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Kulturnachrichten

Montag, 3. Juli 2017

Brigitte Kronauer erhält Thomas-Mann-Preis 2017

Jury: Scharfsinniges und artistisches Werk

Die Schriftstellerin Brigitte Kronauer erhält den mit 25 000 Euro dotierten Thomas-Mann-Preis 2017. Sie habe ein großes Werk geschaffen, das durch Scharfsinn und Artistik zu den bleibenden literarischen Zeugnissen der Nachkriegszeit zähle, begründet die Jury die Entscheidung. Der von der Hansestadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste gemeinsam vergebene Thomas-Mann-Preis soll am 18. Oktober in der Münchner Residenz überreicht werden.

Gurlitt-Unterlagen im Bundesarchiv zugänglich

Dateien an vier Archiv-Standorten einsehbar

Ab sofort kann man im Bundesarchiv Unterlagen aus dem Nachlass von Cornelius Gurlitt einsehen. Nachdem ein Gericht im Dezember 2016 das Erbe des Kunstmuseums Bern gerichtlich bestätigt hatte, könne jetzt Einsicht in die Dateien aus dem Nachlass Gurlitts an den Standorten Koblenz, Berlin-Lichterfelde, Freiburg und Bayreuth in den Lesesälen des Bundesarchivs genommen werden, teilte das Deutsches Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg mit. 2012 war die Sammlung Gurlitt beschlagnahmt worden. Seitdem versuchen Fachleute die Herkunft der 1.500 Bilder zu ermitteln.

Kölner Bühnenbaustelle laut OB ein "Desaster"

"Gravierende Mängel bei Planung und Ausführung" der Sanierung

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat die immer teurer werdende Sanierung der Kölner Bühnen als "Desaster" bezeichnet. Die Sanierung sei aber grundsätzlich möglich, "im Rahmen des schon eingetretenen Desasters ist das eine gute Nachricht". Leider habe es seit Beginn der Arbeiten im Jahr 2012 "gravierende Mängel in Planung und Ausführung" gegeben, die sie "auch zornig" gemacht hätten. Am Freitag war bekannt geworden, dass die Generalüberholung von Oper und Schauspielhaus mehr als doppelt so teuer werden wird wie ursprünglich geplant. Statt 250 Millionen Euro soll die Sanierung nun zwischen 545 und 570 Millionen Euro kosten. Wieder öffnen sollen die Bühnen Ende 2022. Ursprünglich war dies schon für 2015 vorgesehen.

Künstler schleust eigene Figuren auf documenta ein

"Es geht um Geld und Macht, das gefällt mir nicht"

Mit großen Figuren fordert ein Künstler die documenta-Macher in Kassel heraus: Neun seiner "Wächter der Zeit" hat der Österreicher Manfred Kielnhofer ohne Erlaubnis an documenta-Standorten aufgestellt. Jedes Mal wurden die Figuren - mystische Gestalten in Kutten - kurze Zeit später entfernt. Kielnhofers Kritik an der weltweit bedeutendsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst: "Es geht um Geld und Macht, das gefällt mir nicht", sagte der 50-Jährige. Durch seine sogenannte Guerillakunst will der Österreicher mit der documenta ins Gespräch kommen. Doch die Ausstellungsmacher wollen die Sache nicht kommentieren. Die Figuren sind kein Teil der Ausstellung.

Schauspieler Paolo Villaggio ist tot

La Repubblica: Einer "der wenigen echten Komödianten" Italiens

Er erschuf und verkörperte die Kultfigur Ugo Fantozzi und war einer der beliebtesten Schauspieler seines Landes: Paolo Villaggio, der nun mit 84 Jahren in Rom gestorben ist. Berühmt gemacht hatte den Schauspieler die Rolle des tollpatschigen Büroarbeiters Ugo Fantozzi. In den 1970ern schrieb Villaggio, der auch als Regisseur arbeitete, Kurzgeschichten über den glücklosen Buchhalter, die unter anderem in der italienischen Zeitschrift "L'Espresso" veröffentlicht wurden. Neben seiner Arbeit an Fantozzi arbeitete Villaggio mit vielen bekannten Regisseuren und Schauspielern, darunter Federico Fellini und Roberto Benigni. In Deutschland kannte man ihn durch die Titelrolle in "Robinson jr.". 1992 wurde Villaggio beim Filmfestival Venedig für sein Lebenswerk der Goldene Löwe verliehen.

