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Sonntag, 19.11.2017

Kulturnachrichten

Mittwoch, 1. November 2017

Sachbuchautor erhebt Vorwürfe im Fall "Gurlitt"

Doppelausstellung "Bestandsaufnahme Gurlitt" in Bonn eröffnet

Die Beschlagnahme der Bilder des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt im Jahr 2012 ist nach Einschätzung des Sachbuchautors Maurice Philip Remy rechtswidrig erfolgt. Bislang sei lediglich bei sechs der rund 1500 in Gurlitts Wohnungen beschlagnahmten Bildern NS-Unrecht nachgewiesen worden, begründete Remy seine Vorwürfe. Grundlage für seine Aussage seien die Recherchen zu seinem Buch "Der Fall Gurlitt". Zeitgleich zu der Veröffentlichung wurde in Bern die große Doppelausstellung "Bestandsaufnahme Gurlitt" eröffnet. Die Forscher der "Provenienzrecherche Gurlitt" teilten zur Eröffnung der Ausstellung mit, dass die Schau auch helfen solle, weitere rechtmäßige Besitzer der beschlagnahmten Bilder zu identifizieren. Ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters wies die Vorwürfe von Sachbuchautor Remy zurück. Die Bundesregierung versuche weiter die Herkunft der Werke eindeutig zu klären. Große Teile der Sammlung stammten von Gurlitts Vater Hildebrand, der ein offizieller Kunsthändler der Nationalsozialisten war.

US-Autorin wirft Dustin Hoffman Belästigung vor

Hoffmann: "Ich fühle mich schrecklich"

Oscar-Preisträger Dustin Hoffman wird mit Vorwürfen sexueller Belästigung konfrontiert. Die US-Autorin Anna Graham Hunter äußert in einer Gastkolumne in dem Filmblatt "Hollywood Reporter" Vorwürfe, der Schauspieler habe sie 1985 als 17-Jährige wiederholt belästigt. Sie habe damals am Set des TV-Films "Death of a Salesman" als Produktionsassistentin ein Praktikum gemacht. Ihren Beschreibungen zufolge habe Hoffman sie um eine Massage gebeten, an den Po gegriffen und mehrfach mit anzüglichen Bemerkungen bedrängt. Anfangs habe sie die Aufmerksamkeit des Stars gemocht, dann aber nicht mehr, schreibt die jetzt 49 Jahre alte Frau. Nun verstehe sie, dass das Verhalten Hoffmans in ein weit verbreitetes Muster passe. "Er war ein Jäger, ich war ein Kind, und das war sexuelle Belästigung", erklärt Hunter. Hoffman reagierte auf die Vorwürfe im "Hollywood Reporter" mit einer Stellungnahme. Er habe "größten Respekt" für Frauen und er fühle sich schrecklich, dass er die Frau möglicherweise durch sein Verhalten in eine "unangenehme Situation" gebracht haben könnte. "Dies reflektiert nicht, wer ich bin", zitierte das Blatt den 80-jährigen Schauspieler.

Touristen dürfen Ayers Rock nicht mehr besteigen

Entscheidung fiel aus Rücksicht auf den Glauben der Ureinwohner

Touristen dürfen den weltberühmten australischen Monolithen Uluru - auch bekannt als Ayers Rock - künftig nicht mehr besteigen. Das beschloss die Nationalparkverwaltung. Der Grund für diese Entscheidung sei der nötige Respekt vor den Aborigine-Ureinwohnern, denen der rote Fels im australischen Outback heilig ist. Das Verbot werde allerdings erst im Oktober 2019 in Kraft treten. Der 348 Meter hohe Monolith zieht Jahr für Jahr rund 300.000 Besucher an.

