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Kulturnachrichten

Montag, 2. Juni 2014

Anglikanische Kirche protestiert gegen Bahntrasse durch Friedhöfe

Zwischen London und Birmingham sollen Reisende in Zukunft viel Zeit sparen - dank neuer Hochgeschwindigkeitszüge.

Die anglikanische Kirche protestiert jetzt allerdings in einer Petition an das britische Unterhaus gegen das Projekt. Der Grund: Die Zugstrecke würde nach bisherigen Planungen über mehrere Friedhöfe führen. Wie der "Daily Telegraph" schreibt, wären allein an der geplanten Endstation in London 30.000 Gräber aus dem 18. Jahrhundert betroffen.

Außerdem fürchtet Erzbischöfliche Rat der Anglikaner, dass der Lärm vorbeifahrender Züge Gottesdienste in Kirchen nahe der Strecke unmöglich macht. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte, man habe bei der Planung möglichst wenige Friedhöfe einbezogen. Alle notwendigen Maßnahmen geschähen mit Respekt und Sorgfalt.

Hier der Link zum Artikel des "Daily Telegraph".

Berater des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan droht deutschen Medien

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und seine Entourage sind offenbar noch nicht fertig mit den deutschen Medien.

Yigit Bulut, ein Berater Erdogans, droht ihnen heute in seiner Kolumne in der regierungsnahen Zeitung "Star": Die Medien aus Deutschland würden noch lernen, dass niemand den türkischen Staat und den Ministerpräsidenten schamlos angreifen dürfe. Welche Medien genau damit gemeint sind, schreibt Bulut nicht.

Der Türkei-Korrespondent des "Spiegel", Hasnain Kazim, hatte wegen seiner Berichterstattung über das Grubenunglück im türkischen Soma zahlreiche Morddrohungen erhalten. Den "Spiegel" griff Erdogan auch bei seinem umstrittenen Auftritt in Köln am vorvergangenen Wochenende direkt an. Die "Bild"-Zeitung hatte mit einem im Vorfeld des Besuchs auf Türkisch veröffentlichten Brief an den Ministerpräsidenten für Empörung unter Erdogan-Anhängern gesorgt.

Kunstsammlung Jena erhält Schenkung mit Werken von Beuys und Baselitz

Für die Kunstsammlung Jena ist es die wichtigste Bereicherung nach dem Zweiten Weltkrieg.

So hat Kurator Erik Stephan die Schenkung eines Bonner Sammlerpaars kommentiert. Es überlässt der Jenaer Sammlung mehr als 1.000 Werke, die meisten von zeitgenössischen Künstlern. Es handelt sich um Arbeiten auf Papier, Zeichnungen, Drucke, Fotografien, Künstlerbücher und Plastiken, unter anderem von Georg Baselitz, Joseph Beuys, Sol Le Witt, Milena Aquilar und Martin Kippenberger.

Unilever in Myanmar entfernt Werbung mit buddhistischem Extremisten-Symbol

Muslime sind in Myanmar in der Minderheit - und sehen sich immer wieder mit gewaltsamen Übergriffen konfrontiert.

Der britisch-niederländische Konzern Unilever hat sich jetzt bei den Muslimen in Myanmar entschuldigt. Der Grund: Auf Werbebannern für Produkte der Lebensmittelmarke Knorr war das Symbol einer buddhistischen Extremisten-Bewegung zu sehen. Sie wird für eine Welle blutiger Angriffe auf die muslimische Minderheit im Westen des Landes verantwortlich gemacht.

Unilever hat das Werbebanner inzwischen entfernt und erklärt, man sei grundsätzlich gegen jegliche Diskriminierung und habe die Bedeutung des Symbols nicht gekannt.

Burgschauspieler Karlheinz Hackl gestorben

Der österreichische Schauspieler Karlheinz Hackl ist tot.

Wie seine Familie mitteilte, starb er gestern an den Folgen einer Krebserkrankung. Hackl wurde 65 Jahre alt. Er gehörte jahrzehntelang zum Ensemble des Wiener Burgtheaters, trat in Kino- und Fernsehfilmen auf und feierte Musical- und Kabarett-Erfolge. 2012 wurde Karlheinz Hackl für sein Lebenswerk mit dem Nestroy ausgezeichnet, einem der wichtigsten Preise im deutschsprachigen Theater. Den Kampf gegen seinen Gehirntumor beschrieb Hackl in dem 2009 erschienenen Buch "Meine zwei Leben - Ein ziemliches Theater".

