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Kulturnachrichten

Montag, 21. August 2017

Datenschützer: Täuschung bei Gesichtserkennungs-Versuch

Transponder sammelt zu viele Daten

Datenschützer haben der Bundespolizei vorgeworfen, bei dem Berliner Pilotprojekt zur automatischem Gesichtserkennung die Testpersonen getäuscht zu haben. "Der Transponder, den die Testpersonen am Bahnhof Südkreuz zur zusätzlichen Identifikation bei sich tragen müssen, sammelt weit mehr Daten, als die Bundespolizei den Versuchspersonen mitgeteilt hat", erklärte die Datenschutz-Organisation Digitalcourage. Daten wie Beschleunigung, Temperatur und Neigung des Untergrunds würden erfasst. Daraus ließen sich Schlüsse ziehen, was Personen außerhalb des Testgebiets getan haben. "An keiner Stelle haben die Testpersonen so einer Nutzung zugestimmt." Der auf sechs Monate angelegte Versuch müsse abgebrochen werden.

Keine Konföderierten-Denkmäler an Uni Texas

Statuen kommen ins Archiv

Die Universität von Texas hat alle Denkmäler des umstrittenen US-Südstaatengenerals Robert E. Lee und anderer Persönlichkeiten der Konföderierten von ihrem Hauptcampus entfernen lassen. Universitätspräsident Greg Fenves hatte einen entsprechenden Schritt am Sonntagabend angekündigt, heute meldete ein Sprecher bereits Vollzug. Fenves erklärte, solche Statuen seien zu "Symbolen moderner weißer Vorherrschaft und von Neonazismus" geworden. Die Statuen von Lee, eines weiteren Generals und eines Postministers der Südstaaten würden ins Brisco-Zentrum für amerikanische Geschichte auf dem Campus gebracht, sagte Fenves. 2015 hatte die Universität bereits die Statue des Präsidenten der Konföderierten Staaten während des Amerikanischen Bürgerkriegs, Jefferson Davis, entfernt.

Minister empfiehlt Abbruch von "Auschwitz on the beach"

Kritik an geplanter documenta-Aktion in Kassel wächst

Der hessische Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein (CDU) hat der documenta einen Abbruch der geplanten Performance "Auschwitz on the beach" empfohlen. "Die Freiheit der Kunst ist ein hohes Gut. Allerdings verbietet sich jeder Vergleich mit dem Holocaust, denn die Verbrechen der Nazis sind singulär", erklärte Rhein. Zuvor hatte bereits Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) die umstrittene documenta-Aktion als "ungeheuerliche Provokation" kritisiert. Gleichwohl sei die Aktion von der Kunstfreiheit gedeckt, sagte Geselle. Auch die Staatsanwaltschaft Kassel war zuvor nach einer Überprüfung der Ankündigung zu der Entscheidung gekommen, kein Strafermittlungsverfahren einzuleiten.

Neue Leitung der Berlinale-Sektion Panorama

Wieland Speck übergibt nach 25 Jahren an dreiköpfiges Team

Die Berlinale-Sektion Panorama bekommt eine neue Leitung. Der bisherige Chef Wieland Speck übergibt die Leitung nach 25 Jahren an ein dreiköpfiges Team. "Er hat für den anspruchsvollen Independent-Film eine Plattform geschaffen, die ihn erfolgreich mit dem internationalen Markt verbindet", hob Berlinale-Chef Dieter Kosslick hervor. Speck wird demnach künftig Berater des offiziellen Programms. Paz Lázaro übernimmt die Leitung der Sektion Panorama und wird mit Michael Stütz und Andreas Struck das Programm gemeinsam kuratieren. Alle drei hätten bereits lange an Specks Seite gearbeitet. Die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin finden vom 15. bis 25. Februar 2018 statt.

Großbritannien geht schärfer gegen Online-Hetze vor

Online-Taten werden realen Taten gleichgestellt

In Großbritannien soll Hasskriminalität im Internet künftig mit gleicher Härte geahndet werden wie von Angesicht zu Angesicht begangene Taten. Das geht aus einer vom Crown Prosecution Service veröffentlichten Leitlinie für britische Staatsanwälte zum Umgang mit Kriminalität in den Sozialen Medien hervor. Die neuen Leitlinien sollen mehr Menschen bewegen, diese Art von Straftaten zu melden. Bislang glaubten viele Opfer, dass sie "das einfach aushalten müssen", wird Generalstaatsanwältin Alison Saunders zitiert. "Das ist aber absolut nicht der Fall." Online-Hetze feuere "gefährliche Feindseligkeit" an und müsse entsprechend ernst genommen werden.

