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Buchkritik / Archiv | Beitrag vom 11.01.2014

BildbandLiebenswerte Landschaften

Markus Mauthe/Jürgen Paeger: "Naturwunder Erde"

Von Susanne Billig

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Zu sehen ist ein blauweiß gefärbter Eisberg im grönländischen Meer, dahinter abgeschmolzene Gletscherlandschaft (dpa / Helfried Weyer)
Beschrieben wird in diesem Buch auch die Bedeutung der Gletscher für das globale Ökosystem. (dpa / Helfried Weyer)

Wüsten, Wälder, Wasser: Dieser großartige Bildband des Greenpeace-Fotografen Markus Mauthe stellt die Ökosysteme der Erde vor - und ermutigt die Leser zu mehr Engagement für die Umwelt.

Nachdenklich in die Ferne blickend hockt ein Goldkopf-Löwenäffchen im verschlungenen Buschwerk des brasilianischen Küstenregenwaldes - eine Dschungel-Schönheit in dichtem schwarzen Pelz, mit elegant nach hinten gelegter, rotgoldener Tolle, langem Schweif und feuerroten Armen.

"Naturwunder Erde" heißt der großartige neue Bildband des Greenpeace-Fotografen Markus Mauthe mit begleitenden Texten des Biologen und Umweltschützers Jürgen Paeger. Die großen Ökosysteme der Erde stellt das Buch vor: Flüsse, Seen, Ozeane, Polar- und Gletschereis, vom Wasser geprägt. Aus Stein und Steinstaub gemachte Gebirge und Wüsten. Die unterschiedlichen Waldsysteme des Planeten: Borealer Nadelwald, Tropischer und Gemäßigter Regenwald. Und schließlich Graslandschaften, wie Savanne, Steppe, Tundra und die Feuchtgebiete der Erde.

Was Menschen für die Umwelt tun können

Die präzisen und gut verständlichen Texte von Jürgen Paeger folgen in jedem Kapitel demselben Aufbau. Zunächst stellt der Autor die Charakteristika des Ökosystems vor. Was macht das Geflecht von Leben und Landschaft in einer Wüste, einem Regenwald, einer Tundra, einer Savanne aus? Im nächsten Abschnitt erläutert er dann die Bedeutung des Ökosystems für die gesamte Erde. Wenn beispielsweise Gletschereis von extremer Artenarmut gekennzeichnet ist, spielt es im globalen Maßstab doch eine immense Rolle - als Landschaftsformer, Wasserspeicher und Klimaregulator.

Danach beleuchtet Jürgen Paeger den Einfluss des Menschen auf Ozeane und Flüsse, Feuchtgebiete und Wälder, Gebirge und Graslandschaften. Direkt vor der Haustür sind die Effekte zu sehen: Von den riesigen Gemäßigten Regenwäldern Europas blieben nur winzige Reste; alles andere hat sich in Nutz- und Ackerland verwandelt. Im letzten Abschnitt umreißt er in klaren, knappen Sätzen, was Menschen politisch und privat tun können, um eine Landschaft zu unterstützen: Schutzgebiete deklarieren, Bodenschätze im Boden lassen, sich für eine bessere Energiepolitik engagieren, Bus und Fahrrad fahren.

Goldene Sonnenuntergänge, Eisschollen im blauen Polarmeer

"Naturwunder Erde" folgt den Erkenntnissen der modernen Öffentlichkeitsarbeit für psychologisch fordernde Themen. Nicht auf das Prinzip Angst und Schrecken setzt das Buch, sondern es möchte den Wert und die Schönheit dessen begreiflich machen, wofür zu engagieren Menschen eingeladen sind. In seinen Fotografien setzt Markus Mauthe den blaugrünen Planeten prächtig in Szene: goldene Sonnenuntergänge über dem Wüstensand, kühle Eisschollen im blauen Polarmeer, Walrosse mit gefährlichen Stoßzähnen.

Ganz am Ende des Buches, bescheiden winzig gedruckt, lässt Greenpeace seine beeindruckenden Kampagnen zum Schutz der Meere, des Klimas und der bedrohten Wälder Revue passieren. Dass Mitglieder der Umweltschutzorganisation jüngst in Russland wochenlang mit ungewissem Ausgang hinter Gittern landeten, zeigt, wie heikel und mutig diese Aktionen sind. Ein wunderschönes Naturbuch, das hilft, gute Taten zu finanzieren - was will man mehr.

Markus Mauthe/ Jürgen Paeger: Naturwunder Erde
Knesebeck Verlag, München 2013
208 Seiten, 24,95 Euro

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