Zeitungsverleger fordern Ausnahme beim Mindestlohn

Der Mindestlohn gefährdet die Pressefreiheit - zumindest indirekt.

So sieht es der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), der beim geplanten gesetzlichen Mindestlohn Ausnahmen für Tageszeitungen fordert. Der Verband schätzt, dass andernfalls wegen steigender Lohnkosten rund zwei Millionen Haushalte - besonders in ländlichen Gegenden - nicht mehr mit Zeitungen beliefert werden können. Der frühere Verfassungsrichter Udo di Fabio hat für den BDZV ein Gutachten zu den möglichen Folgen des Mindestlohns für die Zeitungsbranche erstellt. Im "Handelsblatt" warnt er, es dürfe dem Gesetzgeber nicht gleichgültig sein, wie sich seine Wirtschafts- und Sozialpolitik auf die wirtschaftlichen Grundlagen der Pressefreiheit auswirke.

Serbischer Innenminister soll seinen Doktortitel zu Unrecht führen

Nicht nur in Deutschland müssen es sich Spitzenpolitiker gefallen lassen, dass ihre Doktorarbeit genau unter die Lupe genommen wird.

Jetzt hat es den serbischen Innenminister Nebojsa Stefanovic erwischt: Eine Gruppe von Wissenschaftlern wirft ihm vor, seinen Doktortitel zu Unrecht zu tragen. Stefanovics Dissertation über kommunale Selbstverwaltung sei eine wissenschaftlich wertlose Arbeit, die nicht einmal die minimalsten Kriterien erfülle, heißt es in einer Stellungnahme. Das Innenministerium in Belgrad wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern.

Google will Satelliten-Netz für weltweite Internet-Versorgung aufbauen

Google will das Internet auch in den hintersten Winkel der Erde bringen.

Wie das "Wall Street Journal" schreibt, will der Konzern ein Netz aus Satelliten aufbauen, um auch abgeschiedenen Regionen den Zugang zum Netz zu ermöglichen. Die Kosten für das Projekt liegen dem Bericht zufolge zwischen gut einer und drei Milliarden Dollar. Ein Google-Sprecher wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren, betonte aber, ein Internetzugang verbessere das Leben der Menschen signifikant. Google testet auch schon solarbetriebene Ballons und Drohnen, um abgeschiedene Gegenden ans Netz anzubinden. Ähnliche Pläne hat auch Facebook.

Forscher über Playmobil-Männchen als Spiegelbilder der Gesellschaft

Sie sind seit Jahrzehnten in fast jedem Kinderzimmer zu finden: Playmobil-Figuren.

Wissenschaftler vom Institut für Theoriekultur in Freiburg sind jetzt zu dem Schluss gekommen, dass die Plastikfiguren ein Spiegelbild der Gesellschaft darstellen. Die Forscher verweisen darauf, wie sich die Figuren im Lauf der Zeit verändert haben. Die ersten Männchen waren Bauarbeiter, Ritter oder Indianer. Erst zwei Jahre später kamen weibliche Figuren dazu: Sie waren zuerst nur an den Haaren zu erkennen, später bekamen sie auch Brüste.

Gut ablesen lässt sich den Forschern zufolge auch, wie sich die Rolle der Frau geändert hat: In den 70ern gab es vor allem Playmobil-Krankenschwestern. In den 90er Jahren lösten Hosen die Röcke ab und es gab zum Beispiel auch Pilotinnen. Laut der Untersuchung spielen Kinder aber immer noch gerne auch mit traditionellen Figuren wie Prinzessinnen und Indianern. Für die Kulturwissenschaftler ein Beweis, dass in der Spielzeugwelt Tradition und Moderne gleich wichtig sind.

Indischer Präsident lässt seine Gärtner Vögel zählen

Die Gärtner im Park des indischen Präsidentenpalasts in Neu Delhi müssen sich dieser Tage nicht nur um Pflanzen kümmern.