Tschechien: Nach 20 Jahren Gedenkstätte für Roma

Auf dem Gelände des sogenannten Zigeunerlagers Lety

Nach 20 Jahren Diskussion ist der Weg für eine Gedenkstätte im einstigen Roma-KZ Lety in Tschechien frei. Das Regierungskabinett in Prag billigte den staatlichen Kauf des Schweinemastbetriebes, auf dessen Gelände sich das frühere NS-Konzentrationslager befindet, wie Radio Prag berichtet. Laut Kulturminister Daniel Herman solle der entsprechende Vertrag im September unterschrieben werden. Roma-Organisationen hatten seit vielen Jahren eine Verlegung des Mastbetriebs gefordert, unter anderem mit Unterstützung des EU-Parlaments. 1942 und 1943 internierten die nationalsozialistischen Besatzer im sogenannten Zigeunerlager Lety in Südböhmen etwa 1.300 Sinti und Roma, von denen 327 ums Leben kamen. Mehr als die Hälfte waren Kinder. Mehrere hundert Häftlinge wurden von Lety nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet.

Berliner Bürgermeister würdigt Inge Deutschkron

Autorin wird Mittwoch 95 Jahre alt

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat die jüdische Autorin und Journalistin Inge Deutschkron als Vorbild für Engagement gegen Rassismus und Antisemitismus gewürdigt. "Für alle Zukunft wird unsere Gesellschaft auf das Lebenswerk von Menschen wie Inge Deutschkron zählen, um unser Zusammenleben in Demokratie, Freiheit und Toleranz zu verteidigen gegen die immer wiederkehrenden Herausforderungen von Antisemitismus, Rassismus, Hass, Gewalt und der vielfältigen Formen des alten und neuen Rechtsradikalismus", sagte Müller in Berlin. Anlass für die Würdigung ist der 95. Geburtstag Holocaust-Überlebenden am kommenden Mittwoch.

Maler K.O. Götz gestorben

Stilprägend für eine Generation deutscher Maler

Der Maler Karl Otto Götz ist tot. Der Pionier der abstrakten Kunst der Nachkriegszeit starb am Samstag im Alter von 103 Jahren. Karl Otto Götz galt als Jahrhundert-Künstler. Sein Markenzeichen waren kühn geschwungene abstrakte Kompositionen, sogenannte Rakeln. Als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie unterrichtete Götz freie Malerei. Gerhard Richter, Sigmar Polke und Gotthard Graubner und prägte so eine ganze Generation deutscher Maler. Bis zuletzt hatte er den Pinsel nicht aus der Hand gelegt. Bis zuletzt hatte K.O. Götz an seinem Werk gearbeitet.

Orchestermusiker blockieren Fliegerhorst

Protest gegen Kriegseinsätze der Bundeswehr

Der Fliegerhorst Jagel ist durch eine Protestgruppe von Musikern blockiert worden. Alle elf Zufahrten und Eingänge zum Stützpunkt in der Nähe von Schleswig seien von 80 Orchestermusikern und Sängern des Netzwerks Lebenslaute abgesperrt worden, teilten die Kundgebungsteilnehmer mit. Ein Sprecher des Luftwaffengeschwaders bestätigte, dass es eine Protestaktion gebe. Weitere Details nannte der Sprecher zunächst nicht. Die Musiker und Musikerinnen riefen bei der Aktion dazu auf, Kriegseinsätze der Bundeswehr zu beenden und die geplante Anschaffung von Kampfdrohnen zu verhindern.

Heute letztes Läuten von Big Ben

Erst 2021 wird die Glocke wieder regelmäßig zu hören sein

Big Ben in London wird heute zum vorerst letzten Mal läuten. Grund sind umfangreiche Reparaturarbeiten, die bis 2021 dauern sollen. Nach den Schlägen um 12.00 Uhr Ortszeit beginnt damit die längste Zeit des Schweigens für die riesige Glocke im Uhrturm am Westminster Palace seit 1859. Einwohner und Touristen müssten dann auf das charakteristische Läuten verzichten, was von einigen Abgeordneten des Parlaments scharf kritisiert wurde. Die Glocke sei ein wichtiges Symbol der britischen Demokratie, erklärten sie und forderten, dass die Arbeiten schneller abgeschlossen sein müssten. Zu besonderen Gelegenheiten wie dem Silvesterabend wird Big Ben aber auch in der Zwischenzeit läuten.

