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Dienstag, 21.11.2017

Kulturnachrichten

Donnerstag, 14. September 2017

Bücher von Documenta-Kunstwerk kommen in Bücherei

Arbeit der argentinischen Künstlerin Martha Minujín

2000 Bücher des documenta-Kunstwerks "Parthenon der Bücher" werden künftig in Kassels Stadtbücherei zu sehen sein. Dort richte man eine Präsenzbibliothek ein, um an die Arbeit der argentinischen Künstlerin Martha Minujín zu erinnern, sagte eine Sprecherin der Stadt. Ab März 2018 sollen sie der Öffentlichkeit zugänglich sein. Dort sollen dann auch virtuelle Flüge am Computer über den Parthenon möglich werden. Der Tempelnachbau mit seiner Fassade aus 67 000 verbotenen Büchern ist eines der beliebtesten Werke der weltweit bedeutendsten Ausstellung für zeitgenössische Kunst. Die Documenta endet an diesem Sonntag.

Grant Hart von US-Punkband Hüsker Dü gestorben

"Beängstigend talentierter Musiker"

Grant Hart, Songschreiber und Schlagzeuger der US-Punkband Hüsker Dü, ist tot. Harts früherer Bandkollege Bob Mould, mit dem Hart die Band 1979 zusammen mit Bassist Greg Norton gründete, bestätigte Harts Tod auf Facebook. "Grant Hart war ein begabter bildender Künstler, ein wundervoller Geschichtenerzähler und ein beängstigend talentierter Musiker", schrieb Mould. Einem Bericht des Magazins "Variety" zufolge starb er im Alter von 56 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Zusammen mit der Band R.E.M. lenkten Hüsker Dü Rock'n Roll in den 1980er Jahren in eine neue Richtung. Die Musik der in Minneapolis (Minnesota) gegründeten Band wurde zur Blaupause für eine Mischung aus Punk und Pop, die in den 1990er Jahren den Mainstream erreichte.
Nach ihrem Vorbild gelang es Bands wie Nirvana und den Pixies, mit großen Labels erfolgreich zu sein, ohne die kreative Kontrolle über ihre Musik dabei aus der Hand zu geben.

Hans Theo Richter-Preis geht an Marlene Dumas

"Eine der wichtigsten Künstlerinnen der Gegenwart"

Die südafrikanische Künstlerin Marlene Dumas erhält den Hans Theo Richter-Preis für Zeichnung und Graphik 2017 der Sächsischen Akademie der Künste. Sie gelte als eine der wichtigsten Künstlerinnen der Gegenwart, genieße internationale Anerkennung und habe in diesem Jahr unter anderem das vielbeachtete Altarbild für die Dresdner Annenkirche gestaltet, teilte die Akademie in Dresden mit. Der mit 20 000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Er soll am 23. November im Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden überreicht werden. Für den Herbst sind auch zwei Ausstellungen der Künstlerin in Dresden geplant. Sie wurde 1953 in Kapstadt geboren. Dumas lebt und arbeitet seit 1977 in Amsterdam.

Documenta: Kuratorenteam verteidigt Konzept

"System der Wertschöpfung auf den Prüfstand stellen"

Nach Berichten der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen Zeitung über eine Finanzlücke von sieben Millionen Euro bei der Documenta haben nun der Künstlerische Leiter Adam Szymczyk und sein Kuratoren-Team reagiert. Die Journalisten hätten es verpasst, ein differenziertes Bild der komplexen Situation zu zeichnen, heißt es in einer Mitteilung. Die Dimensionen des Documenta 14 Projekts mit zwei Veranstaltungsorten seien von Szymczyk 2013 vorgeschlagen und sämtlichen verantwortlichen Parteien kommuniziert worden. Das Budget der Documenta habe sich seit der letzten Kunstausstellung im Jahr 2012 aber nicht wesentlich verändert. Es sei Zeit, "das System der Wertschöpfung solcher Megaausstellungen wie der documenta auf den Prüfstand zu stellen". Der Gesamtetat der Documenta liegt bei 37 Millionen Euro. Der Oberbürgermeister der Stadt Kassel hatte die finanziellen Schwierigkeiten der Documenta am Dienstag bestätigt.