Sie haben außerdem den Auftrag, die Vögel zu bestimmen, die sich in den Gärten niederlassen. Wie die Zeitung "The Indian Express" berichtet, hat jeder der Angestellten ein Vogelbestimmungs-Buch bekommen. Insgesamt wurden demnach mehr als 100 Arten gesichtet, darunter Nashornvögel, Ganges-Brillen-Vögel sowie zahlreiche Enten und Raubvögel. Thomas Mathew, Sekretär von Präsident Pranab Mukherjee, habe die Vögel eigenhändig fotografiert, heißt es weiter. Die Bilder seien für einen Bildband gedacht, der im Juli erscheinen soll.

Hier der Link zum Artikel.

Barenboim: Es gibt nur eine menschliche Lösung im Nahen Osten

Es gibt nur eine menschliche Lösung im Nahost-Konflikt.

Politisch oder militärisch könne man nichts ausrichten, sagte der Dirigent Daniel Barenboim im Deutschlandradio Kultur. Auch im West-Eastern Divan Orchestra werde zwischen den Musikern aus dem Nahen Osten nicht nach einem politischen Konsens gesucht. Für Barenboim ist es von entscheidender Bedeutung, dass jedes neue Mitglied Neugier mitbringe, den anderen überhaupt kennenzulernen. Wenn ein Syrer zum ersten Mal zu den Proben komme, sei der Israeli für ihn ein Monster - und umgekehrt. Mit der Zeit entwickle sich jedoch ein selbstverständlicher Umgang unter den verschiedenen Nationalitäten.

Das West-Eastern Divan Orchestra wurde von Barenboim zusammen mit dem Literaturwissenschaftler Edward Said und dem Generalbeauftragten der Europäischen Kulturhauptstadt Weimar, Bernd Kauffmann, gegründet.

China nimmt Künstler vor Tiananmen-Jahrestag fest

China versucht offenbar, die Erinnerung an die Proteste auf dem Platz des Himmelischen Friedens systematisch zu unterbinden.

Laut Medieninformationen wurden kurz vor dem Jahrestag am 4. Juni dutzende Anwälte, Wissenschaftler und Journalisten in Gewahrsam genommen. Am Wochenende sei auch der australisch-chinesische Künstler Guo Jian festgenommen worden, hieß es in australischen Berichten. Der Mann sei aus seiner Wohnung am Stadtrand von Peking weggebracht worden. Das Außenministerium in Canberra versprach konsularische Betreuung für den Künstler.

Snowden hofft auf politisches Asyl in Brasilien

Er würde liebend gern in Brasilien leben.

Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Snowden hofft auf politisches Asyl in dem südamerikanischen Land. Er habe bei den Behörden einen entsprechenden Antrag gestellt, sagte er dem Fernsehsender Globo. Snowden erinnerte auch daran, dass sein politisches Asyl in Russland im August ausläuft. Insofern wäre er glücklich über einen Aufenthalt in Brasilien. Snowden wird seit den Enthüllungen über die NSA von der amerikanischen Justiz gesucht. Seine Reisemöglichkeiten sind zudem wegen seines eingezogenen Passes eingeschränkt.

Missbrauchsaffäre bei der BBC: Zahl der Opfer auf 500 gestiegen

Der Missbrauchs-Skandal bei der BBC ist offenbar noch größer als bislang angenommen.

Die Zahl der Opfer sei mittlerweile auf 500 gestiegen, heißt es in einem Bericht der Kinderschutzorganisation NSPCC. Daraus geht hervor, dass sich der frühere Moderator Jimmy Savile über Jahre hinweg an jungen Menschen vergangen haben soll. Die Taten sollen nicht nur auf dem BBC-Gelände geschehen sein. Dem Bericht zufolge verschaffte sich Savile auch Zutritt zu einer geschlossenen Psychiatrie. Viele Opfer seien zudem in Krankenhäusern missbraucht worden, in denen der Moderator regelmäßig Kinderstationen besucht hatte.

