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Kulturnachrichten

Dienstag, 4. April 2017

Central European University in Budapest in Gefahr

Protest aus Deutschland

Das ungarische Parlament hat einem Gesetzentwurf zugestimmt, der die Schließung der renommierten internationalen Central European University in Budapest zur Folge haben könnte. Dagegen regt sich auch in Deutschland Widerstand. Die Vorsitzende des Verbandes der Historikerinnen und Historiker Deutschlands, Eva Schlotheuber, protestierte in einem Brief an das zuständige Ungarische Ministerium. Gegenüber Deutschlandradio Kultur erklärte sie, dass die Schließung der internationalen Universität eine große Gefahr sei, die Ausstrahlung auf ganz Europa haben könne. Sie befürchte, damit werde die Idee auf Austausch und Reflexion über historische Zusammenhänge jenseits nationaler Standpunkte begraben. Die Central European war 1991 von dem ungarisch-stämmigen US-Milliardär George Soros gegründet worden. Mit dem neuen Gesetz will Ministerpräsident Victor Orban Hochschulen verbieten lassen, die keinen Hauptsitz im Ausland haben.

Joanna Bator bekommt den Stefan-Heym-Preis

Die Stadt Chemnitz ehrt die polnische Schriftstellerin als herausragende Stimme

„Als herausragende Stimme der zeitgenössischen europäischen Literatur bezeichnet die Stadt Chemnitz die polnische Schriftstellerin und Publizistin Joanna Bator. Die 49-jährige Autorin hat den Stefan-Heym-Preis erhalten, der mit 20.000 Euro dotiert ist. Bators jüngster Roman „Dunkel, fast Nacht zeige, „wie Hass eine Gesellschaft zerstören, wie schnell der Firnis menschlicher Moral reißen kann, wenn Menschen mit Veränderung konfrontiert sind." Für diesen Roman erhielt die polnische Autorin 2013 die Nike, einen der bedeutendsten polnischen Literaturpreise. Mit dem Stefan-Heym-Preis ehrt Chemnitz zum vierten Mal zeitkritische und couragierte Persönlichkeiten. Der Schriftsteller Stefan Heym (1913-2001) wurde in Chemnitz geboren und ist Ehrenbürger der sächsischen Stadt.

Neuland bei Erforschung kolonialer Sammlungsgeschichte

Forschungsprojekt der Universität Hamburg und des Bremer Übersee-Museums

Auf dem Gebiet der Erforschung kolonialer Sammlungsgeschichte geht ein Projekt der Uni Hamburg zusammen mit der Afrika-Sammlung im Bremer Übersee-Museum neue Wege. Ausgestattet mit 3 Doktorandenstellen soll museale Objekt-, historische Provenienz- sowie Feldforschung in den Ursprungsländern kombiniert werden. Das Phänomen des kolonialen Sammelns an sich soll untersucht werden und damit eine Vorlage für andere ethnologische Sammlungen erarbeitet werden, so der verantwortliche Historiker Jürgen Zimmerer. Das Forschungsprojekt „Koloniale Spuren im Übersee-Museum Bremen. Afrika-Sammlungen als Gegenstand der Provenienzforschung ist auf vier Jahre angelegt. Es wird im ist auf vier Jahre angelegt. Es wird im Rahmen der Initiative „Forschung in Museen von der Volkswagenstiftung mit 450.000 Euro gefördert.

