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Mittwoch, 25.04.2018
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 13. Dezember 2017

"Bibliotheca Arabica" für neue arabische Literaturgeschichte

Das Projekt hat eine Laufzeit von 18 Jahren

Mit dem Großprojekt einer "Bibliotheca Arabica" will die Sächsische Akademie der Wissenschaften die arabische Literaturgeschichte neu schreiben. Zum 1. Januar starten die geisteswissenschaftlichen Grundlagenforschungen an der Uni Leipzig.
Ziel sei es, weitreichende Erkenntnisse zur arabischen literarischen Produktion in ihren sozialen Zusammenhängen zu gewinnen. Die digitale Plattform "Bibliotheca Arabica" soll auf Deutsch, Englisch und Arabisch das zentrale Arbeitsinstrument der Arabistik, Islamwissenschaft und der Nachbardisziplinen werden. Forschern aus aller Welt soll es damit erleichtert werden, das kulturelle Erbe zu erschließen und zu sichern. Das von Bund und Ländern finanzierte Projekt hat eine Laufzeit von 18 Jahren, mit einem jährlichen Förderbudget von mehr als 400.000 Euro. Im Fokus stehen Bücher zwischen dem 12. und dem 19. Jahrhundert. Quellen aus dieser Epoche seien bislang kaum erschlossen und erforscht, weil sie lange als Zeit des Niedergangs der arabisch-islamischen Kultur nach ihrer klassischen Blütezeit verstanden worden sei.

262 Journalisten weltweit in Haft

Die meisten in der Türkei, China und Ägypten

262 Personen weltweit befinden sich nach Angaben der Organisation Committee to Protect Journalists wegen ihrer Arbeit zur Beschaffung von Nachrichten und für die Berichterstattung im Gefängnis. Die in New York ansässige Gruppe, die sich für Journalisten einsetzt, teilte mit, dass die Zahl der inhaftierten Journalisten die höchste sei, seit sie ihre jährliche Erhebung zu Journalisten hinter Gittern Anfang der 1990er Jahre begonnen habe. Die Zahl 2017 übertraf die des Vorjahrs von 259 inhaftierten Journalisten. Das war bislang die höchste Zahl gewesen. Laut der Organisation sind in der Türkei, China und Ägypten die meisten Journalisten im Gefängnis. In der Türkei befänden sich 73 Journalisten hinter Gittern, in China 41 und in Ägypten 20.

"Three Billboards..." für vier SAG Awards nominiert

Die SAG Awards haben Einfluss auf das Rennen um die Oscars

Der Film "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" wurde für vier Screen Actors Guild Awards nominiert. Darstellerin Frances McDormand kann hoffen, als beste Schauspielerin ausgezeichnet werden, Woody Harrelson und Sam Rockwell sind als beste Nebendarsteller nominiert und auch in der Kategorie "Beste Besetzung" könnte es einen SAG Award geben. Verliehen werden die Preise am 21. Januar von der Schauspielergewerkschaft. Die SAG Awards haben beträchtlichen Einfluss auf das Rennen um die Oscars, die später verliehen werden.

Venezuelas Opposition erhält Sacharow-Preis

Das Europaparlament ehrt damit den Einsatz für Menschenrechte

Das Europäische Parlament hat seinen "Sacharow-Preis für geistige Freiheit" an die Vertreter der demokratischen Opposition in Venezuela verliehen. Parlamentspräsident Antonio Tajani sagte: "Das ist der höchste Preis, den die EU verleiht an jene, die die Menschenrechte verteidigen." Ausgezeichnet wurden unter anderem der Präsident des entmachteten venezolanischen Parlaments, Julio Borges, sowie eine Organisation zur Verteidigung politischer Häftlinge in dem lateinamerikanischen Land. Die Opposition in Venezuela kämpft gegen den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro, der unter anderem das Parlament ausschaltete.

Uffizien-Direktor Schmidt lehrt künftig in Berlin

Schmidt übernimmt 2019 die Leitung des Kunsthistorischen Museums in Wien

Der deutsche Kunsthistoriker und Direktor der Uffizien in Florenz, Eike Schmidt (49), lehrt künftig als Honorarprofessor an der Humboldt-Universität Berlin. "Für die Studierenden wird es ein großer Gewinn sein, einen akademischen Lehrer zu erleben, der ihnen Insider-Einblicke in hochkarätige Sammlungen und auch in die fachlichen und strategischen Aufgaben eines verantwortlichen Leiters solcher Sammlungen geben kann", sagte die Dekanin der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät, Julia von Blumenthal, bei der Überreichung der Ernennungsurkunde. Schmidt gilt als ausgewiesener Forscher auf dem Gebiet der italienischen Künste der Renaissance und des Barock. Er ist seit 2015 Direktor der Uffizien in Florenz.

