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Interview / Archiv | Beitrag vom 16.07.2016

CDU-Politikerin Cemile GiousoufPutschisten haben Erdogan in die Hände gespielt

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Anhänger von Präsident Erdogan und Polizisten haben einen Panzer auf der Bosporus-Brücke erklommen. (EPA)
Anhänger von Präsident Erdogan und Polizisten haben einen Panzer auf der Bosporus-Brücke erklommen. (EPA)

Der gescheiterte Putsch in der Türkei nütze vor allem Präsident Erdogan, sagt die CDU-Politikerin Cemile Giousouf. Sie appelliert an die türkische Regierung, das Volk nicht weiter zu spalten, sondern zu einer starken Regierung zu führen.

Die türkischstämmige Bundestagsabgeordnete Cemile Giousouf (CDU) befürchtet, dass Präsident Erdogan den gescheiterten Putsch dazu nutzen wird, um seine Position im Land weiter auszubauen. Sie habe die "tiefe und große Sorge", dass Erdogan als Gewinner aus der jetzigen Situation hervorgehen werde. Die CDU-Politikerin appelliert an die türkische Regierung, das Volk nicht weiter zu spalten, sondern die Menschen zusammenzubringen und zu einer starken Demokratie zu führen.

Das türkische Volk hat genug von Militärputschen

Die Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Cemile Giousouf war 2013 die erste CDU-Bundestagsabgeordnete muslimischen Glaubens.   (dpa / picture alliance / Rolf Vennenbernd) Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Cemile Giousouf. (dpa / picture alliance / Rolf Vennenbernd)

In der Weigerung der Opposition, sich dem Putsch anzuschließen, sieht Giousouf ein Indiz dafür, wie sehr das türkische Volk schon unter Militärputschen gelitten habe. Das Volk wolle auf keinen Fall einen weiteren militärischen Umsturz.

"Es gibt sehr viel zu kritisieren an der Regierungsführung von Erdogan, ohne Zweifel, aber die Art und Weise, mit Waffengewalt, mit Bomben eine vom Volk gewählte Regierung wegbomben zu wollen, ist eben genau der falsche Weg. Damit haben die Putschisten den Falschen in die Hände gespielt, wenn Sie so wollen."

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