Deutscher Kabarettpreis geht an Mathias Tretter

"Relevante Themen unserer Zeit"

Der Deutsche Kabarettpreis geht in diesem Jahr an Mathias Tretter. Der gebürtige Würzburger beschäftige sich konsequent mit den relevanten Themen "unserer immer undurchschaubarer werdenden Welt", teilte das Nürnberger Burgtheater mit. Tretter interessiere sich für die massiven Veränderungen, die durch neue Kommunikationsformen und eine sich rasant wandelnde Medienlandschaft hervorgerufen würden. Er werfe in seinen Programmen hochaktuelle Fragen zu den Auswirkungen auf staatliche Machtgefüge, politische Mechanismen und das gesamtgesellschaftliche Zusammenleben auf. Als scharfsinniger, politisch-philosophischer Sprachanalytiker wisse er dabei mit hohem intellektuellen Anspruch bestens zu unterhalten. Der seit 1991 alljährlich von der Stadt Nürnberg und dem Burgtheater verliehene Preis gilt als eine der renommiertesten Auszeichnungen der deutschen Kabarettszene. Er ist mit 6000 Euro dotiert. Die Ehrung findet bei einer Kabarett-Gala am 13. Januar 2018 in Nürnberg statt.

Kent Nagano: "Elbphilharmonie hat sensible Akustik"

Man müsse sehr gut vorbereitet sein

Für Hamburgs Generalmusikdirektor Kent Nagano ist die Elbphilharmonie "ein riesiger Erfolg". "Natürlich ist die Akustik sehr wichtig gewesen", sagte der amerikanische Dirigent mit japanischen Wurzeln dem "Hamburger Abendblatt" - aber auch, dass und wie die Menschen im Treffpunkt Elbphilharmonie zusammenkämen. Am schönsten sei für ihn als Dirigent, wie unmittelbar nah man sich dort dem Publikum fühle. "Das ist wunderbar. Schwierig ist: die moderne Akustik, die bei der Vermittlung von höchst effizienten Informationen sehr, sehr sensibel reagiert", sagte Nagano. Die Elbphilharmonie sei "ein High-Performance-Instrument". "Deswegen muss man diesem Saal mit viel Respekt begegnen und tunlichst sehr gut vorbereitet sein", meinte der Stardirigent.

Deutsches Filminstitut bekommt eine neue Direktorin

Ellen M. Harrington tritt die Nachfolge von Claudia Dillmann an

Die US-amerikanische Film- und Literaturwissenschaftlerin Ellen M. Harrington wird neue Direktorin des Deutschen Filminstituts und Deutschen Filmmuseums in Frankfurt am Main. Zum 1. Januar 2018 tritt sie die Nachfolge von Claudia Dillmann an, wie beide Institutionen mitteilten. Harrington arbeitet seit 1993 für die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Beverly Hills. Sie war Direktorin für Ausstellungen und Filmveranstaltungen sowie Gründungsdirektorin des International Outreach Program der Academy, die auch die Oscars verleiht. Seit der Gründung des akademieeigenen Filmmuseums 2013 widmet sie sich dem Aufbau und der Konzeption der Museumssammlung, seit 2015 als leitende Kuratorin. Mit dem Deutschen Filmmuseum arbeitete sie bereits mehrfach zusammen.

Prozessbeginn gegen hungerstreikende Akademiker

Symbol für die Entlassungen seit dem Militärputsch

In Ankara beginnt der Prozess gegen die beiden hungerstreikenden Akademiker Nuriye Gülmen und Semih Ozakca. Die Literaturdozentin und der Lehrer sind seit März im Hungerstreik, um gegen ihre Entlassung aus dem Staatsdienst zu protestieren. Nachdem sie über Monate auf einem Platz in Ankara demonstriert hatten, waren sie im Mai unter dem Vorwurf festgenommen worden, einer linksextremen Terrorgruppe anzugehören. Gülmen und Ozakca sind zum Symbol für die Entlassungen geworden, in deren Zuge seit dem gescheiterten Militärputsch im Juli 2016 mehr als 140.000 Staatsangestellte ihre Posten verloren haben.

Schauspieler Frank Vincent ist tot

"Sopranos"-Star Frank Vincent gestorben

Der US-Schauspieler Frank Vincent ist tot. Er starb im Alter von 78 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts. Vincent wurde vor allem durch die Darstellung von Mafia-Gangstern bekannt. Er spielte in der Serie Sopranos einen Mafiaboss. Er wirkte auch in Martin Scorseses Mafia-Drama "Good Fellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia" mit. Seine "Sopranos"-Kollegin Maureen Van Zandt schrieb auf Twitter: "Wir haben heute einen aus unserer Familie verloren. Wunderbarer Schauspieler und großartiger Mann. Ruhe in Frieden, Frankie."

