettbewerb in Frankfurt gewonnen (ein 1. Preis wurde nicht vergeben). Außerdem ist er Preisträger des Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs in Bamberg. Höhepunkte der Spielzeit 2016/2017 sind Konzerte mit dem Danish National Symphony Orchestra, der Jungen Deutschen Philharmonie und dem Polish Radio Symphony Orchestra Katowice.



Carl Maria von Weber                         

Ouvertüre zur Romantischen Oper "Der Freischütz"

Henri Wieniawski

Konzert für Violine und Orchester No. 1 fis-Moll op. 14


ca. 20:50 Konzertpause

Mascha Drost im Gespräch mit den Debütanten


Henri Tomasi                                    

Konzert für Posaune und Orchester

Maurice Ravel                                           

"Daphnis et Chloé" Ballett-Suite Nr. 2


Aleksey Semenenko, Violine

Michael Buchanan, Posaune


Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Leitung: Tung-Chieh Chuang

Konzert

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