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Mittwoch, 13.12.2017

Kulturnachrichten

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Bündnis gegen Hate Speech

Widerstand gegen Diskriminierung und Hetze

Ein Bündnis aus Politik, Medien und Zivilgesellschaft ruft zum Tag der Menschenrechte an diesem Sonntag zu Widerstand gegen Diskriminierung und Hetze auf. "Niemand sollte Hassrede akzeptieren oder aushalten müssen", heißt es in der Erklärung, die der Deutsche Fußball-Bund, die Amadeu Antonio Stiftung, der Deutsche Journalisten-Verband und mehrere Bundestagsabgeordnete unterzeichnet haben. Es brauche eine laute und starke zivile Gegenbewegung. Rechtliche Vorgaben müssten beachtet und auch durchgesetzt werden, fordert das Nationale Komitee der No Hate Speech Bewegung Deutschland, die die Erklärung verfasst hat. Dafür brauche es auch mehr schulische und außerschulische Bildungsangebote. Menschenrechte seien für alle ohne Unterschied gültig - "unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung, Sprache und Religion."

Paulskirche für Menschenrechte blau erleuchtet

Symbol der deutschen Demokratiebewegung

Die Frankfurter Paulskirche wird am kommenden Sonntag zum 70. Jahrestag der Verabschiedung der UN-Menschenrechtskonvention blau erleuchtet. Das Symbol der deutschen Demokratiebewegung gliedere sich als einziges deutsches Bauwerk in eine Reihe international bekannter Gebäude, die mit der blauen Beleuchtung auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte hinwiesen, teilte die Stadt Frankfurt am Main mit. Neben der Paulskirche sind dies unter anderem das Empire-State-Building in New York, der CN-Tower im kanadischen Toronto, der Wolkenkratzer Taipei 101 im taiwanesischen Taipeh und das Opera-House im australischen Sydney.

Wirbel um Theodor Mommsens Nobelpreismedaille

Auktionsangebot ist nicht das Original

Bei einer in New York zur Versteigerung angebotenen Nobelpreismedaille von Theodor Mommsen kann es sich nach Angaben des Deutschen Literaturarchivs nicht um das Original handeln. Die 6,5 Zentimeter große und 200 Gramm schwere Originalmedaille liege seit 14 Jahren im klimatisierten Magazin für Bilder und Objekte, teilte das DLA mit. Die Familie Mommsen habe die Medaille 2007 dem Archiv in Marbach am Neckar als Stiftung überlassen. Peter Mommsen, Urenkel des Historikers, sagte dem "Südkurier": "Die Familie Mommsen ist betroffen von dieser Dreistigkeit, ausgerechnet zum 200. Geburtstag Theodor Mommsens eine offensichtlich gefälschte Medaille auf den Markt bringen zu wollen." Der deutsche Historiker Theodor Mommsen hatte den Literaturnobelpreis 1902 für sein aus fünf Bänden bestehendes Hauptwerk "Römische Geschichte" erhalten. Das New Yorker Auktionshaus Heritage Auctions hatte Ende November angekündigt, die Medaille solle am 6. Januar 2018 versteigert werden. Als möglicher Auktionserlös waren rund 400 000 Dollar genannt worden.

Kazuo Ishiguro liebt Mangas und Superhero-Comics

Literaturnobelpreisträger plant Comic-Projekt

Autor Kazuo Ishiguro plant als eine seiner nächsten Veröffentlichungen ein Comic. Der aktuelle Literaturnobelpreisträger kündigte bei einem Termin mit Schwedischen Reportern nun an, er trage sich mit der Idee, eine ganze Serie von Comics zu schreiben. Dies Art des Erzählens fasziniere ihn immer mehr. Bereits als Kind habe er die in Japan sehr populären Manga Comic lieben gelernt. Und er betonte, die Erzähltechniken der Mangas und seine Art zu schreiben lägen sehr dicht beieinander. Zudem sei er auch sehr beeinflusst von den 30er-Jahre-Superhero-Comics aus den USA. Erzählformen des Osten und des Westens würden sich nun auf eine ganz besondere Art vermählen.

