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Fazit | Beitrag vom 03.12.2017

Cherubinis "Medea" in Stuttgart Kein Klimbim, keine schönen Kostüme

Rainer Zerbst im Gespräch mit Eckhard Roelcke

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Eine Szene aus Medea - inszeniert von Peter Konwitschny. Opernsängerin Cornelia Ptassek auf der Bühne des Opernhauses in Stuttgart.  (dpa)
Eine Szene aus Medea - inszeniert von Peter Konwitschny. Opernsängerin Cornelia Ptassek auf der Bühne des Opernhauses in Stuttgart. (dpa)

Mit seiner Inszenierung der "Medea" will Peter Konwitschny eine Botschaft vermitteln: Man müsse eine Welt schaffen, in der Frauen wie Medea - verlassen und verraten - integriert werden. Opernkritiker Rainer Zerbst war bei der Premiere in der Stuttgarter Oper.

Peter Konwitschny gehört zu den wichtigsten Musiktheater-Regisseuren der Gegenwart. Der 72-Jährige hatte schon angekündigt: Er selbst wolle "keinen Klimbim, keine schönen Kostüme, schöne Tönchen" auf die Bühne bringen, sondern eine Botschaft vermitteln. Dazu hatte er in der Staatsoper Stuttgart Gelegenheit.

Es geht krachend zu

Konwitschny hat Luigi Cherubinis "Medea" inszeniert. Diese tragische Geschichte  einer verzweifelten Frau, Geliebten, Mutter. Unser Opernkritiker Rainer Zerbst hat die Vorstellung besucht. "Die ganz leisen Töne macht er nicht in seiner Inszenierung", sagt Zerbst. Es ginge eher krachend zu. "Aber das gehört mit zur Dramatik dieses Geschehens und dieser Inszenierung dazu". 

Die Themen, an denen sich der Regisseur mit der Medea abarbeitet, seien die Widersprüchlichkeit der Hauptfigur und der Umgang mit gesellschaftlichen Umbrüchen. Konwitschny zeigt eine Gesellschaft im Zerfall. "Diese Oper ist psychologisch sehr tiefsinnig", sagt Zerbst. Kulturkritiker Zerbst ist begeistert vom Gesang: "Es ist ein Fest der Stimmen - der hochdramatischen Stimmen."

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