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Kulturnachrichten

Montag, 21. Juli 2014

Bürgerbegehren gegen Garnisonkirche erfolgreich

Die Zahl der erforderlichen gültigen Unterschriften für ein Bürgerbegehren sei deutlich übertroffen worden, teilte die Stadtverwaltung heute mit.

Nach Angaben von Stadtwahlleiter Matthias Förster wurden 14.285 gültige Unterschriften eingereicht, nötig waren 13.326. Von den mehr als 16.000 gesammelten Unterschriften waren 1.754 ungültig. Am 30. Juli wird sich jetzt die Stadtverordnetenversammlung mit der Forderung befassen, die Stiftung für den Wiederaufbau der Kirche aufzulösen. Die Bürgerinitiative "Potsdam ohne Garnisonkirche" erwartet eine Ablehnung ihrer Initiative durch das Parlament und dringt auf einen nachfolgenden Bürgerentscheid zeitgleich mit der brandenburgischen Landtagswahl am 14. September.

Das Bauvorhaben steht unter anderem in der Kritik, weil die 1945 zerstörte und 1968 abgerissene Garnisonkirche als Symbol des preußischen Militärs gilt und 1933 von den Nationalsozialisten zur Inszenierung der Reichstagseröffnung genutzt wurde. Befürworter argumentieren unter anderem mit der städtebaulichen Bedeutung der Kirche und einer Wiedergutmachung für den Abriss der Ruine in der DDR.

Suhrkamp: Etappensieg für Barlach

BGH weist Sache an Landgericht Berlin zurück

Im Streit um die Sanierung des angeschlagenen Traditionsverlages, hat Suhrkamp-Miteigentümer Hans Barlach einen Teilerfolg errungen. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat zwei Beschlüsse des Landgerichts Berlin aufgehoben und entschieden, dass das Landgericht "umfassend über die Zulässigkeit und Begründetheit der sofortigen Beschwerde der Medienholding zu befinden" habe, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts. Im Februar und im April dieses Jahres hatte das Berliner Gericht eine Beschwerde Barlachs gegen den Insolvenzplan abgewiesen. Barlach, der mit Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz verfeindet ist, wehrt sich gegen den Insolvenzplan, mit dem die Suhrkamp-KG in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden soll. Mit der Umwandlung verlöre der Hamburger Medienunternehmer und Enkel des Bildhauers Ernst Barlach weitreichende Mitspracherechte. Barlach ist mit 39 Prozent an Suhrkamp beteiligt, die Verlegerwitwe Unseld-Berkéwicz hält 61 Prozent.

SchUM-Städte: Verein soll sie bekannter machen

Bedeutung für das europäische Judentum erschließen

Rheinland-Pfalz, die Städte Speyer, Worms und Mainz, die Jüdische Gemeinde Mainz u.a. haben sich zu einem Verein zusammen geschlossen, der publik machen soll, welche Rolle die drei sogenannten SchUM-Städte – Speyer, Worms und Mainz – bei der Entwicklung des europäischen Judentums gespielt haben. Zugleich will man das jüdische Erbe dieser Städte weiter erschließen. SchUM steht synonym für die rheinland-pfälzischen Städte und bildet sich aus den Anfangsbuchstaben der hebräischen Städtenamen: Schin (Sch) für Schpira, Waw (U) für Warmaisa und Mem (M) für Magenza. Zwischen dem 11. und dem 13. Jahrhundert hatte sich dort ein geistiges und kulturelles Zentrum des Judentums entwickelt, das „rheinische Jerusalem. 1220 schlossen sich die drei jüdischen Gemeinden dann zu einem Bündnis zusammen: dem SchUM. Auf lange Frist plant Rheinland-Pfalz die Anerkennung der SchUM-Städte als Welterbestätte der Unesco.

Musikwoche Hitzacker: Chefwechsel zu 2016

Startrompeter Ludwig Güttler hört auf

Fast 30 Jahre lang hat der Dresdner Trompeter die Musikwoche Hitzacker künstlerisch geleitet. Im März nächsten Jahres wird der 71-Jährige das zehntägige Festival für klassische Musik nun zum letzten Mal veranstalten. Ab 2016 wird ihm der Berliner Oboist Albrecht Mayer als künstlerischer Leiter nachfolgen, teilte die Musikwoche Hitzacker mit. Güttler, der auch Dirigent ist, hatte das Musikfest 1986 mitgegründet und seitdem geführt.

Esther Dischereit: "Deutschland ist in der Pflicht, sich um Josef Slowik zu kümmern"

Seit einem halben Jahr sitzt der Jenaer Student in einem Wiener Untersuchungsgefängnis

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am 24. Januar federführend an den Ausschreitungen gegen den Wiener Akademikerball beteiligt gewesen zu sein, der von der rechten FPÖ in der Wiener Hofburg veranstaltet wurde. Von den 6000 Demonstranten, die gegen den Ball protestierten, wird ihm als einzigem der Prozess gemacht. Die Beweislage gilt als dünn. "Das Prinzip - im Zweifel für den Angeklagten - das scheint mir außer Kraft gesetzt", sagte die Schriftstellerin Esther Dischereit, die unter anderem an der Universität für angewandte Kunst in Wien lehrt, im Deutschlandradio Kultur. Der Staatsanwalt habe öffentlich von "Demonstrationssöldnern" aus Deutschland gesprochen. "Das ist wirklich ein Aufstacheln und ein Aufhetzen, das ich für Angehörige der Justiz völlig unziemlich finde", so Dischereit. Sie sehe die Bundesrepublik Deutschland in der Pflicht, sich um Josef Slowik zu kümmern.

