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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 06.07.2013

Datensicherheit in Zeiten von Prism und Tempora

Gast: Der Informatiker und Unternehmer Peter Leppelt

Moderation: Dieter Kassel

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Nicht nur Geheimdienste sammeln sensible Daten. (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)
Nicht nur Geheimdienste sammeln sensible Daten. (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)

Die Aufdeckung der Spähprogramme Prism und Tempora hat es einmal mehr gezeigt: Unsere Daten sind alles andere als sicher - und dies nicht nur vor der Spionage von Geheimdiensten. Auch Kriminelle, Hacker und neugierige Unternehmen aller Art können sich offenbar ohne großen Aufwand im Internet bedienen.

Das Vertrauen vieler Menschen in den Datenschutz und die Datensicherheit ist nachhaltig erschüttert.

"Können wir unsere Daten im Internet überhaupt vor Zugriffen anderer schützen und wenn ja, wie?"

Diese Fragen gehören zum Alltag von Peter Leppelt. Der Informatiker ist Geschäftsführer des Datenschutz-Unternehmens praemandatum (lat. = Steckbrief), einer Ausgründung der Leibniz-Universität in Hannover. Er und sein Team beraten Firmen, Institutionen und Privatleute in Sachen IT-Sicherheit und Datenschutz.

Seine Mahnung:

"Das Internet ist das unanonymste Medium der Menschheit. Jede kleinste Aktion wird, technisch bedingt, irgendwo mitgespeichert, jeder Nutzer wird gleich von mehreren Stellen im Netzwerk erkannt, jeder Aufenthaltsort ist nachvollziehbar."

Den meisten Nutzern fehle es aber am Wissen und der Sensibilität für das Thema, zum Beispiel für die Datenlecks bei den beliebten Apps fürs Smartphone:

"Da passiert ganz viel Unfug im Hintergrund."

Nicht nur, dass sie ein Einfallstor für Viren seien:

"Apple- und Android-Smartphones speichern sämtliche – natürlich auch geschäftliche – Daten wie Kontakte, Termine, Bewegungsprofile, Dokumente in einer ´Cloud`. Im Klartext: Der Hersteller hat alle Ihre Daten bei sich liegen. Ferner kann im Prinzip jede App, die installiert wird, alle diese Daten an beliebige Konkurrenten oder Kriminelle leiten."

Deshalb vermittelt er in seinen Beratungen auch das Basiswissen für die Datensicherheit: angefangen bei der Wahl des Passwortes über alternative Internetbrowser, Suchmaschinen und E-Mail-Anbieter, bis hin zu Verschlüsselungsprogrammen und Werbeblockern. Es gebe genügend Möglichkeiten, es Datenspionen so schwer wie möglich zu machen, auch ohne, dass man gleich Informatik studieren müsse.

Der IT-Spezialist engagiert sich auch in der digitalen Bildung von Kindern und der Fortbildung von Lehrern:

"Wer von Beginn an weiß, wie er sich verhalten sollte, kann vielen Gefahren ausweichen."

Sein Motto:

"Sicherheit durch Wissen – nicht etwa durch Zensur, Überwachung oder Verbote. Wir haben die Freiheit. Also sollten wir sie nutzen und auch bewahren."

Datensicherheit in Zeiten von Prism und Tempora

Darüber diskutiert Dieter Kassel von 9 Uhr 05 bis 11 Uhr mit Peter Leppelt. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen und Fragen stellen unter der Telefonnummer 00800 2254 2254 oder per E-Mail unter gespraech@dradio.de.

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