Streit um Trauer-Beleuchtung am Brandenburger Tor

Wahrzeichen erstrahlt nicht in den russischen Nationalfarben

Der Berliner Senat hat seine Entscheidung verteidigt, das Brandenburger Tor nach dem Anschlag in St. Petersburg nicht in den russischen Nationalfarben anzustrahlen. "Man kann Kondolenz und Trauer auch ausdrücken, ohne das Brandenburger Tor zu beleuchten", sagte Senatssprecherin Claudia Sünder. Das Anstrahlen des Berliner Wahrzeichens bleibe weiterhin Städtepartnerschaften und Orten mit besonderem Bezug zu Berlin vorbehalten. Viele Twitter-Nutzer warfen dem Senat mangelnde Solidarität mit den russischen Opfern vor. Zuletzt war das Wahrzeichen im Zentrum der Hauptstadt mehrmals nach Terroranschlägen in den Farben der jeweils betroffenen Nation angestrahlt worden, etwa nach Attentaten in Paris, Brüssel, London oder Istanbul. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sprach sich auf Facebook dafür aus, künftig ganz auf die Trauer-Anstrahlung zu verzichten. Die Regel zu ändern, sei derzeit nicht vorgesehen, beschied die Senatssprecherin dagegen.

Astrid-Lindgren-Preis geht an Wolf Erlbruch

"Erlbruch ist ein vorsichtiger und fürsorglicher Visionär"

Der deutsche Schriftsteller und Illustrator Wolf Erlbruch bekommt den diesjährigen Astrid-Lindgren-Preis für Kinder- und Jugendliteratur. Das teilte die Jury in Stockholm mit. Der Autor von "Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hatte", ehre die Tradition und öffne gleichzeitig neue Türen, hieß es in der Begründung. "Erlbruch ist ein vorsichtiger und fürsorglicher Visionär", sagte Jury-Chefin Boel Westin. Erlbruch wurde 1948 in Wuppertal geboren. Der 2002 von der schwedischen Regierung gegründete "Astrid Lindgren Memorial Award" ist mit einem Preisgeld von fünf Millionen schwedischen Kronen (rund 522 000 Euro) die höchstdotierte Auszeichnung ihrer Art. Im vergangenen Jahr hatte die amerikanisch-britische Jugendbuchautorin Meg Rosoff den Preis bekommen.

„Unersetzlicher Verlust für indische Klassik"

Indischer Premierminister betrauert den Tod von Kishori Amonkar

Im Alter von 84 Jahren ist Kishori Amonkar in Mumbai gestorben. Sie war eine der bekanntesten klassischen Sängerinnen Indiens. Der indische Premierminister Narendra Modi schrieb auf Twitter: „Ihr Tod ist ein unersetzlicher Verlust für die indische klassische Musik. Zahlreiche Musiker, auch aus der Unterhaltungsindustrie Bollywood teilten seine Anteilnahme. Für ihre Interpretation klassischer Hindustani-Musik wurde Amonkar mehrfach ausgezeichnet.

Die Qual der Wahl beim Deutschen Buchpreis

Rekordverdächtig: 174 Romane eingereicht

Um den besten deutschsprachigen Roman konkurrieren in diesem Jahr 174 Titel aus 106 Verlagen, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Dienstag in Frankfurt am Main mit. Damit muss die Jury 18 Romane mehr lesen als im vergangenen Jahr. Katja Gasser vom Österreichischen Rundfunk ist zur Sprecherin der Jury benannt worden. Dem Gremium gehören außerdem an: Silke Behl (Radio Bremen), Mara Delius („Die Welt"), Christian Dunker (Autorenbuchhandlung Berlin), Maria Gazzetti (Casa di Goethe), Tobias Lehmkuhl (freier Kritiker) und Lothar Schröder („Rheinische Post"). Bis zum 15 August werden die Juroren 20 Titel für die Longlist herausfiltern. Danach müssen sie sich bis Mitte September auf 6 Titel auf der Shortlist einigen. Der Preisträger wird am 9. Oktober bekanntgegeben. Er erhält 25.000 Euro, die fünf übrigen Finalisten jeweils 2.500 Euro. Im vergangenen Jahr wurde der Schriftsteller Bodo Kirchhoff für seinen Roman „Widerfahrnis" ausgezeichnet.

