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Sonntag, 19.11.2017

Kulturnachrichten

Montag, 13. November 2017

Bild-Zeitung erklärt sich erstmals zum "Verlierer"

In ihrer Rubrik auf der Titelseite räumt sie eigenen Fehler ein

Am vergangenen Freitag hatte "Bild" FDP-Chef Christian Lindner vorgehalten, in einem Tweet das Wort "Pogrom" falsch geschrieben zu haben. Heute räumte die Boulevardzeitung ein, das Wort selbst nicht nur einmal mit zwei "r" gedruckt zu haben. Der medienkrititische "Bildblog" hatte die Redaktion öffentlich darauf hingewiesen, dass ihr der Schreibfehler bereits mehrfach passiert sei. Nach Angaben eines Sprechers des Springer-Konzerns, ist es das erste Mal seit dem Start der Rubrik am 3. Januar 2001, dass die Zeitung sich selbst aufs Korn nehme. Allerdings hatte im März 2014 der damalige "Bild"-Chef Kai Dieckmann bereits die "Verlierer"-Spalte für sich in Anspruch genommen. Dabei ging es um den Mißbrauch sozialer Netzwerke für den Europawahlkampf.

Amazon kauft TV-Rechte an "Der Herr der Ringe"

Medien-Konzern kündigt "eine neue epische Reise nach Mittelerde" an

Fans des Tolkien-Romans "Herr der Ringe" können sich auf eine gleichnamige Serie freuen. Der Medienkonzern Amazon hat sich dafür die weltweiten TV-Rechte gesichert. Er wird die Produktion in seinem Streamingdienst Amazon Prime zeigen. In einer Pressemeldung bestätigte das Unternehmen entsprechende Gerüchte und kündigte an, die Fans "auf eine neue epische Reise nach Mittelerde zu führen". So will Amazon an den Kino-Erfolg der Herr-der-Ringe-Verfilmung anknüpfen. Die Trilogie spielte weltweit fast sechs Millarden Dollar ein.

Bob Geldof gibt aus Protest Preis zurück

Rockmusiker kritisiert damit Gewalt gegen die Rohingya in Myanmar

Er sei stolz darauf, Dubliner zu sein, sagt der Ire Bob Geldof. Aber weil auch Aung San Suu Kyi den Preis der Freiheit der Stadt Dublin erhalten habe, wolle er diesen Titel nicht mehr tragen. Die Friedensnobelpreisträgerin habe sich "zur Dienerin des Genozids" an der muslimischen Minderheit in ihrem Land gemacht, so der 66-jährige. "Dublin sollte keinerlei Verbindung zu dieser Frau haben. Wir wurden betrogen, sie ist eine Mörderin."

Anne-Will-Redaktion entschuldigt sich

In der gestrigen Sendung über Sexismus war die Bildregie entgleist

Die Journalistin Laura Himmelreich zählte gerade auf, wo struktureller Sexismus herrsche, der beseitigt werden müsse: Da erfaßte die Kamera in der Talkshow "Anne Will" die Beine von Studiogast Verena Pooth. Für diesen anzüglichen und damit widersinnigen Kameraschwenk hat sich die Redaktion entschuldigt: "Diese Form der Bildführung widerspricht den redaktionellen und bildlichen Grundsätzen der Sendung", sagt eine Sprecherin auf Anfrage. Der zuständige Regisseur bedauere den Fehler.

Italienische Museen verzeichnen Rekordjahr

Besucher- und Ertragszahlen sind gestiegen

Nicht nur das italienische Kulturministerium freut sich: Der Dreijahresbericht weist zwischen 2013 und 2016 einen Publikums-Zuwachs von 18,5 Prozent auf. Ebenfalls landesweit stiegen die Einnahmen um 38,4 Prozent auf 175 Millionen Euro. Zugpferde waren das Kolosseum in Rom und die antike Ruinenstadt Pompeji bei Neapel. Die Reformen des Ministeriums trügen Früchte, sagte Kulturminister Dario Franceschini. Er hatte entschieden, ausländische Museumsdirektoren ins Land zu holen und den Museen größere Freiheiten zu geben.

Peta gegen Mäuse in Kunstausstellung in NY

Die Schau "Prehysteria" von Joseph Grazi wird in der Galerie Castle Fitzjohns gezeigt

Auf dem Weg zu einem 2,70 Meter großen Säbelzahntiger aus Holz müssen Besucher über eine durchsichtige Plexiglas-Bodenplatte laufen. Auf den ersten Blick wirkt das Schachbrettmuster wie ein gekachelter Fußboden. In Wirklichkeit laufen aber 70 weiße Mäuse in den 40 mal 40 Zentimeter großen Kästen. In dem Kunstwerk, das sich mit menschlichen Urängsten beschäftigt, fürchteten die Mäuse ständig zu Tode getrampelt zu werden, kritisieren Tierschützer. Galerie-Mitbetreiber Elliot Clarke kann die Aufregung nur bedingt nachvollziehen. "Wir geben ihnen ein reichhaltigeres Leben als wenn sie an Schlangen verfüttert oder von Labors und Medizinstudenten genutzt werden". Zudem würden sie nach dem Ende der Ausstellung zur Adoption freigegeben.