Autorin Shalev hofft auf Kompromiss für Jerusalem

Shalev wurde 2004 bei einem Anschlag in Jerusalem schwer verletzt

Die israelische Autorin Zeruya Shalev (58) hofft im Ringen um Jerusalem auf einen Kompromiss. "Die vielen Jahre, die ich in Jerusalem lebte, haben mich deutlich spüren lassen, dass der Ostteil der Stadt in jeder Hinsicht arabisch ist", schrieb sie in einem Beitrag für die Wochenzeitung "Die Zeit". "Im Hinblick auf die Sitten und Gebräuche dort, in kultureller und menschlicher Hinsicht und im Hinblick auch darauf, dass Jerusalem keine vereinte Stadt ist, sondern eine doppelte". Mit Blick auf die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen, fürchtet Shalev, dass die Stadt wieder "zum Zentrum einer blutigen Auseinandersetzung" werden könne. Trumps Erklärung sei "einseitig und empörend", bestätige andererseits aber eigentlich eine bestehende Realität. Shalev erzielte mit "Liebesleben" (2000) einen internationalen Erfolg.

"Titanic" schafft es ins US-Filmregister

Dieses Jahr wurden 25 Filme ausgewählt

Die Bibliothek des US-Kongresses hat die Filmklassiker "Titanic" und "Stirb Langsam" in ihr prestigeträchtiges Nationales Filmregister aufgenommen. Auch "Die Goonies" und "Feld der Träume" zählen zu den 25 Filmen, die dieses Jahr ausgewählt wurden. Die Bibliothek wählt die Filme wegen ihrer kulturellen, historischen oder künstlerischen Bedeutung für eine Erhaltung aus. Das Register beinhaltet nun 725 Filme. Zu den Neuzugängen zählen auch der Musikfilm "La Bamba" von 1987, "Superman" von 1978, der Thriller "Memento" aus dem Jahr 2000 und der Trickfilm "Dumbo, der fliegende Elefant" von 1941.

Doris Dörrie erhält Ophüls-Ehrenpreis

Das Filmfestival Max Ophüls Preis findet Ende Januar in Saarbrücken statt

Die Regisseurin und Schriftstellerin Doris Dörrie erhält den diesjährigen Ehrenpreis des Filmfestivals Max Ophüls Preis. Dörrie sei eine der erfolgreichsten und vielseitigsten Erzählerinnen des deutschen Kinos, teilten die Veranstalter in Saarbrücken mit. "Durch ihre kreative Vielfalt und den Mut, neue schöpferische Wege zu gehen, inspiriert sie seit vielen Jahren die Entwicklung junger Filmschaffender", sagte Festivalleiterin Svenja Böttger. Der undotierte Ehrenpreis wird traditionell am Eröffnungsabend verliehen. Dörrie erster großer Spielfilmerfolg war 1983 das Beziehungsdrama "Mitten ins Herz" , darauf folgten Filme wie "Männer" und "Happy Birthday, Türke". In ihren jüngeren Filmen wie "Kirschblüten - Hanami" und "Grüße aus Fukushima" setze sie sich mit der japanischen Kultur auseinander.

Bayerischer Filmpreis für Regisseur Werner Herzog

Jury lobt Verschmelzung von Realität und Fiktion in Herzogs Filmen

Der Regisseur und Produzent Werner Herzog (75) erhält den Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten beim Bayerischen Filmpreis 2017. Der gebürtige Münchner sei einer der bekanntesten deutschen Regisseure und habe nicht nur in den USA Kultstatus erlangt, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) laut Mitteilung der Bayerischen Staatskanzlei. Demnach verleiht den Preis die stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner am 19. Januar 2018 im Prinzregententheater in München. Die Auszeichnung wird seit 1979 vergeben und zählt zu den renommiertesten und bestdotierten Ehrungen in der deutschen Filmbranche.

"Feminismus" Wort das Jahres in den USA

Online-Suchen nach "Feminismus" um 70 Prozent gestiegen

In einem von Sexismus-Debatten geprägten Jahr hat das Wort "Feminismus" in den USA Hochkonjunktur: Das US-Wörterbuch Merriam-Webster rief den Begriff zum Wort des Jahres 2017 aus. "Feminismus" sei 2017 einer der am häufigsten online nachgeschlagenen Begriffe gewesen. Die Zahl der Online-Suchen nach dem Begriff stieg nach Angaben von Merriam-Webster in diesem Jahr um 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den USA erschütterten in diesem Jahr Belästigungs- und Missbrauchsvorwürfe das Showbusiness, die Medien und die Politik wie nie zuvor. Aber auch der Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump und die Frauenmärsche in mehreren US-Städten lösten ein neues Interesse am Wort "Feminismus" aus.