Anschlag auf Jüdisches Museum in Brüssel offenbar aufgeklärt

Gut eine Woche nach dem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel ist die Tat offenbar aufgeklärt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Paris hat sich der festgenommene Franzose in einer Video-Aufnahme zu dem Attentat bekannt. Der 29-Jährige soll sich mehr als ein Jahr lang in Syrien aufgehalten und dort für islamische Dschihadisten gekämpft haben. Bei dem Angriff auf das Jüdische Museum waren drei Menschen erschossen worden. Ein Mitarbeiter der Einrichtung schwebt in Lebensgefahr. Das israelische Außenministerium sprach von einem Terroranschlag.

Bischof: Aufrüstung wegen Ukraine-Krise wäre "grotesk"

Wegen der Krise in der Ukraine aufzurüsten, wäre grotesk.

Dieser Überzeugung ist der evangelische Bischof Andreas von Maltzahn. Deutschland und andere Nato-Länder würden Russland nicht ernsthaft angreifen wollen, selbst sie bessere Jets und Panzer hätten, sagte er am Wochenende in einer Predigt in Berlin. Damit wies er auch die Forderung von Nato-Generalsekretär Rasmussen zurück, wegen des Ukraine-Konfliktes verstärkt in militärische Rüstung zu investieren. Eines der Hauptprobleme in der Ukraine sei eine schwache Zivilgesellschaft, betonte Maltzahn, nicht aber der Mangel an militärischer Wehrhaftigkeit.

Dramatuge Dorst: Theater ist vielfältiger geworden

In Deutschland und Europa gibt es heutzutage einen sehr freien Umgang, Geschichten zu erzählen.

Das sagte der Dramatiker Tankred Dorst dem Magazin "theater heute". Als er in den 60 Jahren angefangen habe, Stücke zu schreiben, habe es allgemein anerkannte Formen gegeben. Alles sei strikter und geschlossener gewesen, betont er. Heute könne schon eine Geschichte damit erzählt werden, dass jemand über die Bühne laufe und sich dabei laut schneuze. Diese Entwicklung sieht Dorst durchaus positiv. - Der Dramatiker wurde 1990 mit dem Büchner-Preis ausgezeichnet. 1992 war er Mitbegründer des Festivals für zeitgenössische Dramatik "Neue Stücke aus Europa" in Wiesbaden. Die Biennale wird im Juni voraussichtlich das letzte Mal stattfinden.

Aktion "Wolkenlos" zu Ehren von Anne Frank

Mit ihrem Tagebuch wurde sie weltberühmt.

Gedenkstätten und Schulen wollen Mitte Juni an das jüdische Mädchen Anne Frank erinnern. Sie wäre am 12. Juni 85 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass riefen die niedersächsische Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen und das Anne-Frank-Zentrum in Berlin zur Aktion "Wolkenlos" auf. Fast 60 Anne-Frank-Schulen wollen dem Aufruf folgen. Zu Ehren des jüdischen Mädchens sollen die Schüler blaue Luftballons mit ihren Wünschen und Hoffnungen steigen lassen.

Anne Frank starb vermutlich kurz vor der Befreiung des Lagers Bergen-Belsen im Alter von 15 Jahren.

Tagesschau vergisst den Wetterbericht

So viel Häme bekommt die "Tagesschau" selten zu lesen.

"Auf nichts ist mehr Verlass" oder "Morgen wird es dunkel" - solche und andere Kommentare musste sich die Redaktion gestern Abend auf Twitter gefallen lassen. Der Grund: In der 20 Uhr-Ausgabe fehlten die Wetteraussichten. Der Bildschirm blieb einfach ein paar Sekunden schwarz, und Sprecher Jan Hofer verlor anschließend kein Wort über die Panne. Erhellendes erfuhr der Zuschauer auch später nicht in den "Tagesthemen". Auch dort gab es keine Wetterkarte, sondern nur den Satz, dass es meist trocken bleibe bei 20 Grad. Heute soll die Sache geklärt werden. Laut ARD aktuell sucht das "Tagesschau"-Team nach der Ursache für die Panne.

Bach-Porträt auf dem Prüfstein: Experten untersuchen Echtheit

Ist das Bach-Porträt echt oder nicht?

