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Sonntag, 21.01.2018

Fazit / Archiv | Beitrag vom 10.06.2009

"Che - Die Revolution"

Anke Leweke über das Porträt einer linken Ikone

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Porträt einer Revolutionslegende: Ernesto "Che" Guevara 1962 in Havanna. (AP Archiv)
Porträt einer Revolutionslegende: Ernesto "Che" Guevara 1962 in Havanna. (AP Archiv)

Der amerikanische Regisseur Steven Soderbergh hat das Leben der Legende Che Guevara verfilmt. Darin beschreibt er den Weg der linken Ikone vom argentinischen Arzt zu einem Anführer der kubanischen Revolution.

"Che - Die Revolution" von Steven Soderbergh
Mit: Benicio Del Toro, Demián Bichir, Franka Potente
Spanien/ USA 2008, Farbe, 126 Minuten


Steven Soderberghs "Che" ist ein viereinhalbstündiges Mammutprojekt, das in zwei Teilen von verschiedenen Etappen aus dem Lebens des Guerillero erzählt - dem Vorlauf zur kubanischen Revolution und dem Scheitern des politischen Umsturzes in Bolivien. Er habe die großen Kinomomente vermeiden und den Alltag des Che erzählen wollen, erklärt Soderbergh immer wieder in Interviews.

Zu Beginn des ersten Teils "Die Revolution" lernt der Zuschauer einen jungen, wissbegierigen Mann kennen, der von Fidel Castro bei einer warmen Mahlzeit über die schrecklichen Zustände Kubas aufgeklärt wird. Im November 1956 bringt ein Boot die beiden zusammen mit einem kleinen Rebellentrupp auf die Insel. Es beginnt ein über zwei Jahre währender Guerilla-Krieg mit Che als umsichtigen Anführer, der stets die Augenhöhe zu seinen Mitstreitern bewahrt.

"Che" ist ein Film über die Revolution als Arbeit. Soderbergh zeigt das schweißtreibende Handwerk der Guerilla, filmt seine Kämpfer aufs Ausführlichste beim Hüttenbauen, Nachschub-Organisieren, Disziplinieren und Trainieren, beim Putzen und Verstecken der Waffen. Unübersichtliche Scharmützel im Busch wechseln mit Straßenkämpfen. Dabei bleibt Che ein Kämpfer unter vielen, ein Kommandant unter anderen. Ein Revolutionsarbeiter zwischen unzähligen weiteren Handgriffen, Handlungen, Schritten und Schüssen. Soderbergh zeichnet Triumph und Scheitern eines Revolutionärs nach, als handle es sich um irgendeine Kämpfer- oder Soldatenkarriere.

Wer den Mythos jedoch nicht in Schach hält, lässt sich von ihm überwältigen. Gerade indem Soderbergh jede Idee zu der Idee Guevara fehlt, ist und bleibt sein Kämpfer von Anfang an "El Che", ein Mythos, der nicht menschlicher wird, weil man ihm beim Maisschälen oder Rasieren zuschaut.

Filmhomepage [url=http://www.che.centralfilm.de/]"Che - Die Revolution"

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