Erleichterung in Weimar

Klage gegen den Bebauungsplan für neues Bauhausmuseum abgelehnt

Ein Weimarer Immobilienbesitzer hatte seine Einwendungen gegen den Standort des neuen Bauhausmuseums zu spät eingereicht. Das Thüringer Oberverwaltungsgericht habe seinen Normenkontrollantrag deshalb als unzulässig abgelehnt, so ein Gerichtssprecher am Dienstag. Nachdem die Standortsuche für den Neubau des Bauhaus-Museums Jahre in Anspruch genommen hatte und es immer wieder Einwände und Proteste gab, wird seit einigen Monaten gebaut. Das Museum soll im April 2019 zum 100. Geburtstag des Bauhauses eröffnet werden. In das neue Museum sollen 22,6 Millionen Euro investiert werden.

Historiker Konrad Repgen gestorben

Er galt als Experte für den 30jährigen Krieg

Konrad Repgen, emeritierter Bonner Geschichtswissenschaftler und einer der wichtigsten Historiker des 20. Jahrhunderts, ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 93 Jahren in Bonn, wie der Feuilleton-Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und frühere Repgen-Schüler Patrick Bahners via Twitter mitteilte. Zu Repgens Forschungsschwerpunkten gehörten der Nationalsozialismus, der politische Katholizismus sowie die Epoche des Dreißigjährigen Krieges. Geboren am 5. Mai 1923 im rheinischen Friedrich-Wilhelms-Hütte, lehrte Repgen ab 1962 in Saarbrücken. Von 1967 bis zu seiner Emeritierung 1998 war er ordentlicher Professor für Mittlere und Neuere Geschichte am Historischen Seminar der Universität Bonn. Repgen war unter anderem Mitglied der British Academy, der Kommission für Zeitgeschichte, der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften.

Neues Gutachten im Streit um römischen Pferdekopf

Wertermittlung soll Klarheit bringen

Im Rechtsstreit um einen Bronze-Pferdekopf aus der Römerzeit, will das Landgericht Limburg ein neues Gutachten in Auftrag geben. Ein Experte soll den Wert der antiken Skulptur ermitteln. Der Gutachter soll sich bei der Schätzung daran orientieren, welchen möglichen Preis die antike Skulptur im Oktober 2009 im nationalen Kunsthandel erzielt hätte. Der Wert spielt in dem Rechtsstreit eine wichtige Rolle, denn daran bemisst sich die Entschädigung, die einem Landwirt aus Hessen zusteht. Archäologen hatten den Pferdekopf im Jahr 2009 auf dessen Grundstück in Lahnau ausgegraben. Das wertvolle Stück wurde Eigentum des Landes. Der Landwirt ging bislang davon aus, dass ihm 1,8 Millionen Euro Entschädigung zustehen. Hessen wollte zunächst aber nur 48 000 Euro zahlen. Daraufhin reichte der Mann Klage ein. Bei einer ersten Gerichtsverhandlung in dem Fall im Dezember 2016 hatte das Gericht einen Vergleich über 500 000 bis 530 000 Euro angeregt. Darauf konnten sich die Streitparteien aber nicht einigen.

US-Gericht stellt Polanski-Verfahren nicht ein

Dem Regissseur droht in den USA weiter Haft wegen einer Vergewaltigung vor 40 Jahren

Roman Polanski muss bei einer Einreise in die USA weiter mit einer Haftstrafe rechnen. Ein US-Gericht hat ein Gesuch des französisch-polnischen Regisseurs auf Einstellung des Missbrauchsverfahrens gegen ihn abgelehnt. Das teilte das Gericht in Los Angeles mit. Polanski wird vorgeworfen, ein 13-jähriges Mädchen 1977 mit Sekt und einem Beruhigungsmittel gefügig gemacht und es anschließend im Haus von Schauspieler Jack Nicholson vergewaltigt zu haben. Polanski bekannte sich schuldig, illegal Sex mit einer Minderjährigen gehabt zu haben. Er flüchtete aber vor der Verkündung seines Strafmaßes 1989 aus Los Angeles. Die Anwälte Polanskis sagen, er habe seine Strafe bereits verbüßt, zum Teil dadurch, dass er im Rahmen eines gescheiterten Auslieferungsverfahrens aus der Schweiz 2010 335 Tage im Gefängnis und unter Hausarrest verbrachte.