Kulturstadtvertrag zwischen Weimar und Thüringen

Thüringen sichert der Stadt jährliche Mittelerhöhungen zu

Ein Kulturstadtvertrag mit dem Land Thüringen soll der Stadt Weimar künftig mehr finanzielle Sicherheit geben. Landeskulturminister Benjamin-Immanuel Hoff und Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf unterzeichneten die Vereinbarung. Darin sind Leistungen festgehalten, die Land und Stadt etwa für die Klassik Stiftung, die Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, das Deutsche Nationaltheater Weimar und das Kunstfest in der Stadt zahlen werden. Festgehalten sei in dem Vertrag der Landesbeitrag von derzeit elf Millionen Euro sowie eine jährliche Erhöhung der Mittel um eine halbe Million bis zum Jahr 2021. Der Bund soll den gleichen Betrag beisteuern. Weimar profitiert alljährlich zwar von hunderttausenden Touristen, muss aber auch mit Millionenbeträgen die Kultureinrichtungen mitfinanzieren.

Wirbel um "Pegida"-Film bei DOK Leipzig

Sorge um Mobilisierung für Publikumspreis-Abstimmung

Beim Leipziger DOK-Filmfestival sorgt eine Dokumentation über das fremdenfeindliche Dresdner "Pegida"-Bündnis für Wirbel. Der Streifen mit dem Titel "Montags in Dresden" ist die Arbeit der Regisseurin Sabine Michel, die dafür ein Jahr lang drei "Pegida"-Aktivisten begleitet hat. Der stellvertretende Vorsitzende der Stiftung Friedliche Revolution, Michael Kölsch, verteidigte die Nominierung des Films für den Publikumspreis des Festivals. Damit werde der Austausch über das Thema gefördert, erklärte Kölsch. Im Umfeld des Festivals war bekannt geworden, dass Pegida-Aktivisten unter ihren Anhängern werben, für den Film auf dem Festival zu votieren. Das Festival läuft noch bis einschließlich Sonntag, am Samstagabend allerdings werden bereits die Preise verliehen.

Böhmer: Unesco muss besser geführt werden

Staatsministerin fordert Effektivität, Transparenz und Tempo

In der Debatte um die Reform der krisengeschüttelten Unesco fordert Deutschland mehr Effektivität, Transparenz und Tempo beim Management der UN-Kulturorganisation. Das sagte die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer, am Rande der Generaldebatte der Unesco-Generalkonferenz in Paris. Die Unesco befinde sich kurz vor dem Wechsel im Amt der Generaldirektorin im Umbruch. Der Unesco-Exekutivrat hatte im vergangenen Monat die frühere französische Kulturministerin Audrey Azoulay als Nachfolgerin der bisherigen Unesco-Chefin Irina Bokowa aus Bulgarien nominiert. Azoulay braucht noch die Zustimmung der Unesco-Generalkonferenz am 10. November. Die UN-Organisation war in schwere Turbulenzen geraten, da die USA und Israel ihren Austritt angekündigt hatten. Böhmer sagte dazu, in der Unesco würden zuverlässige Partner wie die USA und Israel gebraucht.

Tiananmen-Massaker nicht mehr im Unterricht

Mehr frühchinesische Geschichte in den Lehrplänen Hongkongs

In Hongkong sollen Oberstufen-Schüler künftig nicht mehr automatisch das Pekinger Tiananmen-Massaker im Geschichtsunterricht behandeln. Das berichtet die Online-Zeitung "Hong Kong Free Press", die sich auf Vorlagen für die neuen Lehrpläne beruft. Steffen Wurzel aus Shanghai: "Wenn es nach der Schulbehörde der chinesischen Sonderverwaltungszone geht, verschwindet das Massaker von 1989 aus dem Unterrichtspflichtteil. Geplant ist, dass Schüler künftig mehr über frühchinesische Geschichte lernen. Die zuständige Behörde verwies darauf, das das Tiananmen-Massaker bereits in der Unterstufe behandelt werde." Die chinesische Armee hatte 1989 pro-demokratische Proteste niedergeschlagen. Am Tiananmen-Platz wurden damals nach Quellen des chinesischen roten Kreuzes mehr als 2000 Menschen getötet.

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