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Fazit / Archiv | Beitrag vom 17.02.2016

Berlinale: "Kollektivet" und "Zero Days"Thomas Vinterberg filmt "gediegen und konventionell"

Von Jörg Taszman

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Regisseur Thomas Vinterberg bei der Präsentation seines Films "Kollektivet" auf der Berlinale. (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)
Regisseur Thomas Vinterberg bei der Präsentation seines Films "Kollektivet" auf der Berlinale. (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)

Thomas Vinterbergs Wettbewerbsbeitrag "Kollektivet" über eine Kommune in den 70er-Jahren biete zwar gute Alltagsbeobachtungen, überzeugen kann er unseren Kritiker aber nicht. Alex Gibneys Dokumentarfilm "Zero Days" lehre ihn immerhin das Fürchten.

Der im Wettbewerb der Berlinale laufende Dokumentarfilm "Zero Days" thematisiert die Entdeckung des Computerwurms "Stuxnet", der dem iranischen Atomprogramm 2010 extremen Schaden zufügte, indem er etwa Zentrifugen zerstörte. Wer den Wurm entwickelt hat, ist bis heute nicht klar.

Zuerst rede Alex Gibney mit Verantwortlichen wie Geheimdienstlern, erklärt Filmkritiker Jörg Taszman die Herangehensweise des Regisseurs, um zu zeigen: Eigentlich will oder darf niemand darüber reden. Das habe den preisgekrönten Dokumentarfilmer so genervt, dass er im zweiten Schritt mit Computerexperten spricht: "Und dann geht er immer weiter und macht klar, dass dieser Stuxnet eine ganz neuartige Form eines Virus war, weil er nur ganz gezielt und auch nur ganz gewisse Programme befallen hat – und komischerweise lagen die alle im Iran."

Der Film lehre den Zuschauern das Fürchten, so Taszman, da man lernt: "Man muss nicht einmal im Internet sein, um von so einem Virus befallen zu werden." Deshalb sei "Zero Days" ein Film, "der uns ein wenig frösteln lässt".

Hören Sie zum Thema auch unser Gespräch mit Kollege Philipp Banse:

"Zero Days"
Regie: Alex Gibney
USA, 116 Minuten

Thomas Vinterbergs Wettbewerbsbeitrag "Kollektivet" ist ein Film über eine riesige Komune in den 70er-Jahren. Interessant an Vinterberg sei, so Taszman, dass er einst mit Lars von Trier Dogma gegründet habe - "und nun ist er fast arriviert als Filmemacher".

"Kollektivet" sei "ganz gediegen und konventionell" gefilmt – es sei eher so, "dass sich die Protagonisten von innen her zerfressen". Der Film habe zwar tolle Szenen und Alltagsbeobachtungen, trotzdem habe Taszman etwas gefehlt. Er hält "Kollektivet" für "nicht prägnant genug".

Hören Sie zum Thema auch unser Gespräch mit Filmexpertin Katja Nicodemus:

"Kollektivet"
Regie: Thomas Vinterberg
Dänemark, 111 Minuten

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