Kölner Domradio verteidigt sein neues Logo

Kritiker sehen Nähe zur Kennzeichnung von KZ-Häftlingen

Kritiker erkennen in dem neuen Logo des Senders Domradio in Köln eine gefährliche Nähe zu einem Nazi-Symbol. Der Chefredakteur der Welle des städtischen Erzbistums, Ingo Brüggenjürgen, trat dem nun entgegen. Er betonte, dass es keinen Zusammenhang gebe zwischen dem auf der Spitze stehenden roten Dreieck in dem Logo und dem roten Dreieck als NS-Kennzeichen für KZ-Häftlinge. Das Dreieck in dem Radio-Logo symbolisiere den Raum zwischen den Spitzen der Kölner Domtürme. Vor allem auf der Facebook-Seite des Senders war das neue Logo bissig kommentiert worden.

U2 spielen in der Berliner U-Bahnlinie 2

Band ist auf Promotion-Tour in der Hauptstadt

Die Berliner U-Bahn hatte am Mittwoch prominenten Besuch: U2-Sänger Bono und The Edge, der U2-Gitarrist, fuhren mit Fans und Journalisten in einem Zug der Linie 2 durch Berlin. Die Musiker liefen durch den Zug, schüttelten Hände und beantworteten Fragen. Start der Sonderfahrt war die U-Bahnstation Olympiastadion, der letzte Halt dann an der Deutschen Oper. Dort verabschiedeten die beiden Musiker ihre Gäste, indem sie auf auf dem Bahnsteig noch drei Songs ihres neuen Albums "Sounds Of Experience" spielten.

Neue Goethe-Zentren in Aserbaidschan und Armenien

Ausbau der Kulturarbeit im Kaukasus

Mit der Eröffnung von zwei neuen Goethe-Zentren in Aserbaidschan und Armenien will das Goethe-Institut seine Kulturarbeit in der Kaukasus-Region ausweiten. Heute startete das neue Zentrum in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku mit dem "Silk Road Festival". Es erinnert mit Konzerten, Installationen und Lesungen an die legendäre Seidenstraße. Am 16. Dezember will Institutspräsident Klaus-Dieter Lehmann dann das Zentrum in der armenischen Metropole Eriwan eröffnen. Die neuen Verbindungen würden die Arbeit im Kaukasus sehr beleben und der zivilgesellschaftlichen Entwicklung Auftrieb geben. Schon seit 1994 gab es in beiden Städten Sprachlernzentren, die vom Goethe-Institut Georgien mitbetreut wurden. Künftig soll der Austausch mit den Kulturschaffenden vor Ort ausgebaut und vertieft werden.

#Me too-Bewegung ist "Person des Jahres"

Schnellste Bewegung für sozialen Wandel

Das US-Magazin „Time" hat die #Me too-Bewegung zur „Person des Jahres" erklärt. „Das ist die schnellste Bewegung für sozialen Wandel, die wir seit Dekaden erlebt haben", sagte Time-Chefredakteur Edward Felsenthal. Sie hätte mit dem individuellen Mut Hunderter Frauen und einiger Männer begonnen. Unter dem Hashtag Me too machen immer mehr Menschen namentlich öffentlich, von wem sie sexuell belästigt, genötigt oder angegriffen wurden. "Time" verleiht den Titel jeweils an diejenige Persönlichkeit, die "zum Guten oder zum Schlechten am meisten beigetragen hat, um die Ereignisse des Jahres zu beeinflussen". Auf Platz zwei folgte in diesem Jahr US-Präsident Donald Trump vor dem chinesischen Staatschef Xi Jinping.

Sachsen-Anhalt wird zum Land des Bauhauses

#moderndenken

Mit dem Titel "Sachsen-Anhalt. Hier macht das Bauhaus Schule #moderndenken" wirbt das Bundesland für das Bauhausjubiläum 2019. Ab dem Frühjahr sollen neue Autobahnschilder die bisherigen Hinweise auf das Reformationsjubiläum ablösen, E-Mail-Signaturen und Briefköpfe werden schon von Jahresbeginn 2018 umgestellt. Das Jubiläum solle die ganze Welt ansprechen, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff in Dessau. Die Stadt soll mit ihren Bauhaus-Bauten der zentrale Ort für das Jubiläum sein. Hier hatte die Schule für Gestaltung zwischen 1925 und 1932 ihren Sitz. Aktuell entsteht ein Bauhaus Museum.