4000 Jahre alte Pyramide in Ägypten entdeckt

Sensationsfund in "sehr gutem Zustand"

Einen aufsehenerregenden Fund haben Archäologen in Ägypten gemacht. Die Forscher entdeckten die Überreste einer rund 3700 Jahre alten Pyramide etwa 30 Kilometer von Kairo entfernt. Das teilte das Antikenministerium mit. Die bislang entdeckten Teile seien "in einem sehr guten Zustand". Noch seien die Ausgrabungen in einem "frühen Stadium", teilte das Ministerium in der ägyptischen Hauptstadt weiter mit. So sei die exakte Größe der Pyramide, die nahe der berühmten Knickpyramide des Snofru in der Nekropole von Dahschur liegt, noch unklar. Bislang entdeckt wurde unter anderem ein Alabasterstein mit Hieroglyphen. Weitere Ausgrabungen sollen nun folgen. Dem früheren Leiter der ägyptischen Altertümerverwaltung, Zahi Hawass, zufolge wurden in Ägypten bislang 123 Pyramiden entdeckt. Die bekanntesten sind die Pyramiden von Gizeh, die vor etwa 4500 Jahren erbaut wurden.

Sonderausstellung von Picassos "Guernica"

80. Jubiläum des legendären Antikriegsbildes

Das Museum Reina Sofía in Madrid zeigt anlässlich des 80. Jubiläums von "Guernica" eine Sonderausstellung über das legendäre Antikriegsbild von Pablo Picasso. Die Schau "Piedad y terror en Picasso" ("Gnade und Schrecken bei Picasso") soll in Anwesenheit von Ex-König Juan Carlos I. und dessen Gattin Sofía eröffnet werden. Bis 4. September werden rund 180 Werke gezeigt. Die Gemälde stammen teilweise aus der Picasso-Kollektion des Reina Sofía. Leihgaben kommen auch von über 30 Privatsammlern und Museen aus aller Welt.

Geiger Thomas Brandis gestorben

Trauer um früheren Konzertmeister der Berliner Philharmoniker

Der Geiger Thomas Brandis, langjähriger Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, ist tot. Brandis sei am 30. März mit 81 Jahren nach einer langen Krankheit gestorben, teilten die Philharmoniker mit. Der 1935 in Hamburg geborene Brandis war Schüler des berühmten Geigenlehrers Max Rostal und trat als Solist unter anderem mit Dirigenten wie Herbert von Karajan, Karl Böhm, Georg Solti und Eugen Jochum auf. Mit 26 Jahren wurde Brandis Erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, denen er von 1962 bis 1983 angehörte. 1976 gründete er das Brandis-Quartett, das auf Festivals im In-und Ausland gefeiert wurde. Als Lehrer wirkte er auch an der Universität der Künste in Berlin und der Royal Academy of Music in London.

Neuer "Barbara Kisseler Theaterpreis"

Auszeichnung für private Theater in Hamburg

Der im Andenken an die 2016 verstorbene Hamburger Kultursenatorin Barbara Kisseler ausgeschriebene Theaterpreis wird erstmals nach Abschluss der aktuellen Spielzeit vergeben. Mit ihm soll "ein Hamburger Theater, eine herausragende Produktion, eine künstlerisch mutige oder besondere Spielzeit oder herausragende Leistungen eines Privattheaters oder einer Freien Gruppe ausgezeichnet werden", teilte die Hamburger Kulturbehörde mit. Für die kommenden zehn Jahre sei eine jährliche Vergabe geplant. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. Kisseler war am 7. Oktober im Alter von 67 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Die parteilose Politikerin war seit 2011 Senatorin und Präses der Kulturbehörde in Hamburg. Zudem war sie seit Mai 2015 Präsidentin des Deutschen Bühnenvereins. Mit dem Preis werde die besondere Bedeutung und Qualität gerade auch der Privattheater und Freien Gruppen in den Fokus gerückt, betonte Hamburgs neuer Kultursenator Carsten Brosda (SPD).

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