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Samstag, 18.11.2017

Kulturnachrichten

Sonntag, 27. August 2017

Debatte um Kolumbus-Denkmal in New York

Sprecherin des Stadtrates hält Denkmalsturz nicht für ausgeschlossen

Um das Denkmal des Christoph Kolumbus am Columbus Circle in Manhattan ist eine Debatte entbrannt. Manchen gilt die Statue als Verherrlichung der Kolonialzeit. Sie plädieren dafür, das Denkmal zu entfernen. Melissa Mark-Viverito, Sprecherin des Stadtrates, sagte, die Person Kolumbus sei zumindest umstritten und man müsse sich die Geschichte jetzt genau anschauen und bewerten: "Jedes Denkmal, jede historische Person muss jetzt neu bewertet werden, bevor wir entscheiden, was zu tun ist." Gegner solcher Pläne demonstrierten am Denkmal für den Erhalt. Joseph Borelli, Stadtrat in Staten Island, sagte, man könne Kolumbus nicht 2017 verurteilen für etwas, dass er vor 500 Jahren getan habe. Die italienische Gemeinde protestierte bereits gegen einen Abriss. Vor fünf Jahren erst wurde das Denkmal aufwendig restauriert. Gespendet wurde es 1892 von der italienischen Gemeinde.

Seyran Ates will sich weiter für liberalen Islam einsetzen

Frauenrechtlerin ist Mitgründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin

Die Frauenrechtlerin Seyran Ates will trotz jüngster Hasstiraden und Drohungen gegen ihre Person an ihrem Engagement für einen liberalen Islam festhalten. "Ich lasse mir von diesen A.... keine Angst machen", erklärte Ates bei einer Podiumsdiskussion beim Erlanger Poetenfest. Das bedeute jedoch nicht, naiv und unvorsichtig zu sein. Die 54-Jährige hat in Berlin die liberale Ibn-Rushd-Goethe-Moschee mitbegründet, in der seit Juni Frauen - mit und ohne Kopftuch - und Männer gemeinsam beten können. Seitdem wird Ates massiv bedroht - im Internet, und sogar jüngst auch auf der Straße, wie die Aktivistin beim Poetenfest schilderte. "Du stirbst bald", habe ihr ein fremder Mann im Juni zugerufen. "Ich ärgere Männer mit meiner Haltung", sagte Ates. Zugleich warf sie der türkischen Regierung eine Verantwortung für die Drohkulisse vor. So habe das Amt für Religionsangelegenheiten in Ankara die Gründer der säkularen Berliner Moschee als Anhänger der verbotenen Bewegung des Predigers Fethullah Gülen dargestellt.

Regisseur Tobe Hooper gestorben

Seine bekanntesten Filme waren "Poltergeist" und "Texas Chain Saw Massacre"

Der US-amerikanische Regisseur Tobe Hooper ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Hooper prägte mit "Poltergeist" und dem Kettensägen-Schocker "Texas Chain Saw Massacre" den Horrorfilm. Laut dem US-amerikanischen Magazin "Variety" waren weitere Umstände seines Todes zunächst nicht bekannt. 1974 war Hoopers "Texas Chain Saw Massacre" (in Deutschland: "Blutgericht in Texas") erschienen, hatte wegen seiner Brutalität heftige Kontroversen ausgelöst und war in einigen Teilen der USA verboten worden. Mit dem Film verhalf Hooper dem Genre des günstig produzierten Splatter-Horrors mit knapp bekleideten Frauen und kreischenden Teenies zum Durchbruch. Der Film hat laut Schätzungen der Internet Movie Database nur rund 300 000 Dollar gekostet, spielte aber allein in den USA über 30 Millionen Dollar ein. Hooper gelang mit dem von Steven Spielberg geschriebenen "Poltergeist" 1982 ein weiterer großer Erfolg. 1986 drehte er einen zweiten Teil des Kettensägen-Massakers. Auch als Produzent verantwortete er weitere Fortsetzungen.