Diese Frage beschäftigt ein Symposium in Dortmund. Ein Privatmann hatte das Bild des weltberühmten Komponisten vor Kurzem ersteigert. Jetzt wollen Experten bei ihrem Treffen Merkmale für die Echtheit des Porträts aus dem 18. Jahrhundert finden. In den vergangenen Tagen wurde es bereits mit zwei anderen Werken im Bachhaus von Eisenach verglichen. Viele Bilder haben solche Tests in der Vergangenheit nicht bestanden. Nachweislich als echt gilt bislang ein Öl-Porträt von Elias Gottlob Haußmann aus dem Jahr 1746.

Das Bachhaus hält auch ein jüngst erworbenes Objekt von 1730 für echt.

Zeitung: Nürburgring-Betreiber hat neuen Partner für Musikfestival

Auf dem Nürburgring soll es auch in Zukunft ein großes Musik-Festival geben.

Nach Informationen der "Rhein-Zeitung" hat der Betreiber der Eifel-Rennstrecke dafür einen neuen Partner gefunden. Demnach soll die Entertainment AG aus Berlin ein neues Musikfest am Nürburgring veranstalten. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass das Festival "Rock am Ring" an diesem Pfingstwochenende letztmalig mit dem Konzertveranstalter Marek Lieberberg stattfinden wird. Dem hatten die Betreiber des Nürburgrings gekündigt. - Lieberberg zufolge hatten sie einen größeren Anteil am Gewinn gefordert.

Historiker: Deutschland war durch schnellen Wandel zu Beginn des 20. Jh. verunsichert

Was hat Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg von anderen Ländern unterschieden?

"Vor allem das Tempo", sagte der Historiker Ulrich Herbert der "tageszeitung" in Berlin. Deutschland habe sich rasend schnell verändert, von einem Agrarland zu einer führenden Wirtschaftsmacht - und das innerhalb von 25 Jahren. "Eisenbahn, die Explosion der Städte, Telefon, Filme, Fabriken" zählt Herbert als Beispiele auf. Vor dem Ersten Weltkrieg sei auch die Arbeiterklasse erstarkt, ebenso wie die moderne Massenkultur. Auch die Frauenemanzipation habe damals ihren Anfang genommen. Herbert erklärte, dieser komplexe Wandel habe zu viel Verunsicherung in der Gesellschaft geführt. Den Menschen habe schlicht die Zeit gefehlt, sich an Veränderungen zu gewöhnen.

Verdi weitet Streiks bei Amazon aus

Die Gewerkschaft Verdi will den Druck auf den Online-Versandhändler Amazon erhöhen.

Der Streik soll auch auf den Standort Graben bei Augsburg ausgeweitet werden. Dort seien die Mitarbeiter ab der heutigen Frühschicht aufgefordert, die Arbeit niederzulegen, teilte Verdi mit. Bereits am Wochenende hatten laut Gewerkschaft rund 600 Beschäftigte in Leipzig und Bad Hersfeld die Arbeit ruhen lassen. - Der Konflikt zwischen Verdi und dem Online-Versandhändler schwelt schon seit Monaten. Die Gewerkschaft fordert höhere Löhne und tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. Amazon nimmt stattdessen die Logistikbranche als Maßstab, in der niedrigere Löhne gezahlt werden.

Ägypten führt Haftstrafen für Flaggenschändung ein

Wer in Ägypten während der Nationalhymne sitzen bleibt, muss nach einem neuen Gesetz mit einer Geld- oder einer Haftstrafe rechnen.

Der scheidende Übergangspräsident Adli Mansur setzte die neue Regel in Kraft. Demnach wird auch die Schändung der ägyptischen Flagge geahndet. Die Regierung hatte das Gesetz Ende vergangenen Jahres mit Blick auf die stärker werdende nationalistische Strömung in Ägypten auf den Weg gebracht. Konservative Islamisten lehnen Nationalsymbole als Ausdruck westlichen Einflusses ab. Einige islamistische Abgeordnete des inzwischen aufgelösten Parlaments hatten für Empörung gesorgt, weil sie während der Nationalhymne nicht aufgestanden waren.

"Gesellschaft für bedrohte Völker" kritisiert Todesurteil gegen Christin im Sudan

Von einer unabhängigen Rechtssprechung könne nicht die Rede sein.