Die Stadt Jena verlieh Josef Slowik im Juni den Preis für Zivilcourage.

Nigerianischer Autor: Europa muss Haltung zeigen

Helon Habila entsetzt über Umgang mit Flüchtlingen

Ein Jahr lang hat er von Berlin aus beobachtet, wie Deutschland und andere EU-Staaten mit Menschen in Not umgehen. Es habe ihn schockiert, dass die Freizügigkeit und das Recht auf Asyl nur partiell umgesetzt würden, sagte der Schriftsteller im Deutschlandradio Kultur. Entscheidend sei doch die Frage, warum Menschen überhaupt ihr Zuhause verlassen müssten. Stattdessen kriminalisiere man sie und stecke sie in Käfige und Gefängnisse. "Die Regierungen scheinen nicht zu wissen, was sie tun sollen", so Habila weiter. "Nicht nur hier in Deutschland, sondern auch in Spanien und Griechenland schielen die Regierungen nach der Meinung des rechten Lagers. Europa muss da eine Haltung finden, denn es ist unfair den Menschen gegenüber."
Helon Habila war Gast des Künstlerprogrammes des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Geboren in Nigeria, lebt Habila inzwischen in New York. Sein in Deutschland bekanntester Roman heißt "Öl auf Wasser".

Politologe Iring Fetscher gestorben

Der Marxismus-Forscher und einstige Berater von Willy Brandt starb am Samstag im Alter von 92 Jahren in Frankfurt

Fetscher, am 4. März 1922 in Marbach am Neckar geboren, lehrte von 1963 bis 1987 an der Frankfurter Goethe-Universität. Seine Schriften "Von Marx zur Sowjetideologie" (1957) und das dreibändige Handbuch "Der Marxismus" (1963-1968) wurden zu Standardwerken. Daneben beschäftigte er sich mit den Philosophen Rousseau und Hegel.

Fetscher engagierte sich - mit kritischer Distanz - seit vielen Jahrzehnten in der SPD. In den 1970er Jahren beriet er als Mitglied der SPD-Grundwertekommission die Kanzler Willy Brandt und Helmut Schmidt. Später setzte er sich mit seiner Zeit als Offiziersanwärter bei der Wehrmacht auseinander. 1995 veröffentlichte er das autobiografische Werk "Neugier und Furcht. Versuch, mein Leben zu verstehen". Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel würdigte die Bedeutung Fetschers für seine Partei: "Für uns Sozialdemokraten war Iring Fetscher stets eine wichtige Brücke zwischen akademischer Sozialwissenschaft und sozialdemokratischer Grundsatzdebatte."

Radio- und Fernsehmoderator Manfred Sexauer gestorben

Er brachte Beat, Rock und Blues in die öffentlich-rechtlichen Sendungen

Manfred Sexauer, Radio- und Fernsehmoderator des Saarländischen Rundfunks, starb im Alter von 83 Jahren in Saarbrücken. Von 1965 an moderierte Sexauer die Sendung "Hallo Twen". Der gesamte deutschsprachige Raum hörte zu. Wie der 1930 in Baden-Baden geborene Moderator dem SR zufolge später selbst erzählte, klagten besorgte Eltern damals über die musikalische Verrohung der deutschen Jugend. Aber Sexauer blieb - dank seiner Kollegen und Fans.

Auch "Die Spielbox", "Der Schlagerkoffer" oder das "Städtequiz" gehörten zu Sexauers Sendungen im Radio. Im Fernsehen führte er zusammen mit Kollegin Uschi Nerke von 1972 bis 1985 insgesamt fast 100-mal durch den von Radio Bremen produzierten "Musikladen".
Außerdem moderierte er die "Goldene Europa", die Galashow des Saarländischen Rundfunks in der ARD.

"Manfred Sexauer war von Beginn an eine der prägenden Stimmen der Europawelle Saar und hat beim jungen Publikum durch seine Kultsendungen viel zum großen, europaweiten Erfolg des Radioprogramms vom Saarbrücker Halberg beigetragen", würdigte ihn SR-Intendant Thomas Kleist.

Lutz Seiler erhält Uwe-Johnson-Literaturpreis 2014

Der bei Berlin lebende Autor erhält die mit 15 000 Euro dotierte Ehrung für seinen im September erscheinenden Roman "Kruso"

Der Schriftsteller Lutz Seiler wird mit dem diesjährigen Uwe-Johnson-Literaturpreis geehrt. Die Entscheidung für den aus Thüringen stammenden Autor fiel einstimmig, teilte Susanne Tenzler-Heusler, Sprecherin der Jury, heute mit. Das Werk "Kruso" schlage einen Bogen vom Sommer 1989 bis in die Gegenwart. Der Preis wird am 19. September im Rahmen der traditionellen Johnson-Tage in Neubrandenburg übergeben. Er erinnert seit 1994 an den Schriftsteller Uwe Johnson (1934-1984), der am 20. Juli seinen 80. Geburtstag gefeiert hätte.

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