Erste Ausstellung im "Palestinian Museum" eröffnet

Prestigeprojekt in Birseit stand über ein Jahr leer

Nach über einjährigem Leerstand zeigt das "Palestinian Museum" nun seine
erste Ausstellung: "Jerusalem lebt". Eröffnet wurde das Museum im Westjordanland im Mai 2016. Die Besucher fanden jedoch ein weitgehend leeres Gebäude vor. Eine geplante Ausstellung wurde kurzfristig wieder abgesagt. Bei der Ausstellung "Jerusalem lebt" zeigen nun in dem architektonisch außergewöhnlichen Gebäude rund 40 palästinensische und ausländische Künstler etwa 50 Werke bis zum 15. Dezember. Das Museum befindet sich auf dem Gelände der Birseit-Universität.

Schillers falscher Schädel soll wieder unter die Erde

Schädel in Schillers Sarg gehört laut DNA-Analyse nicht zu ihm

Der falsche Schädel des Klassikdichters Friedrich Schiller soll wieder bestattet werden. Der Zeitpunkt dafür sei jetzt gekommen, sagte der Präsident der Klassik Stiftung Weimar, Hellmut Seemann, dem MDR Thüringen. Konkret geht es demnach um den Frauenschädel, der sich als einer von zwei Schädeln bis 2006 im Schiller-Sarkophag in der Weimarer Fürstengruft befunden hatte. Bei einer eingehenden wissenschaftlichen Untersuchung hatte sich herausgestellt, dass keiner der beiden Schädel von dem Dichter stammen kann. Bisher werden die beiden Schädel vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie für mögliche weitere Analysen aufbewahrt. Der zweite Schädel solle dagegen nicht bestattet werden, weil er kulturhistorisch größere Bedeutung habe, sagte Seemann. Unter anderem aufgrund seiner großen Ähnlichkeit mit Schillers Schädel gebe es die Hypothese, dass er einst bewusst ausgetauscht wurde. Denkbar sei, ihn künftig im Museum für Ur- und Frühgeschichte, in den Naturhistorischen Sammlungen im Goethehaus oder wieder in der Fürstengruft zu platzieren.

Wolf-Roboter soll Reisfelder beschützen

Test in Japan läuft noch bis September

Ein böse dreinschauender Wolf-Roboter soll in Japan Wildschweine und Rehe von Reisfeldern fernhalten. Sobald sich ein Tier dem "Super-Monster-Wolf" nähert, reagiert die auf Metallstelzen stehende und mit Infrarotsensoren ausgestattete Attrappe: Es ertönt ein Knurren wie von einem echten Wolf, während die LED-Augen funkeln. Der Agrarverband in der Stadt Kisarazu nahe Tokio testet das bizarre Gerät laut Medienberichten bis September. Eine Firma auf Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido hat den Roboter zusammen mit der Universität Tokio entwickelt. Versuche ergaben, dass die weithin hörbaren Töne offenbar dazu führten, dass sich auf einer Fläche von einem Quadratkilometer keine der auf Hokkaido zahlreichen Bären mehr blicken ließen. Nun hoffen auch die Bauern in Chiba, dass der Test auf dem Reisfeld erfolgreich verläuft.

Sanierungsplan für Stiftung Preußische Schlösser fertig

Vorstellung des Finanzierungsplans am Dienstag im Brandenburger Kabinett

Das neue Sonderinvestitionsprogramm für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg steht. Damit können Sanierungen an dem Kulturerbe fortgesetzt werden. Brandenburg werde bis 2030 rund 131 Millionen Euro bereitstellen, teilte Finanzminister Christian Görke mit. Die Vereinbarung sieht nach den Angaben vor, dass der Bund 200 Millionen Euro beisteuert, das Land Berlin rund 69 Millionen Euro. Am Dienstag wird die gemeinsame Finanzierung zur Bewahrung des kulturellen Erbes im Brandenburger Kabinett vorgestellt. Es setzt den ersten Masterplan fort. Von 2008 bis 2017 stellten der Bund und Berlin und Brandenburg insgesamt rund 155 Millionen Euro für die Rettung der bedeutenden Kulturgüter bereit.

Schauspieler Mühe und Yardim kritisieren Schulsystem

Kritik vor allem an hohem Leistungsdruck

Die Schauspieler Fahri Yardim und Anna Maria Mühe haben das deutsche Schulsystem heftig kritisiert und vor allem hohen Leistungsdruck beklagt. "Unser Schulsystem halte ich für eine veraltete absolute Fehlkonstruktion", sagte der 37-jährige Yardim der "Bild am Sonntag". Es gehe zu sehr um ein Leistungsprinzip, "das dir eingehämmert wird, verbunden mit unfassbarer Angst zu versagen". Im heutigen Schulsystem herrsche ein "ungerechtes und schwer durchlässiges Konzept", kritisierte der Schauspieler. Es sichere Privilegien und schicke "die Abgehängten in die Abhängigkeit". Die 32-jährige Mühe sagte dem Blatt: "Wenn du dir unter permanentem Druck Wissen eintrichtern musst, verlierst du die Lust und die Neugier am Lernen".