Damit hat die "Gesellschaft für bedrohte Völker" in Göttingen den Prozess gegen eine Christin im Sudan verurteilt. Die Frau war dort von einem Gericht zum Tode verurteilt worden - weil sie den islamischen Glauben nicht annehmen wollte. Der Afrikareferent der "Gesellschaft für bedrohte Völker", Ulrich Delius, erklärte, es sei lächerlich, dass sich die Regierung aus dem Fall raushalte. Das Außenministerium in Khartum hatte laut BBC mitgeteilt, dass nur ein Berufsgericht darüber entscheiden könne, ob die Frau aus der Haft entlassen werden könne.

Kunstinstallation durch mutmaßliche Islamisten zerstört

Nach der mutwilligen Zerstörung einer Kunstinstallation in Frankfurt am Main sind Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen worden.

Das bestätigte ein Polizeisprecher. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung hatten drei mutmaßliche Islamisten die Ausstellung im Portikus gestürmt. Ihr lautstarker Protest richtete sich den Angaben zufolge gegen eine Installation des britischen Konzeptkünstlers John Latham mit dem Titel "God is Great". Wie es heißt, riss einer der Männer schließlich einen Koran aus der Skulptur an sich und zerstörte damit das Werk. Die Installation setzt sich kritisch mit den gängigen Unterscheidungen zwischen den Glaubenssystemen auseinander.

Sprachschützer wollen Deutsch im Grundgesetz verankern

Deutsch sollte als Landessprache im Grundgesetz verankert werden.

Das fordert der "Verein Deutsche Sprache". Eine verfassungsrechtliche Regelung sei angesichts der dramatischen Verdrängung des Deutschen durch das Englische im privaten und öffentlichen Leben nötig, erklärte der Vorsitzende Walter Krämer. Eine solche Regelung mit Verfassungsrang gibt es nach Angaben des Vereins in 18 Ländern der Europäischen Union. Bislang ist Deutsch lediglich per Gesetz als Amtssprache festgelegt.

UNESCO: Welterbetag hat sich bewährt

Die deutschen Welterbestätten sind Teil eines internationalen Netzes.

Das hat der Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission, Walter Hirche, bei der zentralen Veranstaltung des 'Welterbetages' in Bad Muskau hervorgehoben. Er wünsche sich ein noch stärkeres Bewusstsein dafür, dass das eigene Erbe zugleich das Erbe Anderer sei. Zehntausende Menschen nutzten gestern die Gelegeheit, Kirchen, Schlösser, Industrieanlagen und Parks zu besuchen. Insgesamt gibt es 38 deutsche Welterbestätten.

Australien: Iranische Flüchtlinge nähen sich Münder zu

Australien wird wegen seiner Flüchtlingspolitik oft kritsiert.

Aus Protest haben sich nun sieben iranische Asylbewerber ihrer Münder zugenäht. Nach Angaben der Organisation "Refugee Action Coalition" beteiligen sich die Männer an einem Hungerstreik hunderter weiterer Einwanderer auf der abgelegenen Weihnachtsinsel. Australien bringt Flüchtlinge in Lagern auf weit entfernten Inseln unter. Selbst wenn den Asylanträgen stattgegeben wird, dürfen sie nicht einreisen. Die Zustände in den Lagern werden oft kritisiert.

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Juni 2014
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Fazit

Der Maler und sein berühmter SchülerWürdigung eines Übergangenen
Arno Rink Atelier II, 2011 Öl auf Leinwand 180 x 140 cm Foto Uwe Walter, Berlin courtesy Galerie Schwind, Leipzig, Frankfurt, Berlin VG Bild-Kunst, Bonn 2017 (Uwe Walter / Galerie Schwind Leipzig / VG Bild-Kunst)

Als Maler und Professor hatte Arno Rink die Neue Leipziger Schule maßgeblich geprägt. Mit der Wende sank jedoch der Stern des heute an Krebs erkrankten Künstlers - zu Unrecht, findet dessen berühmtester Schüler Neo Rauch. Der verbeugt sich nun in einer gemeinsamen Ausstellung tief vor seinem Meister.Mehr

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