Geraubtes Gemälde geht an Aachener Museum zurück

Eine Spionin hatte das Stillleben nach Kriegsende entwendet

Ein jahrzehntelang verschollenes Gemälde kehrt ins Aachener Suermondt-Ludwig-Museum zurück. Das Stillleben "Blumen in einer Wanli-Vase" des niederländischen Malers Balthasar van der Ast (1593-1657) konnte gegen einen Finderlohn aus einer New Yorker Privatsammlung zurückerworben werden. Das Gemälde war nach Ende des Krieges aus einem Depot in Meißen von einer russischen Spionin entwendet und nach Kanada gebracht worden. Zuvor war es seit 1910 eines der Herzstücke der Sammlung des Suermondt-Museums. Das Stillleben wird vom 11. Juli an in einer Ausstellung zu sehen sein.

Unesco-Welterbekomitee berät über Neuaufnahmen

Drei Kandidaten aus Deutschland

Das Unesco-Welterbekomitee setzt heute in Krakau seine Beratungen über die Aufnahme von 35 weiteren Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste fort. Deutschland hat sich mit den Höhlen der ältesten Eiszeitkunst in Baden-Württemberg, dem Naumburger Dom und der hochmittelalterlichen Kulturlandschaft an Saale und Unstrut sowie Bauhausstätten in Dessau und Bernau beworben. Dazu soll es laut dem Deutschen Unesco-Komitee in Bonn zwischen dem 7. und 9. Juli Entscheidungen geben. Zunächst wird die Unesco über gefährdetes Welterbe diskutieren. Weltweit gelten 55 der insgesamt 1052 Stätten als akut gefährdet - darunter alle sechs Stätten in Syrien. Zur Debatte steht aber auch ein geplantes Hochhaus im historischen Zentrum von Wien, durch das Österreich einen Welterbetitel aufs Spiel setzen könnte.

Jüdisches Filmfestival in Berlin und Brandenburg

Filmpremiere zum Auftakt in Potsdam

Mit der Deutschland-Premiere des Films "Die Geschichte der Liebe" von Regisseur Radu Mihaileanu ist am Sonntag im Potsdamer Hans-Otto-Theater das 23. Jüdische Filmfest eröffnet worden. Bis zum 11. Juli werden in 14 Kinos und anderen Spielstätten in Berlin und Brandenburg mehr als 40 Filme jüdischer Filmemacher sowie Filme über das jüdische Leben gezeigt. In einer Sonderreihe zum hundertjährigen Bestehen der Ufa widmet sich das Festival jüdischen Filmschaffenden, die in der Nazi-Zeit ins Exil vertrieben wurden.

Peymann verschiedet sich vom Berliner Ensemble

Theatermacher gibt nach 18 Jahren Leitung der einstigen Brecht-Bühne ab

Zur letzten Aufführung mit dem schlichten Titel "Der Abschied" versammelte Claus Peymann noch einmal alle seine Künstler und viele prominente Gäste um sich. Es traten Schauspieler wie Cornelia Froboess, Carmen-Maja Antoni, Angela Winkler, Meike Droste und Sabin Tambrea auf. Auch die Sänger Herbert Grönemeyer und Nina Hagen kamen zur Abschiedsvorstellung des 80-jährigen Peymann. In der neuen Spielzeit übernimmt Oliver Reese die Intendanz des Berliner Ensemble. Der 53-jährige kommt vom Schauspiel Frankfurt.

Schleswig-Holstein Musik Festival eröffnet

193 Konzerte bis Ende August geplant

Im Konzertsaal der Lübecker Musik- und Kongresshalle ist das 32. Schleswig-Holstein Musik Festival eröffnet worden. Zum Auftakt spielte das NDR Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung von Thomas Hengelbrock Werke von Maurice Ravel und César Franck. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) bezeichnete das Festival als kulturelles Glanzstück mit Programmvielfalt. Bis zum 27. August sind insgesamt 193 Konzerte in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Süddänemark geplant.

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Fazit

Netflix-Serie "Berlin-Station"Der Kulturattaché ist ein Spion
US-Botschaft in Berlin mit amerikanischer Fahne. (JOHN MACDOUGALL / AFP)

Berlin als Zentrum der Spionage: Das gab es schon in der US-Serie "Homeland". Doch wo diese auf Abziehbilder setzt, ist die Netflix-Serie "Berlin-Station" um realistischere Bilder bemüht. Ein Zeichen dafür, dass die Macher den europäischen Geschmack treffen wollten.Mehr

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