Erste Kino-Vorstellung nach 30 Jahren in Gaza

Filmleute fordern Ende der kinofreien Zone Gaza

Erstmals seit 30 Jahren haben die Menschen im Gazastreifen eine Kinoaufführung besuchen können: Das vor Jahrzehnten geschlossene Samer-Kino in Gaza öffnete am Samstagabend einmalig für die Aufführung eines palästinensischen Films seinen Filmsaal. Rund 300 Bewohner verfolgten die Aufführung. Die Initiatoren wollten die Aufführung vom Samstagabend als "symbolische Aktion" verstanden wissen, "um die Idee des Kinos zurück nach Gaza zu bringen", wie Organisator Ghada Salmi der Nachrichtenagentur AFP sagte. Gezeigt wurde der Film "Zehn Jahre". Zuletzt hatte es im Jahr 1987 Kinoaufführungen im Gazastreifen gegeben. Dann brannte ein Kino aus, für die Tat wurden islamistische Radikale verantwortlich gemacht. "Die übrigen Kinos hatten dann zu viel Angst, um noch Filme zu zeigen", sagte Salmi. Die Aufführung am Samstag erfolgte mit Genehmigung der radikalislamischen Hamas-Regierung im Gazastreifen.

Corinna Kirchhoff wünscht sich bessere Rollen

Schauspielerin setzt Hoffnung auf neuen BE-Intendanten

Schauspielerin Corinna Kirchhoff (59) hat genug von der "grassierenden Verblödung" an vielen Bühnen und fordert gute Rollen für ältere Frauen. Durch den Intendantenwechsel am Berliner Ensemble erhoffe sie sich einen Neuanfang, der vor allem auf relevante Stücke und die Schauspieler setze, sagte Kirchhoff dem Magazin "Focus". Intendant Claus Peymann nahm im Juli nach 18 Jahren Abschied vom BE. Die Schauspielerin, die jahrelang an der Schaubühne in Berlin und am Burgtheater in Wien gearbeitet hat, setzt dabei vor allem auf den neuen Intendanten Oliver Reese. "Er ist integer, er ist klug, er ist den Schauspielern zugewandt", sagte sie. Ansonsten zog sie eine eher kritische Bilanz: "Das Theater ist oft schwach, hat nichts zu sagen." Von den Regieexzessen etwa eines Frank Castorf, aber auch dem Trend zu Performance und Genremix hält sie nichts: "Das entwertet unser Metier, nimmt ihm seine Radikalität." Sie wünscht sich bessere Rollen. "Es ist ein Jammer, ein Skandal, dass es für die älter werdende oder alte Frau viel zu wenig gute Rollen gibt, im Gegensatz zu den Männern. Denken Sie an King Lear, sowas fehlt uns."

Verbotene linke Internetplattform meldet sich zurück

Bundesinnenministerium hatte die Plattform verboten

Die verbotene linksextremistische Internetplattform "linksunten.indymedia.org" hat sich im Netz wieder zu Wort gemeldet. "Wir sind bald wieder zurück", war auf der Homepage zu lesen. Bei dem Text handelt es sich um Auszüge der 1996 von John Perry Barlow veröffentlichten "Declaration of the Independence of Cyberspace" (Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace). Der Netzpionier und Bürgerrechtler hielt darin ein flammendes Plädoyer für Freiheit und gegen staatliche Kontrolle im Internet. Das Bundesinnenministerium hatte die Internetplattform am Freitag verboten. Nach dem Verbot wurde die Unter-Domain "linksunten.indymedia.org" von einem Server in Frankreich auf Rechner in Kanada umgezogen. Die Haupt-Domain "indymedia.org" gehört einem Verein zur "Demokratisierung der Kommunikation" (Associacao Brasileira pela Democratizacao da Comunicacao) in Sao Paulo. Das Verbot des Innenministeriums bezieht sich nur auf den "linksunten"-Bereich.

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