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Sonntag, 17.12.2017

das blaue sofa | Beitrag vom 12.10.2017

Daniel Kehlmann: "Tyll""Ich wollte einen barocken Figurenreigen"

Daniel Kehlmann im Gespräch mit Barbara Wahlster

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Frankfurter Buchmesse 2017: Daniel Kehlmann im Gespräch mit Barbara Wahlster von Deutschlandfunk Kultur über sein neues Buch "Tyll". (Deutschlandradio / David Kohlruss)
Frankfurter Buchmesse 2017: Daniel Kehlmann im Gespräch mit Barbara Wahlster von Deutschlandfunk Kultur über sein neues Buch "Tyll". (Deutschlandradio / David Kohlruss)

Der neue historische Roman von Daniel Kehlmann "Tyll" versetzt den Gaukler Till Eulenspiegel in die Zeit des 30-jährigen Krieges. Barock und Gegenwart seien sich immer näher gekommen, während er schrieb, sagt der Schriftsteller.

Der 42-jährige Schriftsteller Daniel Kehlmann wurde mit den Büchern "Die Vermessung der Welt" (2005) und "Ruhm – Ein Roman in neun Geschichten" (2008) bekannt. Vor fünf Jahren habe er begonnen, sich mit der Epoche des 30-jährigen Krieges intensiver zu beschäftigen:

"Ich habe angefangen, mich für diese wilde, gärende, dunkle, aberwitzige Zeit im 17. Jahrhundert – der Höhepunkt der Religionskriege – zu interessieren und wollte einen Roman in dieser Zeit ansiedeln."

Als Hauptfigur erschien ihm niemand passender als Till Eulenspiegel, "ein deutscher Gaukler schlechthin", wie er sagt, der in seinem Roman "Tyll" den Namen Tyll Ulenspiegel trägt. Als Narr habe er zum fahrenden Volk gehört und sei dadurch weit herumgekommen.

"Epoche einer gewaltigen Unsicherheit"

"Es ist die Epoche einer gewaltigen Unsicherheit und Gärung. Viel, was unsere Zeit ausmacht, entsteht damals – wie die moderne Staatlichkeit – unter unglaublichen, zerstörerischen Geburtswehen. Viel geht damals unter. Die Menschen sind in einem Stadium der extremen Verunsicherung und alles, was an politischen Ordnungen fest und sicher erschien, stürzt zusammen."

Er verstehe seinen Roman ausdrücklich nicht als Kommentar zu unserer Zeit, betont Kehlmann. Dennoch machte er beim Schreiben eine eigenwillige Erfahrung:

"Ich hatte beim Schreiben das merkwürdige Erlebnis, dass die Gegenwart, in der ich lebe, und die Zeit, über die ich schreibe, einander immer näher gekommen sind."

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