Polizei ermittelt gegen Polanski wegen Missbrauchs

Der Fall ist bereits verjährt

Die Polizei in Los Angeles ermittelt gegen Filmregisseur Roman Polanski wegen sexuellen Missbrauchs. Das bestätigte ein Sprecher der Polizei. Es werde ein Vorfall untersucht, der sich 1975 zugetragen haben soll, sagte ein Sprecher. Dem 84-Jährigen wird vorgeworfen, sich damals an einem Kind vergriffen zu haben. Dabei gehe es um den Fall einer Frau, die Polanski beschuldigt hatte, sich ihr genähert zu haben, als sie zehn Jahre alt war, berichtete die "Los Angeles Times". Die Betroffene hatte im Oktober auf Twitter geschrieben, dass Polanski Nacktfotos sowie Fotos von ihr in einem Pelzmantel am Strand von Malibu aufgenommen habe. Daraus habe sich alles weitere entwickelt. Laut Bericht der "Times" meldete sie den Vorfall im selben Monat der Polizei in Los Angeles. Polanskis Anwalt nannte die Vorwürfe "falsch". Der Fall kann nicht vor Gericht kommen, weil er bereits verjährt ist. In den USA läuft gegen Polanski seit 40 Jahren ein Verfahren. Ihm wird sexueller Missbrauch einer 13-Jährigen vorgeworfen. Polanski hatte damals unerlaubten Sex mit dem Mädchen zugegeben, sich kurz vor der Verkündung des Strafmaßes aber ins Ausland abgesetzt.

RTL schafft Doppelspitze ab

Bert Habets wird alleiniger Chef

Die Sendergruppe RTL schafft ihre Doppelspitze ab und macht Bert Habets zum alleinigen Chef des Unternehmens. Sein bisheriger Co-Chef Guillaume de Posch werde seinen Posten niederlegen und nur noch als einfaches Verwaltungsratsmitglied fungieren, teilte RTL in Luxemburg mit. Finanzchef Elmar Heggen bekommt unterdessen eine zusätzliche Funktion als stellvertretender Vorstandschef. Die Änderungen sollen zum bevorstehenden Jahreswechsel in Kraft treten.

Disney-Fox-Deal steht wohl kurz vor Abschluss

Das berichten amerikanische und britische Medien

Nachdem sich US-Kabelanbieter Comcast, der ebenfalls einen Großteil der Assets von 21st Century Fox übernehmen wollte, am Montag aus dem Rennen zurückgezogen hatte, ist der Deal wohl perfekt. Amerikanische und britische Medien berufen sich auf namentlich nicht genannte Personen, die mit dem Deal befasst sind und sehen die offizielle Verkündung für Donnerstag voraus. Danach wird Disney die Film- und TV-Studios von 20th Century Fox, 22 regionale Sport-Kabelprogramme, den Unternehmensanteil von Fox am US-Streamingdienst Hulu, Kabelsender wie FX und National Geographic sowie die Fox-Anteile der Pay-Plattformen Sky in Großbritannien und Star in Indien übernehmen. Das Volumen des Deals wird auf über 60 Milliarden Dollar geschätzt.

Netflix forscht Nutzer aus und macht Witze darüber

Der Internetstreamingdienst veralbert Weihnachtskomödienfans

Der Internetstreamingdienst Netflix hat Wissen über das Sehverhalten seiner Nutzer veröffentlicht und damit für Unmut bei den Kunden gesorgt. Dabei handelt es sich um einen Witz auf Kosten von einigen, die sich an einer romantischen Weihnachtskomödie offenbar nicht satt sehen konnten : "An die 53 Leute, die sich 'A Christmas Prince' in den vergangenen 18 Tagen jeden Tag angesehen haben: Wer hat euch weh getan?" Ein Netflix-Kunde antwortete: "An den Netflix-Mitarbeiter, der jüngst '1984' gesehen hat: Das ist keine Bedienungsanleitung." Dass Netflix seine Nutzer ausliest, ist kein Geheimnis. Doch dieses Wissen zu veröffentlichen, finden viele Kunden nicht akzeptabel. Zumal es sich um Kaufhäuser gehandelt haben könnte, die den Film in der Vorweihnachtszeit in Dauerschleife laufen lassen.

Hindemith-Preis für Clara Iannotta

Die Komponistin ist künstlerische Leiterin der Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik

Die italienische Komponistin Clara Iannotta (34) erhält den Hindemith-Preis 2018. Sie besteche durch eine "ganz eigene, radikale und kompromisslose Musiksprache", sagte der Jury-Vorsitzende Christian Kuhnt, Intendant des Schleswig-Holstein Musik Festivals in Lübeck. Seit 2014 ist Iannotta künstlerische Leiterin der Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik im österreichischen Vorarlberg. Sie komponierte schon für das Münchner Kammerorchester, die Neuen Vocalsolisten Stuttgart, das Arditti Quartett und das Ensemble Nikel. Der Preis erinnert an den Komponisten Paul Hindemith (1895-1963) und fördert herausragende zeitgenössische Komponisten. Er wird seit 1990 im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals verliehen.

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