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Freitag, 24.11.2017

Kompressor | Beitrag vom 12.09.2017

Comic-Autor Len Wein gestorben Der Schöpfer von Wolverine ist tot

Jörg Buttgereit im Gespräch mit Stephan Karkowsky

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Cover der Comic-Reihe "The Incredible Hulk" von Marvel Comics zeigt die Superhelden Wolverine und Hulk. (Imago)
Ursprünglich hatte Comic-Autor Len Wein Wolverine als Gegner für den Hulk erschaffen. (Imago)

Len Wein ist ein echter Star der Comic-Szene und erfand Figuren wie das "Swamp Thing" und "Wolverine". Jetzt ist er im Alter von 69 Jahren gestorben. Filmkritiker Jörg Buttgereit schaut auf sein Schaffen zurück und erzählt, wie solche Comics entstehen.

Der Comic-Autor Len Wein ist gestorben. Zu Lebzeiten erschuf er Figuren wie Wolverine und schrieb Geschichten für die beiden großen US-Comicverlage Marvel und DC. Seinen Durchbruch hatte er mit der Figur "Das Sumpf Ding" ("Swamp Thing") in den 1970er-Jahren. 

Das Sumpf Ding ist ein Wissenschaftler, der wegen eines geheimen Regierungsauftrages in den Sümpfen eine Art "Bio-Lebenselixier" erfinden soll. Er wird von Spionen bedrängt und fällt schließlich - sein Elixier noch immer in der Hand - brennend in den Sumpf. Das lässt ihn zu einem "fleischgewordenen Stück Natur" werden, erläutert Filmkritiker Jörg Buttgereit - allerdings mit einer tragischen Komponente wie Frankenstein. 

Wolverine als Gegner für Hulk erfunden 

Auch Wolverine ist - ähnlich wie das Swamp Thing - eine tragische Figur. "Wenn Wut in ihm aufsteigt, kommen lange Krallen-Klingen aus seinen Knöcheln an den Händen hervor", erzählt Buttgereit. Diese Figur ersann Wein als Endgegner für die Figur "Incredible Hulk", sie taucht zum ersten Mal Mitte der 1970er-Jahre auf. Ein Jahr später fügte er Wolverine der Reihe "X-Men" hinzu, wo er sich zu seiner bekanntesten Schöpfung entwickelte. 

An solchen Comics hängt ein ganzer Berufszweig. Auch Len Wein zeichnete seine Comics nicht selbst, er schrieb lediglich die Geschichten. Andere zeichneten, kolorierten und betexteten die Bilder dann. "Das liegt aber nicht daran, dass gefragte Autoren das nicht könnten, sondern es ist eher eine Zeitfrage", meint Buttgereit. 

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