Zwei Studenten-Oscars an deutsche Produktionen

Studenten-Produktionen aus Hamburg und Ludwigsburg gehören zu Gewinnern

Zwei Filmproduktionen deutscher Hochschulen sind unter den diesjährigen Gewinnern der Studenten-Oscars. Die Filme "Watu Wote/All of Us" von Katja Benrath (Hamburg Media School) und "Galamsey" von Johannes Preuss (Filmakademie Baden-Württemberg) setzten sich nach Angaben der Oscar-Akademie in Beverly Hills gegen die internationale Konkurrenz durch. Die zwei deutschen Gewinner können die Preise am 12. Oktober in Los Angeles in Empfang nehmen. Mit den Studenten-Oscars ehrt die Akademie seit 1972 Auslands-Regisseure und junge Talente von Filmhochschulen in den USA. In diesem Jahr wurden fast 1.600 Filme eingereicht.

Neuer Literaturpreis

Hohes Preisgeld soll besonders kritische Autoren fördern

Die Stiftung „Crespo Foundation" aus Frankfurt hat einen neuen Literaturpreis ins Leben gerufen. Unter dem Titel „Wortmeldungen - Literarisch schreiben. Kritisch verorten" werde ein mit 35.000 Euro dotierte Preis vergeben, teilte die Stiftung am Mittwoch mit. Noch bis Ende September können deutschsprachige Texte wie Essays und Erzählungen eingereicht werden, die sich mit aktuellen Themen auseinandersetzen. Eine siebenköpfige Jury wird dann den Gewinner-Text auswählen. Der Preisträger wird am 5. Dezember verkündet. Der Text des Gewinners ist außerdem Ausgangspunkt für einen Nachwuchspreis. Junge Autoren können literarisch darauf antworten. Auch für sie gibt es ein Preisgeld: 15.000 Euro. Die Crespo Foundation engagiert sich nach eigenen Angaben sozial und in ästhetischer Bildung und Kunst. Sie wurde 2001 von der Frankfurter Fotografin, Autorin und Psychotherapeutin Ulrike Crespo gegründet.

Stuttgarter Oper probt ohne Regisseur

Absprachen mit dem in Russland unter Hausarrest stehendem Kirill Serebrennikow nur über Anwalt möglich

Die Stuttgarter Oper will Märchenoper „Hänsel und Gretel" weiterhin proben, obwohl bis zur Premiere kein direkter Kontakt zum in Russland unter Hausarrest stehenden Regisseur Kirill Serebrennikow möglich ist. Man hoffe weiterhin, dass der regierungskritische Theater- und Filmregisseur wenigstens zur Premiere am 22. Oktober nach Stuttgart kommen kann, sagte ein Sprecher der Oper. Man könne mit ihm jedoch absehbar nur über einen Anwalt kommunizieren und befinde sich „in hochsensiblen Detailabsprachen". Serebrennikow, Leiter des Moskauer Avantgarde-Theaters „Gogol", steht seit Ende August wegen Betrugsverdachts unter Hausarrest. Die Ermittlungsbehörde wirft ihm vor, rund eine Million Euro staatlicher Förderungen unterschlagen zu haben. Der Künstler selbst nannte die Anschuldigungen „absurd, erlogen und absichtlich fabriziert".

Beistand für "Matilda"

Russischer Kulturminister verurteilt konservative Angriffe als Zensur

Nach langem Schweigen hat sich der russische Kulturminister Wladimir Medinski nun doch über den Film „Matilda" geäußert – und steht ihm zur Seite. Konservative Christen und Monarchisten hatten in den letzten Tagen versucht, die Ausstrahlung des Films von Regisseur Alexej Utschitel zu unterbinden. Dabei zündeten sie unter anderem zwei Autos an und rammten ein Kino mit einem Auto. Große russische Kinoketten hatten sich dem Druck bereits gebeugt und aus Sicherheitsgründen erklärt, „Matilda" nicht zeigen zu wollen. Kulturminister Medinski verurteilte die Angriffe nun als Zensur, die Staat wie auch Kirche diskreditieren und gegen die Verfassung verstoßen würde. Die Polizei solle den Druck auf Kinoindustrie und Staat zu unterbinden. Grund für die Proteste ist der Plot des Films: Er behandelt die Beziehung zwischen Zar Nikolaus II., gespielt von Lars Eidinger, und der polnischen Tänzerin Matilda Kschessinskaja. Problematisch ist das nicht nur für Monarchisten, sondern auch für einige orthodoxe Christen, da der Zar im Jahr 2000 heiliggesprochen wurde.

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