Unesco erweitert immaterielles Kulturerbe

Traditionelle Kunst aus Kuba, Armenien und Bangladesch

Das Unesco-Komitee hat auf seiner Tagung in Südkorea neun traditionelle Fertigkeiten und Wissensformen neu in die Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Dazu zählen die Musik und Poesie der kubanischen Bauern Punto, der Gruppentanz Kochari aus Armenien und die traditionelle Kunst des Shital-Pati-Webens in Bangladesch. Die Liste soll die Vielfalt des immateriellen Kulturerbes weltweit abbilden und umfasst nun 374 Kulturformen. In die "Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes" wurden sechs Elemente eingeschrieben, darunter die türkische Pfeifsprache, der traditionelle Poesievortrag Al Azi in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie die Dikopelo-Musik der Volksgruppe Bakgatla-ba-Kgafela in Botswana. Nur noch wenige Menschen praktizierten diese überlieferten Bräuche, hieß es von der Unesco. Über die deutsche Bewerbung Orgelbau und Orgelmusik soll an diesem Donnerstag beraten werden.

Wiener Belvedere in "skandalösem" Zustand

Umbauten ohne Genehmigungen

Die neue Leitung des für seine Klimt-Sammlung berühmten Wiener Belvedere kritisiert gravierende bauliche Mängel an dem Museumsschloss, das zum Weltkulturerbe gehört. So seien in den vergangenen Jahren Kälteanlagen ohne Baugenehmigung installiert und betrieben worden, berichten Museumsdirektorin Stella Rollig und Geschäftsführer Wolfgang Bergmann. Vor Brandgefahr warnende Prüfberichte seien ohne Reaktion geblieben. "Es geht um Milliardenwerte. Wir finden hier einen Zustand vor, der skandalös ist", sagte Bergmann. So seien Brandschutztüren aus ästhetischen Gründen ausgebaut worden. Auch die Fluchtwege für die Besucher seien vernachlässigt worden. Das Belvedere ist mit rund 1,4 Millionen Besuchern im Jahr das am stärksten frequentierte Kunstmuseum Österreichs. Es hat mit 24 Werken die weltweit größte Sammlung an Ölgemälden des Jugendstil-Malers Gustav Klimt ("Der Kuss").

Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung

Norwegische Autorin Asne Seierstad gekürt

Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2018 geht an die norwegische Autorin und Journalistin Åsne Seierstad. In ihrem Buch "Einer von uns. Die Geschichte eines Massenmörders" befasst sie sich mit dem norwegischen Terroristen Anders Breivik, der 2011 auf der Insel Uttoya 77 Menschen getötet hatte. "Entstanden ist ein dokumentarischer Roman, der erhellend auf der Grenze zwischen Bericht und Erzählung, zwischen Faktischem und Vorstellungskraft balanciert und einen gewaltigen Sog entwickelt", heißt es in der Begründung der fünfköpfigen Jury. Die Preisverleihung findet zum Auftakt der Leipziger Buchmesse am 14. März 2018 im Gewandhaus zu Leipzig statt. Die Laudatio hält die Journalistin und Autorin Verena Lueken. Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, seit 1994 jährlich vergeben und mit 20.000 Euro dotiert, zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland. 

Kunstauktion für Saint-Germain-des-Prés

Älteste Kirche im Pariser Existenzialistenviertel

Bei einer Kunstauktion zugunsten der Renovierung der Pariser Kirche Saint-Germain-des-Prés sind 1,4 Millionen Euro zusammengekommen. Verkauft wurden unter anderem Werke des französischen Malers Yves Klein, des indischen Bildhauers Anish Kapoor und des venezolanischen Künstlers Carlos Cruz-Diez. Mit 360.000 Euro erzielte das Kunstwerk "Kleines Gebet" des deutschen Malers und Objektkünstlers Günther Uecker aus dem Jahr 2017 den höchsten Preis. Das Auktionshaus Christie's hatte die Versteigerung am Dienstagabend organisiert. 2014 feierte die mittelalterliche Kirche ihr 1.000-jähriges Jubiläum. Sie ist das letzte Zeugnis einer im Mittelalter bedeutenden Abtei und damit die älteste Kirche in Paris. 2011 wurde die Restaurierung der Kirche für rund sechs Millionen Euro angekündigt. Ziel ist es nicht nur, die Bausubstanz, sondern auch die Fenster und Fresken zu restaurieren.