Denzel Washington zurück am Broadway

Und das nicht zu knapp - "The Iceman Cometh" dauert fast fünf Stunden

Der US-Schauspieler Denzel Washington wird im kommenden Frühjahr wieder auf einer Broadway-Bühne stehen, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten. In Eugene O'Neills Stück "The Iceman Cometh" wird Washington zu sehen sein, die Gala-Premiere ist für den 26. April 2018 angesetzt. Das Stück verlangt Ausdauer von Schauspielern wie Zuschauern - den gesamten Text auf die Bühne zu bringen, dauert nach US-Medienangaben beinahe fünf Stunden. Das Stück spielt in einer trostlosen New Yorker Bar, in die die Besuche eines Handelsreisenden etwas Licht bringen.

Komponist Wilhelm Killmayer gestorben

Orff-Schüler starb einen Tag vor seinem 90. Geburtstag

Der Komponist Willhelm Killmayer ist tot. Er starb am Sonntag, einen Tag vor seinem 90. Geburtstag. Killmayer schrieb Kammermusik, Ballette, Opern, Symphonien, Chorstücke und Lieder. Grosse Beachtung fanden seine Hölderlin-Liederzyklen. Auch didaktisch war der gebürtige Münchner tätig, er unterrichtete fast 20 Jahre Komposition an der Münchner Musikhochschule. Komponist Helmut Lachenmann würdigte seinen Kollegen als "geistvollen Komponisten", Wolfgang Rihm nannte Killmayer einen "genialen Liederkomponist".

Breitbart entschuldigt sich bei Podolski

Foto entstand bei der WM 2014 in Brasilien

Das ultrarechte Nachrichtenportal Breitbart News hat sich für die Benutzung eines Fotos von Lukas Podolski entschuldigt - sich aber gleichzeitig einen weiteren Lapsus erlaubt. "Wir wünschen Herrn Podolski alles Gute in seinem kürzlich verkündeten internationalen Ruhestand", schrieb das Londoner Büro. Podolski spielt seit seinem Abschied aus der Nationalmannschaft bei Vissel Kobe in der japanischen Liga. Breitbart News hatte einen Bericht über Schleuserbanden mit einem Foto von Podolski in Verbindung gebracht. Das Portal bezog sich auf eine Meldung, wonach die spanische Polizei eine Bande von Schleusern, die Flüchtlinge für 5000 Euro per Jet-Ski von Marokko nach Spanien gebracht hatte, aufgebracht habe. Das Foto zeigt Podolski, der mit Schwimmweste und Sonnenbrille auf einem Jet-Ski sitzt. Es entstand bei der WM 2014 in Brasilien.

Trauer um Jerry Lewis

US-Schauspieler starb mit 91 Jahren

Mit großer Trauer und Anteilnahme haben US-Filmgrößen auf den Tod des Komikers Jerry Lewis reagiert. Lewis war gestern im Alter von 91 Jahren in Las Vegas gestorben. Er spielte in mehr als 80 Kino- und Fernsehfilmen mit und führte in einigen auch Regie. Regisseur Martin Scorsese, der mit Lewis "The King of Comedy" drehte, sprach von einem Giganten. Robert de Niro würdigte Lewis als "Pionier der Komödie und des Films". Schauspieler Jim Carrey twitterte, Lewis sei "ein unbestreitbares Genie" gewesen. Das Weiße Haus würdigte den Schauspieler als "einen unserer größten Entertainer". "Er hat uns alle über ein halbes Jahrhundert hinweg zum Lachen gebracht, und sein unglaubliches wohltätiges Werk hat das Leben von Millionen berührt", hieß es in einer Erklärung.

Autor Akhanli wieder auf freiem Fuß

Kölner Schriftsteller: "Türkei will mich zum Schweigen bringen"

Der Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli sieht seine kritische Auseinandersetzung mit der Türkei als Ursache für seine von Ankara betriebene vorübergehende Festnahme. Er habe kritisch über die türkische Politik und Geschichte geschrieben, sagte der ursprünglich aus der Türkei stammende Autor der ARD in Spanien. "Das gefällt der Türkei bestimmt nicht. Sie möchten mich zum Schweigen bringen." Akhanli, der ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft hat, war im Spanien-Urlaub festgenommen, nach einem Tag aber wieder freigelassen worden. Er darf Spanien für die Dauer des Auslieferungsverfahrens nicht verlassen.

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