Große Schenkung vom Mittelalterkunst für Kolumba

Für das Kunstmuseum in Köln ist es die bislang größte Gabe

39 reich illustrierte Codices und ein Blockbuch: Stundenbücher, Breviere und Psalterien: Diese Arbeiten aus dem späten 13. bis zum frühen 16. Jahrhundert erhält das Museum des Erzbistums Köln von der Renate-König-Stiftung. Wie das Kolumba mitteilte, handele es sich bei den Stücken "zum Kostbarsten, was Miniaturmalerei und Buchkunst in den europäischen Kulturzentren hervorgebracht" haben. Sie liefere eine reiche Quelle zur Bildwelt mittelalterlicher Frömmigkeit. Die Übergabe soll am 7. Dezember stattfinden.

Bibliothekspreis für Verleger Klaus Wagenbach

Der 87-jährige erhält den Max-Herrmann-Preis

Das Programm des Klaus Wagenbach Verlages stehe seit jeher für eine Kultur des Einmischens und des demokratischen Streits sowie für literarische, kunst- und kulturwissenschaftliche Entdeckungen. Das ist die Begründung des Vereins der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin, um den undotierten Preis am 28. November an Klaus Wagenbach zu verleihen. Das Datum erinnert an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten 1933. Die Laudatio wird die Journalistin Franziska Augstein halten. Benannt ist die Auszeichnung nach dem Literaturwissenschaftler Max Herrmann, der 1923 in Berlin das weltweit erste Theaterwissenschaftliche Institut gegründet hatte. 1942 starb er im KZ Theresienstadt.

Lagerfeld kritisiert Merkels Flüchtlingspolitik

Der gebürtige Hamburger äußerte sich im französischen Sender C8

Samstagabend hatte Karl Lagerfeld seinen Fernsehauftritt. Heute lagen dem französischen Rundfunkrat Conseil supérieur de l'audiovisuel (CSA) bereits mehrere hundert Beschwerden gegen den 84-jährigen vor. Er hatte Bundeskanzlerin Merkel kritisiert, seit September 2015 zu vielen Muslimen Zuflucht in Deutschland gewährt zu haben. Diese seien "die schlimmsten Feinde" der Juden. Lagerfeld hatte diese Äußerung zuvor als etwas "Schreckliches" angekündigt. "Selbst wenn Jahrzehnte dazwischen liegen, kann man nicht Millionen Juden töten und später dann Millionen ihrer schlimmsten Feinde holen", hatte er dann gesagt. Die französische Rundfunkaufsicht prüft, ob sie eine Rüge gegen die Sendung von Moderator Thierry Ardisson ausspricht.

Hamburg hilft GB beim Erhalt von Weltkulturerbe

Damit soll die erste gusseiserne Bogenbrücke der Welt erhalten werden

1779 wurde sie nordwestlich von Birmingham gebaut. 1986 nahm die Unesco sie in ihre Liste des Weltkulturerbes auf: Die Iron Bridge. Sie revolutionierte den Brückenbau und die Ingenieurskunst. Weil die Bausubstanz das Bauwerk stark beschädigt ist, unterstützt die Hermann Reemtsma Stiftung die English Heritage Foundation mit einer Million Euro. "Während sich Großbritannien von der Europäischen Union abwendet, entschloss sich die Hamburger Stiftung angesichts gemeinsamer Wurzeln und Werte bewusst zu einem ersten Schritt auf die Insel", teilte die Stiftung mit.

Eschenbach Chefdirigent im Konzerthaus Berlin

Das teilte das Konzerthausorchester mit

Christoph Eschenbach wird zur Saison 2019/20 Nachfolger von Ivan Fischer. Der international profilierte Dirigent übernimmt die Position des Chefdirigenten für drei Jahre. Das Orchester freue sich auf einen Dirigenten von Weltruhm, erklärte der Vorstand. Zusammen mit dem Intendanten Sebastian Nordmann wolle er die Vision eines Orchesters des 21. Jahrhunderts voranbringen, erklärte der 77-jährige Eschenbach. Mit ihm wird das Konzerthaus im Jahr 2021 seinen 200. Geburtstag feiern. Zwischen dem Ende der Leitung des Konzerthauses am Gendarmenmarkt und dem angekündigten Amtsantritt von Christoph Eschenbach liegt eine Vakanz von einem Jahr. Der Entscheidung müssen die Personalkommission und der Berliner Senat noch zustimmen.

Neues Deutschland sucht Chefredakteur

Die Auflage des einstigen SED-Mediums liegt bei 26.000

Tom Strohschneider räumt den Sessel des Chefredakteurs zum Ende des Jahres. Das teilte das "Neue Deutschland" mit. Nach fünf Jahren verlasse er das Blatt auf eigenen Wunsch, bleibe der Zeitung aber als Autor erhalten. Bis die Nachfolge geregelt ist, übernimmt der stellvertretende Chefredakteur Wolfgang Hübner den Posten. Strohschneider habe in den vergangenen, wirtschaftlich schwierigen Jahren mit Leidenschaft und persönlichem Einsatz die Zeitung geprägt und werde sie auch weiter bei der Entwicklung journalistischer Projekte unterstützen.

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