DDR-Parteivermögen für Theater und Orchester

Wirtschafts- oder Kulturförderung?

Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) hat gefordert, das Vermögen der früheren DDR-Organisationen zielgerichtet für Orchester und Theater einzusetzen. Mehr Geld bräuchten vor allem die Orchester und Musiktheater in Dessau, Schönebeck und Halberstadt. Dort würden noch immer Haustarife gelten, mit denen die Musiker auf Teile ihres Gehaltes verzichteten. Besonders betroffen sei auch die Staatskapelle Halle, dort drohten ab Sommer 2018 betriebsbedingte Kündigungen. "Angesichts der regionalen und überregionalen Bedeutung der Staatskapelle muss unbedingt vermieden werden, dass statt gegenwärtig über 130 Stellen nur 99 übrig bleiben", heißt es in der Mitteilung der DOV. Sachsen- Anhalt kann rund 35 Millionen Euro aus der Auflösung des Vermögens früherer DDR-Organisationen einplanen. Wie das Geld verwendet wird, muss das Kabinett noch entscheiden. Feststeht, dass das Geld in die Wirtschafts- oder Kulturförderung fließt.

Französischer Sänger Johnny Hallyday ist tot

Rock-Ikone starb im Alter von 74 Jahren

Der französische Sänger und Schauspieler Johnny Hallyday ist mit 74 Jahren an den Folgen seiner Lungenkrebserkrankung gestorben. Er galt als einer der größten Stars im französischen Showbusiness. Hallyday hatte seine musikalische Laufbahn in den frühen 60er-Jahren mit Schlagern begonnen, später wurde er auch für seine Rockmusik bekannt und spielte in mehreren Kinofilmen mit. In seiner mehr als 50-jährigen Karriere verkaufte Halliday über hundert Millionen Platten, 40 seiner Alben wurden mit Gold ausgezeichnet. "Er hat uns diese Nacht verlassen, wie er sein ganzes Leben lang gelebt hat: mit Mut und Würde", erklärte seine Ehefrau Laeticia.

Europäisches Kulturerbe-Siegel für Schengen

Gutes Beispiel für europäische Integration

Als erster Ort in Luxemburg wird Schengen das Europäische Kulturerbe-Siegel bekommen. Das hat die Europäische Kommission angekündigt. Schengen stehe mit der Unterzeichnung des Schengenvertrags zur Abschaffung von Grenzkontrollen für die europäische Integration. Die Auszeichnung soll dem kleinen Winzerort im Dreiländereck zu Deutschland und Frankreich im Europäischen Kulturerbejahr 2018 verliehen werden. Das Siegel wird seit 2013 an Orte, Kulturstätten und Denkmäler vergeben, die Meilensteine in der Gestaltung des heutigen Europas sind. Mit der Ehrung soll das Gemeinschaftsgefühl der EU-Bürger gestärkt und der interkulturelle Austausch gefördert werden. Bislang tragen 29 Orte dieses Label.

"Rheingold"-Kunst von Helge Achenbach wird versteigert

Auktionshaus erwartet Erlös im siebenstelligen Bereich

Die letzten Kunstobjekte aus dem einstigen Besitz des wegen Millionenbetrugs verurteilten Kunstberaters Helge Achenbach werden in Köln versteigert. Es handelt sich um seinen ehemaligen Anteil an der renommierten Sammlung "Rheingold", insgesamt fast 70 Arbeiten, darunter Werke von Wolfgang Tillmans, Thomas Struth und Candida Höfer. Der Chef des Kölner Auktionshauses Van Ham, Markus Eisenbeis, erwartet ein Erlös im siebenstelligen Bereich. Die Sammlung "Rheingold", eine Kollektion berühmter rheinischer Gegenwartskünstler, hatte Achenbach einst mit mehreren finanzkräftigen Partnern gegründet. Nach seiner Festnahme 2014 wurde sein "Rheingold"-Anteil gepfändet und die Sammlung später zerschlagen.

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